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Ludwigsfelde Wie eine Ludwigsfelderin eine Expertin für Überraschungseier-Figuren wurde
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06:07 30.07.2019
Helga Kaufmann erinnert sich gern an die Sammelleidenschaft zurück, die ihre Tochter mit ihr teilte. Quelle: Fabian Lamster
Ludwigsfelde

 Helga Kaufmann blickt in eine Vitrine mit 240 Figuren im ehemaligen Zimmer ihrer Tochter Maria. Es sind nicht irgendwelche Figuren, sondern 24 vollständige Sätze von Figuren aus Überraschungseiern, die sie zusammen mit ihr über Jahre gesammelt hat.

Mit dabei sind nicht nur Figurenserien mit Fußball spielenden Schlümpfen, Micky Maus und Donald Duck, sondern ebenso Gartenzwerge und die vom Überraschungs-Ei-Hersteller Ferrero bekannten Nilpferde.

Etliche Figuren, die sie mehrfach besitzt, hat die Ludwigsfelderin in einem Korb zusammengefügt. Sie möchte sie für kleines Geld verkaufen. Quelle: Fabian Lamster

Dabei kam die Sammelleidenschaft der Ludwigsfelderin ursprünglich von ihrer Tochter, als diese nicht etwa noch ein Kind, sondern bereits 17 Jahre alt war: „Ein Freund meiner Tochter war Sammler und machte sie darauf aufmerksam, dass die Figuren aus den Überraschungseiern teilweise einen beachtlichen Sammlerwert haben“, erinnert sich Helga Kaufmann.

Das passiert um das Jahr 2000 – und Mutter und Tochter beginnen erst mit der Inventur ihrer eigenen Figuren, bevor sie sich daran machen, die Sätze zu vervollständigen.

Sammelleidenschaft geht, die Figuren bleiben

Die Sammelleidenschaft beginnt – und nimmt ihren Lauf. Aktuelle Kataloge von Überraschungseierfiguren, in denen sämtliche neue Sätze abgebildet sind, ergattert das Mutter-Tochter-Duo jedes Jahr aufs Neue.

Helga Kaufmann erinnert sich gern an die Sammelleidenschaft zurück, die ihre Tochter mit ihr teilte. Quelle: Fabian Lamster

Sie pilgern zusammen zu Flohmärkten nach Luckenwalde, Potsdam, auch zu Sammlungsauflösungen in privaten Haushalten. „Wir haben stets nach den Figuren gesucht, die uns noch gefehlt haben. Sie waren uns jeden Kilometer wert“, erzählt die Ludwigsfelderin.

Als Tochter Maria mit dem Sammeln aufhört und auszieht, bleiben die Figuren. Mindestens 1.500 Stück, die von 1978 bis 2015 erschienen sind, schätzt Helga Kaufmann den verbliebenen Bestand.

Ludwigsfelderin entwickelt Blick für Raritäten

Die Figuren hat sie sich gemeinsam mit ihrer Tochter erkauft und zum Teil erklappert: „Wir haben 30 Überraschungseier und mehr im Supermarkt gekauft und vor Ort vorsichtig geschüttelt, um herauszuhören, in welchen sich nur ein einziges Teil und damit wahrscheinlich eine Figur befindet“, erinnert sie sich.

Schnell entwickelt Helga Kaufmann ein Fachwissen und ein Auge für Raritäten. Wie ist die Mützenfarbe der Figur? Ist die Farbe des Apfels, die der Schlumpf in der Hand hält, eine andere?

Eine Pumuckl-Figur mit Regenschirm ist die Lieblingsfigur von Helga Kaufmann. „Hoffentlich gibt es bald auch mehr Regen in Brandenburg", sagt sie. Quelle: Fabian Lamster

Gerade die seltenen Varianten und älteren Figuren stehen bei Internetauktionshäusern teilweise für drei- und vierstellige Beträge zum Verkauf. So auch bei einer Pumuckl-Figur mit einem Regenschirm, die sie als „ihren Liebling“ bezeichnet und aus dem Jahr 1978 sei. Startgebot im Internet: 199 Euro.

Sie mag die Figur, die sie nie verkaufen würde, aus einem anderen Grund: „Sie ist toll gezeichnet und der Regenschirm gibt mir Hoffnung, dass es in Brandenburg auch bald wieder mehr regnet“, sagt sie.

Erinnerungen an das Sammelfieber mit der Tochter

Und auch, wenn die Sammelleidenschaft in Sachen Überraschungseierfiguren mit dem Auszug der Tochter zu Ende ging: Helga Kaufmann hat die Begeisterung für die Figuren nicht komplett verlassen.

Das hat sie auch gemerkt, als sie sich vor einigen Jahren nochmal Überraschungseier kauft, als eine neue Figurenreihe der Schlümpfe an den Start ging – und sie enttäuscht hat.

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„Die Figuren waren nicht schön, zumal mir die Schokolade auch nach all den Jahren nicht schmeckt“, sagt die Ludwigsfelderin. Seitdem hat sie kein Überraschungsei mehr angerührt.

Trotzdem erinnert sich gerne an das gemeinsame Sammeln mit ihrer Tochter zurück. „Das Figurensammeln war unsere gemeinsame Verbindung. Und es hat Spaß gemacht.“

Von Fabian Lamster

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