Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ludwigsfelde Wasserangst im alten Dorf
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Wasserangst im alten Dorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:24 19.07.2018
Ortsvorsteher Jens Wylegalla sorgt sich wegen möglicher Regenwasserfluten aus dem neuen Stadtteil Ludwigsdorf.   Quelle: Jutta Abromeit
Ahrensdorf

In der sogenannten Gartenstadt von Ahrensdorf haben Familien Angst, dass ihnen bei Starkregen wieder die Keller volllaufen. Das gilt umso mehr, wenn der benachbarte neue Stadtteil Ludwigsdorf mit hunderten Grundstücken fertig wird und auch von dort noch Regenwasser kommt. Das könnte das alte Dorf treffen, so die Befürchtung. Deshalb waren Gartenstadt-Bewohner zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung in den Rathaussaal gekommen.

Dort war es auch um die städtebaulichen Verträge für die Bebauungspläne Parksiedlung und Rousseau-Park-Süd in der Ahrensdorfer Heide gegangen. Wie berichtet, war die Ahrensdorfer Wasser-Angst bereits kürzlich ein großes Thema der stark besuchten Ortsbeiratssitzungen im Gasthof-Saal. Auch dort hatten Planer und Verwaltungsmitarbeiter um Bürgermeister Andreas Igel (SPD) den Ahrensdorfern Rede und Antwort gestanden.

Wohin wird das Regenwasser geleitet?

Der große Regen vorige Woche zeigte laut Ortsvorsteher Jens Wylegalla, wo die Dorfbewohner das Problem sehen. „Eine Woche später steht hier mitten im Baufeld noch immer eine Riesenpfütze. Trotz tagelanger Hitze ist das Wasser noch nicht versickert“, sagt er. In den zurückliegenden Monaten habe er sich eingehend mit den Plänen befasst, mit Verwaltungsmitarbeitern und Planern gesprochen. Ihm zufolge bleiben grundsätzliche Fragen für die Ahrensdorfer zu diesem Baugebiet mit später 5000 Neu-Ludwigsfeldern – davon knapp 2000 auf Ahrensdorfer Gemarkung – ungeklärt: „Wohin wird das Regenwasser geleitet? Welche Auswirkung hat die Bebauung auf das Grundwasser in Ahrensdorf?“

Täglich werden neue Eigenheime im entstehenden Ludwigsfelder Stadtteil Ludwigsdorf in der Ahrensdorfer Heide fertig; hier ein Blick auf den Bauabschnitt Rousseau Park Nord. Quelle: Jutta Abromeit

Wylegalla breitet die aktuellen Pläne aus und sagt: „Es sind nur zwei Speicherbecken geplant. Können die auch bei Starkregen wirklich alles Wasser auffangen?“ Im Dorf wolle man wissen, wohin in solch einer Situation überschüssiges Wasser geleitet wird. Vor den Stadtverordneten hatte der Ortsvorsteher seine Kritik erneuert: „Wir in Ahrensdorf machen uns im Moment große Sorgen. Wer haftet für eventuelle Schäden?“

Hat Ahrensdorf falsche Berater?

Bürgermeister Igel entgegnete, es gebe mit dieser Vertrags-Konstellation die Chance, es besser zu machen als damals in den 1990er Jahren beim Bau der Gartenstadt. „Was befürchten Sie? Ich glaube, Sie haben die falschen Berater, von denen Sie verrückt gemacht werden“, so Igel und sagte: „Genau dafür ist der B-Plan da mit Beteiligung aller Fachbehörden.“ Die Stadt habe dafür zu sorgen, so Igel, dass die Ahrensdorfer vor Schaden bewahrt blieben.

In der Gartenstadt Ahrensdorf laufen immer mal wieder Keller voll. „Beim Bau der Gartenstadt war alles fachgerecht hergestellt“, stellt Hans-Reiner Aethner, Vorsteher des Wasserverbandes Region Ludwigsfelde (Warl) fest: „aber die Bewohner selbst haben später Entwässerungsgräben und Gruben zugeharkt oder zugeschüttet, damit ihr Grundstück schöner wird. Dabei haben sie oder Landschaftsplaner entweder die Physik vergessen – Wasser fließt nach unten – oder sie haben Aussehen über die Funktion gestellt.“ Dass in den neuen Plangebieten auch bei großer Trockenheit noch lange Wasser steht, weiß Aethner, Dies liege an den sogenannten Lehmlinsen im Boden.

 

Der Starkregen der zurückliegenden Tage war ein erster Test für die neue Regenversickerung im entstehenden Ludwigsfelder Stadtteil Ludwigsdorf. Quelle: Jutta Abromeit

Kirsten Bös, Chefin der Bauleitplanung im Rathaus Ludwigsfelde, bestätigt: „Ja, dort herrschen schwierige Bodenverhältnisse.“ Aber alle Bedenken würden im Bebauungsplan-Verfahren sukzessive abgearbeitet. „Jetzt wird angestrebt“, so Bös weiter, „das alte Grabensystem zu aktivieren und überschüssiges Wasser bis zur Nuthe abzuleiten.“ Demnächst gebe es im Rathaus eine öffentliche Veranstaltung zu diesen Plänen.

Die Stadtverordneten hatten beiden städtebaulichen Verträgen zur Ahrensdorfer Heide mit dem Rousseau Park Investor Callidus GmbH zugestimmt. Dort ist festgelegt, dass die Firma alle Bau-, Planungs- und Änderungskosten trägt, auch die für ein Entwässerungskonzept.

Von Jutta Abromeit

Sechs Autofahrer waren am Donnerstagmittag am Birkengrund in Ludwigsfelde zu schnell. Sie bekommen demnächst eine Verwarngeld-Bescheid.

19.07.2018

Seit zehn Jahren unterstützen die Ludwigsfelder Stadtwerke und die Deutsche Umweltaktion das Projekt „Energie erleben und verstehen“. Zum Jubiläum gab es für die Schüler Koffer zum Experimentieren.

22.07.2018

Die Stadt Ludwigsfelde plant eine erhebliche Vergrößerung der Feuerwache an der Straße der Jugend. Unter anderem ist eine Übungs- und Ausbildungshalle geplant, die erste im Landkreis.

21.07.2018