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Ludwigsfelde Ständig im Training: Die Rettungshundestaffel Ludwigsfelde
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07:41 27.10.2019
Rettungshund Lennox zeigt an, dass er die gesuchte Person auf dem Übungsgelände gefunden hat. Quelle: Krischan Orth
Ludwigsfelde

Eine Person liegt bewusstlos am Boden. Lennox Ohren sind aufgerichtet. Noch hält Denise Klabunde ihren Hund am Halsband. „Das ist eine offene Anzeige“, erklärt Andreas Looff, Zugführer der Rettungshundestaffel Ludwigsfelde, die Übung. Der Rettungshund läuft zu der am Boden liegenden Person, muss vor ihr halten und sie laut anzeigen, also bellen. Dabei darf der Hund das Opfer nicht berühren. Wichtig ist, dass der Hund so lange anschlägt, bis der Hundeführer das Opfer erreicht. Das ist notwendig, denn im Ernstfall kann der Hund weit vorausgeeilt sein, bis der Hundeführer ihn eingeholt hat.

Für Lennox stellt diese Übung kein Problem dar. Hinter der erfolgreichen Aufgabe steckt harte Arbeit: Tier und Mensch müssen eine zweijährige Ausbildung absolvieren. Der Hundebesitzer, der sich bereit erklärt mit seinem Hund in die Staffel eintreten zu wollen, muss auch die Grundausbildung der Feuerwehr durchlaufen.

40 Einsätze im Jahr

Rund 40 Einsätze leistet die Ludwigsfelder Rettungshundestaffel jährlich, sagt Zugführer Looff. In Brandenburg wurden in diesem Jahr 178-mal Hundestaffeln für Vermisstenfälle angefordert. Die Ludwigsfelder Hundestaffel hat 17 Mitglieder und eine Anwärterin, zwölf Hunde stehen im Dienst. Seit dem Jahr 2015 ist die Hundestaffel der Feuerwehr Ludwigsfelde angegliedert. Seit einem Jahr wird bei Suchen GPS-Technik eingesetzt, um zu verfolgen, welche Gebiete bereits abgesucht worden sind.

Das Training für umfangreiche Suchen findet im Wald statt. Kommandoübungen werden nahe dem Neubaugebiet an der Ludwigsfelder Neckarstraße absolviert. Da die Bebauung fortschreitet, ist die Rettungshundestaffel Ludwigsfelde auf der Suche nach einem neuen Trainingsgelände.

Ein Team: Detlef Stichert mit seinem Hund "Scout." Quelle: Krischan Orth

Die Hunde werden alle anderthalb Jahre auf ihre Eignung für den Rettungseinsatz getestet. Denise Klabunde, die seit zehn Jahren im Rettungshundedienst tätig ist, muss mit Hündin Alina demnächst diese Tauglichkeitsprüfung absolvieren. Dazu gehört auch die sogenannte Unterordnung. Geprüft werden dabei Gehorsam und soziale Verträglichkeit des Hundes. „Man hat zwei Sekunden“, erklärt Klabunde, „um den Hund für erwünschtes Verhalten zu loben oder zu tadeln.“ Außerhalb dieser Zeitspanne setzt der Hund seine Handlung nicht mit dem Geschehen in Verbindung.

Hunde soll 40 000 Quadratmeter in 20 Minuten durchsuchen

Spaß bei den Übungen ist dabei äußert wichtig. Die Hundeführer arbeiten mit dem Belohnungsprinzip. Für die Tiere soll die Suche ein Spiel sein. Daher eignen sich besonders Hunde, die einen großen Bewegungsdrang haben, und körperlich in der Lage sind, große Gelände zu durchsuchen, als Rettungshunde. Nach der zweijährigen Ausbildung ist es das Ziel, eine Fläche von 40.000 Quadratmeter in 20 Minuten erfolgreich zu durchsuchen. „Wichtig ist auch, das Training stets zu variieren, neue Situationen schaffen, damit keine Gewöhnungseffekte bei den Hunden eintreten“, erklärt Uwe Hansow, seit neun Jahren mit seinem Hund Balu im Einsatz.

Maintrailing wird trainiert

Auch das Suchen nach Personen, das Mantrailing, wird immer wieder trainiert. Ohne dass der Hundeführer weiß, wo sich die versteckte Person befindet, damit er ihm nicht unbewusst die richtige Richtung andeutet. „Wir bringen den Hunden verschiedene Opferbilder bei“, sagt Denise Klabunde. Liegend, oder stehend, versteckt sich ein Hundeführer für die Übung. Der Wind spielt beim Einsatz eine große Rolle. „Im Einsatz schicken wir, wenn möglich, die Hunde gegen den Wind los“, erklärt Detlef Stichert, seit 13 Jahren Hundeführer. Denn die Hunde suchen ja mit ihrem Geruchssinn.

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Von Krischan Orth

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