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Ludwigsfelde Wenn Mauern verschwinden
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19:24 20.10.2019
Theaterpremiere in Ludwigsfelde: Der Verein Vorortung zeigt die Perfprmance „Dazwischen die Mauer“. Quelle: Marina Ujlaki
Ludwigsfelde

Nur sitzen und zugucken war nicht: Auch die Gäste wurden zur Premiere der Theaterperformance „Dazwischen die Mauer“ am Freitag im Ludwigsfelder Klubhaus gefordert und mit in das Geschehen einbezogen.

Manche waren zunächst irritiert, ließen sich dann aber doch auf die ungewohnte Situation ein. Der begeisterte Applaus und die Bravo-Rufe zum Abschluss bestätigten dann die Herangehensweise und den Erfolg der Performance.

30 Jahre nach dem Mauerfall hatte der Verein „Vorortung“ das Projekt „Dazwischen die Mauer“ gestaltet. Die künstlerische Leitung übernahmen Sharon On aus Israel und Laura Söllner aus Österreich. Seit März kamen die beiden Theaterregisseurinnen mit 15 Laiendarstellern aus Ludwigsfelde und Umgebung im Klubhaus zusammen: Manche hatten die Wende im Osten, manche im Westen miterlebt, einige in Ludwigsfelde, andere in Berlin, ein junger Mann kannte den Mauerfall nur aus Schulbüchern und Erzählungen. Aus diesen vielfältigen Perspektiven entstand ein bewegender Theaterabend darüber, was Mauern alles sein können – und was geschieht, wenn sie verschwinden.

Abbau von Vorurteilen und ehrliches Miteinander

„In den vergangenen Monaten wurde sehr deutlich, dass das Thema Mauerfall sowohl in Ost als auch in West nicht richtig aufgearbeitet worden ist“, meint Dramaturgin Marie Zwinzscher. „Je mehr Vertrauen die Gruppe miteinander gewann, desto ehrlicher wurden die Gespräche, und auch Missverständnisse und Vorurteile konnten besprochen werden.“

Ulrich Pöll, einer der Spieler sagt: „Biografisches Theater generationengemischt finde ich notwendig, denn man nimmt sich gegenseitig sehr ernst.“ Den Saal hatten die Bühnenbildner Anita Fuchs und Ken Chinea in eine begehbare Installation verwandelt – mit symbolischen Mauersegmenten, einer Tribüne und Wachtürmen. Darsteller und Publikum begegneten sich an inselartigen Spielorten und begaben sich auf eine gemeinsame Reise. Sie tauchten ein in persönliche Erlebnisse vor, während und nach der Wendezeit und setzten sich mit ihren Spuren bis heute auseinander.

„Die Mauer gibt es noch in vielen Köpfen, für die Verarbeitung ist so ein Projekt wichtig“, findet Zuschauerin Ursula Klucke aus Rangsdorf. Für die Veranstaltungen am Dienstag und Mittwoch, 19 Uhr, gibt es noch Reservierungsmöglichkeiten in der Brunnenbuchhandlung, der Eintritt ist frei.

Von Marina Ujlaki

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