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Ludwigsfelde Wie es für die Kinder der Ludwigsfelderin nach dem Gespräch mit dem Schulamt weitergeht
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Wie es für die Kinder der Ludwigsfelderin nach dem Gespräch mit dem Schulamt weitergeht
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01:17 23.06.2019
Die Ludwigsfelderin hat sich mit dem Schulamt ausgetauscht, wie das neue Schuljahr im Landkreis Potsdam-Mittelmark für ihre Söhne gelingen kann. Sie verlässt Ludwigsfelde und Teltow-Fläming aufgrund der Schulsituation. Quelle: Karen Grunow
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Ludwigsfelde

Am Dienstag hat es ein Treffen zwischen dem Schulamt Brandenburg und der Ludwigsfelderin gegeben, die Ende Mai eine Petition im Internet gestartet hatte, um auf Gewalt, Mobbing und Diskriminierung an zwei Grundschulen aufmerksam zu machen.

Dabei wurde beraten, welche Möglichkeiten der Unterstützung es für die dreifache Mutter gibt, von der zwei Söhne bis Ende des Schuljahres auf die Theodor Fontane-Grundschule gegangen sind.

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„Ich bin zufrieden darüber, wie wir uns in Sachen Zukunft und Förderung ausgetauscht haben“, sagte die Ludwigsfeldern gegenüber der MAZ.

Gleichzeitig betonte sie, dass sie sich immer noch als Einzelfall behandelt fühle, obwohl ihr andere Ludwigsfelder Eltern die erhobenen Vorwürfe bestätigt hätten. Am Mittwochabend haben insgesamt 143 Personen die Petition der dreifachen Mutter unterzeichnet. Der Facebook-Gruppe mit dem Titel „Zusammen gegen Gewalt an Ludwigsfelder Schulen“, die sie Anfang Juni gegründet hat, sind 88 Menschen beigetreten. Auch die Stadt Ludwigsfelde hatte sich am 6. Juni zu den Vorwürfen geäußert.

Ludwigsfelder Eltern melden keine weiteren Missstände bei Schulamt und Schulleitern

Schulrätin Corinna Spikermann ordnet beide Aktionen als Hilfeschrei ein. Warum sie die Situation der Ludwigsfelderin als Einzelfälle sieht, ergibt sich für sie aus einer Tatsache: „Im Schulamt sind keine weiteren Beschwerden wegen Mobbing und Gewalt an den beiden in der Petition bedachten Ludwigsfelder Grundschulen eingegangen. Auch die Schulleitungen wurden auf telefonische Nachfrage bisher nicht durch andere Eltern zu angeblichen Missständen kontaktiert.“

Im gemeinsamen Gespräch war insbesondere der Übergang des Sohnes in die siebte Klasse Thema, der zur Behandlung in diesem Jahr in einer psychiatrischen Klinik gewesen sei und bereits vor Jahren eine ärztlich verordnete Kur absolviert habe.

Damit sich die Situation vor allem für ihn bessert, hat die Ludwigsfelderin entschieden, mit ihren Kindern nicht nur die Stadt, sondern den Landkreis Teltow-Fläming zu verlassen. „Ich habe ihn nicht in Ludwigsfelder Schulen angemeldet. Dort würde er wieder auf den Großteil der gleichen Kinder treffen. Es bringt einfach nichts mehr, zu reden“, sagt die Ludwigsfelderin.

Wie der Schulstart der Ludwigsfelder Familie in Potsdam-Mittelmark gelingen soll

Schüler, die sich in psychiatrische Behandlung begeben, sind für Schulrätin Corinna Spikermann keine Seltenheit: „So etwas gibt es in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Brandenburgs. Der Bedarf an solchen Einrichtungen ist leider da, in denen geprüft wird, wie den Schülern mit Therapien oder Medikamenten geholfen werden kann.“

Nun zieht es die Ludwigsfelder Familie nach Borkwalde, einer Gemeinde in Potsdam-Mittelmark mit rund 1500 Einwohnern. Damit für die Kinder der Ludwigsfelderin Anfang August der Start ins neue Schuljahr gelingt, soll es eine Einführungswoche geben.

In dieser soll die Mutter zusammen mit ihren Kindern, dem Schulamt und den Mitarbeitern der neuen Schulen herausfinden, ob es sich um geeignete Einrichtungen handle oder möglicherweise andere Schulen für die Kinder besser geeignet sein könnten.

„Wir werden die Schulen darüber informieren, dass Schüler an ihre Schule kommen, die unsere Unterstützung benötigen“, sagt die Schulrätin. Damit das gelingt, habe die dreifache Mutter auch einen Schulhelfer beantragt, der einem ihrer Söhne im Schulalltag helfen soll. Es bestehe zudem die Möglichkeit, dass er mit verkürzten Unterrichtsstunden ins Schuljahr startet.

Von Fabian Lamster