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Teltow-Fläming Wenig Hoffnung auf Straßensanierung
Lokales Teltow-Fläming Wenig Hoffnung auf Straßensanierung
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19:09 13.11.2018
Musterbeispielt: die Schäferei in Zossen Quelle: Oliver Fischer
Dahmeland-Fläming

Zur Erinnerung: Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass die MAZ ihre Leser nach den schlechtesten Straßen der Region gefragt hat. Die Aktion erntete großen Widerhall, die Leser schlugen zahlreiche Straßen vor, fast alle tatsächlich in erbärmlichem Zustand.

Jetzt hat die Redaktion sich die genannten Straßen ein zweites Mal angeschaut. Gab es Entwicklungen? Verbesserungen? Hat sich irgendetwas getan? Das ernüchternde Ergebnis: Leider nein. Nicht bei der Jüterboger Lindenstraße, nicht bei den Landesstraßen 791 und 742, nicht beim Zossener Schäfereiweg.

Wobei es rund um die schlimmste Straße, die Jüterboger Lindenstraße, aktuell zumindest Bewegung gibt. Schon 2017 war ein Ingenieurbüro mit der Planung befasst. Aber Planung dauert eben.

Die Jüterboger Lindenstraße im Sommer. Spurhalten unmöglich. Quelle: Isabelle Richter

Inzwischen sei der Entwurf fast fertig, sagt Bürgermeister Arne Raue (parteilos), der selbst bemerkenswert findet, wie lange die Bürger den Zustand der Straße akzeptiert haben. Die Stadt wolle nun eine Asphaltdecke aufbringen lassen, Gehwege und Straßenbeleuchtung erneuern und ein Entwässerungssystem anlegen, sagt er. Raue zeigt sich zuversichtlich, dass es 2019 los gehen kann.

Anwohner protestieren wegen hoher Kosten

Die Stadt hat für das Millionenprojekt sogar Fördergeld akquiriert. Bevor die Baumaschinen anrücken können, müssen aber erst einmal die Anwohner ihr Votum abgeben – und da könnte es noch einmal haarig werden. Denn viele haben zwar die Sanierung gefordert, nun protestieren sie aber wegen der hohen Kosten. Auf die wenigen Anlieger kommen offenbar Ausbaubeiträge in sechsstelliger Höhe zu. Die Verwaltung prüfe derzeit Vorschläge zur Kostensenkung, sagt Bauamtsleiterin Kira Wenngatz. Bevor die Lindenstraße angstfrei befahrbar ist, werden also noch viele Monate vergehen.

Die L 74 bei Teupitz ist ein einziger Flickenteppich. Die Straße braucht dringend eine Generalüberholung. Quelle: Andrea Müller

Noch unkonkreter ist die Aussicht an der L 74, die als Ortsdurchfahrt für mehrere Gemeinden im Amt Schenkenländchen fungiert. Die Straße war 2017 ein Flickenteppich aus Kopfsteinpflaster und vielen Schichten Kaltasphalt, und sie ist es noch immer. Dirk Schierhorn, Bürgermeister von Teupitz, versucht das Positive zu sehen: „Schlechter geht es nicht mehr“, sagt er. Aber natürlich ist er die Situation leid. Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber: Nachdem die Bürgermeister zu Jahresbeginn mal wieder im Ministerium vorstellig wurden, gab es eine unerwartet positive Rückmeldung. Es werde an einer Prioritätenliste gearbeitet, die L 74 soll darauf landen, hieß es.

Das bestätigt auch Ministeriumssprecher Steffen Streu. Ein Sanierungsbedarf sei festgestellt worden, sagt er. „Es ist aber nicht klar, wann tatsächlich etwas gemacht wird.“

Kein neuer Stand bei der L791

Zur L 791, die durch Speerenberg führt und dort ebenfalls die Autofahrer verzweifeln lässt, gibt es dagegen keinen neuen Stand. Die Straße ist und bleibt ruinös.

Gleiches gilt auch für die vielen Anwohnerstraßen, die genannt wurden. Etwa den Meisterweg in Luckenwalde, einen zerfahrenen Plattenweg, der trotz der Anliegerklagen keine Priorität genießt. Zumal auch dort Anliegerbeiträge fällig würden, weshalb nicht alle Anlieger eine Sanierung befürworten, wie der Leiter des Straßenamtes, Jürgen Schmeier, sagt.

Nur für Mond- und Militärfahrzeuge nutzbar

An den Beiträgen scheitert auch der Ausbau des Schäferei-Wegs in Zossen. Gut die Hälfte der Anlieger stellt sich auf Grund der zu erwartenden Kosten dagegen – dabei ist die Straße inzwischen so zerfahren, dass sie maximal noch für Mond- und Militärfahrzeuge nutzbar ist. „Im Winter kann man sie nicht einmal mehr langlaufen“, sagt Anlieger Thorsten Kniesigk.

Kniesigk ist derart genervt, dass er sie am liebsten selbst sanieren würde. „Das würde sicher auch Kosten sparen“, glaubt er. „Die Stadt will ja gleich eine Entwässerung, einen Bürgersteig und Straßenlaternen bauen. Darauf könnte ein Privater womöglich verzichten.“ Aber auf ein solches Konstrukt mag sich die Stadt nicht einlassen. Sie wartet vielmehr auf grünes Licht von der Mehrheit der Anwohner. So lange das nicht kommt, wird der Schäfereiweg unpassierbar bleiben.

Von Oliver Fischer Victoria Barnack

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