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Ludwigsfelde Spedition Reico in vorläufiger Insolvenz
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Spedition Reico in vorläufiger Insolvenz
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21:36 29.11.2019
Reico-Trucks mischen mit im Wettbewerb der Logistiker auf den Waren-Trassen der Bundesrepublik. Quelle: Jutta Abromeit
Nunsdorf

Vom Tod des Reico-Geschäftsführers Reinhardt Töpel und einer vorläufigen Insolvenz ihres Arbeitgebers wurden die Mitarbeiter der Spedition am Mittwoch informiert. Das bundesweit agierende Logistik-Unternehmen von Sport-Mäzen Töpel hat 193 Beschäftigte, rund 200 Lkw und seinen Firmensitz im Zossener Ortsteil Nunsdorf.

Töpel hatte promoviert, galt beim Start ins Berufsleben als jüngster LPG-Vorsitzender der DDR und gründete 1990 die überregional bekannte Spedition Reico; sie arbeitet heute an den Standorten Zossen und Leipzig. Der Unternehmer Töpel galt als harter Verhandler, zwischenzeitlich übernahm er die in Turbulenzen geratene Fleischfabrik Luckenwalde und legte sich 2018 mit einer Millionen-Klage mit den Lkw-Herstellern Iveco und Daimler an. Reinhardt Töpel wurde 70 Jahre alt.

Herbold: Löhne und Gehälter gesichert

Neben den beruflichen Auftritten ist Töpels Herz für den Sport bekannt: Er war Aufsichtsratsvorsitzender des 1. Luckenwalder SC – in der Kampfsaison 2005/2006 wurden die Ringer Deutscher Mannschaftsmeister. Bis 2016 war er in seiner Heimat Thüringen Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Drittligisten FC Carl-Zeiss Jena. Des Weiteren unterstützte er Sebastian Warneck, seinen als Gespannfahrer im Pferdesport international äußerst erfolgreichen Sohn.

Nun stehe die Reico Spedition GmbH & Co. KG vor einem Neuanfang, heißt es in einer Pressemitteilung von Torben Ottmar Herbold. Er wurde jetzt vom Amtsgericht Potsdam zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Angeordnet hatte das Gericht die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Firmenvermögen am 22. November. Herbold nehme jetzt die Situation auf, um das Lager- und Logistikunternehmen zu sanieren. Und es heißt, der Geschäftsbetrieb werde fortgeführt, Löhne und Gehälter seien mit dem Insolvenzgeld gesichert.

LBBV-Chef Eberhard Tief erschüttert

Nun suche Herbold Investoren, die Auftragslage an den Reico-Standorten Zossen und Leipzig sei ausgezeichnet. Herbold erklärt: „Die erfahrenen Mitarbeiter und die gute Marktposition des Unternehmens sind attraktive Ansatzpunkte für einen strategischen Erwerber.“

Erschüttert von der Situation ist auch Eberhard Tief, Landesverband-Geschäftsführer des Berliner und Brandenburger Verkehrsgewerbes (LBBV); Reico ist dort Mitglied. Tief sagt, erst kürzlich habe er mit Töpel zusammengesessen und über Pläne für 2020 gesprochen. Seine Gedanken seien nun bei der Familie und den Mitarbeitern, so Tief weiter. Auch er hoffe, dass es für diese große Firma in Berlin-Brandenburg mit regionaler und überregionaler Bedeutung erfolgreich weitergehe.

Vorläufige Insolvenz schützt gegen Gläubiger

Die vorläufige Insolvenz sei in solchen Fällen, wenn einer von zwei Geschäftsführern sterbe, zwangsläufig, sagte der LBBV-Mann Tief. Dann dürfe der andere nichts mehr ohne einen vorläufigen Insolvenzverwalter entscheiden, erklärt er zum jetzt eingeleiteten Prozedere. Und er sagt, so sei gesichert, dass ein Unternehmen gegenüber Gläubigern unter Schutz stehe.

Von Jutta Abromeitund Ralf Thürsam

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