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Teltow-Fläming DRK-Kreisvorsitzender Jan Spitalsky: „Sterntaler ist wie ein kleiner Leuchtturm“
Lokales Teltow-Fläming

MAZ-Sterntaler 2020: Interview mit dem DRK-Kreisvorsitzenden Jan Spitalsky

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18:05 27.11.2020
Der ehemalige Kreisvorsitzende Harald-Albert Swik des DRK Fläming-Spreewald e.V. (l.) Seite an Seite mit seinem Nachfolger Jan Spitalsky, der in diesem Jahr seinen Posten übernommen hat und nun auch die Sterntaler-Aktion mitbetreut.
Der ehemalige Kreisvorsitzende Harald-Albert Swik des DRK Fläming-Spreewald e.V. (l.) Seite an Seite mit seinem Nachfolger Jan Spitalsky, der in diesem Jahr seinen Posten übernommen hat und nun auch die Sterntaler-Aktion mitbetreut. Quelle: DRK
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Luckenwalde

Die erste Kerze auf dem Adventskranz wird morgen angezündet – spätestens jetzt geht es in der MAZ Redaktion wieder weihnachtlich zur Sache. Seit 2013 ruft der Regionalverlag Dahmeland-Fläming gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e.V. in der Sterntaler-Aktion auf, hilfsbedürftigen Menschen aus der Region durch Spenden ein unvergessliches Weihnachtsfest zu bescheren. In diesem Jahr zum ersten Mal in der Position des DRK Kreisvorsitzenden mit dabei: Jan Spitalsky. Im Interview spricht er über rührende Momente, Corona und Wunschzettel.

Als Kreisvorsitzender des DRK sind Sie zum ersten Mal bei unserer gemeinsamen Sterntaler-Aktion mit dabei. Welche Erwartungen haben Sie?

Jan Spitalsky: Bereits in den vergangenen Jahren konnte ich die Sterntaler-Aktion gut mitverfolgen und war begeistert von der Hilfsbereitschaft und dem Engagement der Menschen aus unserer Region. Die Kernaussage der Sterntaler-Aktion ist es, füreinander da zu sein und sich unter die Arme zu greifen, sodass ich hoffe – nein, glaube für mich– dass wir das gemeinsam auch in diesem Jahr fortsetzen werden.

Wie stimmt sich der DRK-Kreisverband auf die neue Sterntalerrunde ein?

Als Deutsches Rotes Kreuz liegt es ja fast schon in unserer DNA zu helfen und die Sterntaler Aktion ergänzt unsere tägliche Arbeit, mit der wir Menschen in Not unterstützen wollen. Wir organisieren und stellen unsere Fachkenntnisse in Bezug auf die Abwicklung von Spenden zur Verfügung, die MAZ übernimmt größtenteils die Öffentlichkeitsarbeit – aber alles andere machen am Ende natürlich die Spender. In diesem Jahr wollen wir Frauenhäuser und die Tafeln in den Fokus rücken – Organisationen die ganz besonders auf Unterstützung von außen angewiesen sind.

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Was bedeutet Sterntaler für Sie persönlich?

In erster Linie ist die Sterntaler-Aktion eine unkomplizierte Hilfe in der Not. Ohne groß Anträge zu stellen oder sich durch Behördendschungel zu wühlen, kann geholfen werden.

Insbesondere Personen, die plötzlich ganz unverhofft einen Schicksalsschlag erlitten haben, befinden sich oft in Notlagen die schnelle unbürokratische Hilfe erfordern. Sterntaler ist da so etwas wie ein kleiner Leuchtturm auf hoher See. Dazu gehört für mich auch die Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen, die Menschen in Not zur Seite stehen.

Was glauben Sie, macht den Erfolg des Projektes aus?

Bei dem Sterntaler-Projekt spenden Menschen aus der Region für Menschen in der Region. Damit geht das Geld nicht ans andere Ende der Welt, sondern es wird direkt vor der Haustür geholfen. Durch die Arbeit der MAZ werden die Familien, Einrichtungen und Projekte zudem vorgestellt, sodass die Unterstützung greifbar wird.

Ich glaube auch dass wir vielen Menschen in Not damit einen Lichtblick geben. Es ist natürlich nur ein kleiner Tropfen im Ozean, aber die Symbolik, dass die Gemeinschaft einem Rückhalt geben kann, ist gerade in Zeiten wie diese sehr wichtig.

Hier können Sie spenden

Ganz besonders in diesem Jahr kam es durch Corona zu finanziellen Einbußen, verlorenen Arbeitsplätzen aber auch verstärkter häuslicher Gewalt. Mithilfe ihrer Spenden wollen wir hilfsbedürftigen Familien und den Frauenhäuser und Tafeln aus den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming helfen und damit die wichtige Arbeit dieser Einrichtungen unterstützen.

Wer sich an dem Sterntaler-Spendenaufruf beteiligen will, macht das bitte unter dem Sterntaler-Spendenkonto der DRK Fläming-Spreewald e.V.:

Die Daten des Sterntaler-Spendenkontos lauten: DRK Fläming-Spreewald. IBAN: DE30 1605 0000 36330275 39. Verwendungszweck: „Sterntaler“.

Wer eine Spendenquittung benötigt, schreibt im Verwendungszweck: „Sterntaler+ den Namen und Anschrift“.

Und aufgepasst! Die MAZ veröffentlicht im Zuge der Aktion die Spendenamen in der Zeitung. Ist das nicht gewünscht, im Verwendungszweck “Sterntaler Anonym“ angeben.

Könnte unsere Sterntaler-Aktion durch das Corona-Jahr nochmals an Bedeutung gewonnen haben?

Das Jahr 2020 war ohne jeden Zweifel ein hartes Jahr für alle von uns. Und es ist noch immer nicht absehbar, wie es in Zukunft weitergeht. Was passiert mit dem Kurzarbeitergeld? Auf wie viel staatliche Unterstützung kann man hoffen? Und vor allem: was passiert, wenn das Insolvenzrecht wieder in Kraft tritt? Ein Teil unserer Wirtschaft basiert auf Gastronomie und Kultur und ich fürchte, dass immer mehr Unternehmen und Einzelpersonen vor ihrem persönlichen Ruin stehen werden. Projekte wie Sterntaler können Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, darum auch mental unterstützen und gesellschaftlichen Zusammenhalt symbolisieren.

Was ist für sie persönlich, das Schönste an der Weihnachtszeit?

Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Und das muss man sagen: Corona hat es geschafft, dass man die gemeinsame Zeit mit seinen Liebsten nun noch viel intensiver nutzt. Anstelle des Weihnachtsmarathon mit Besuchen bei Großeltern und Verwandten wird dieses Jahr eher in der Kleinstfamilie gefeiert, ganz besinnlich und ohne viel Hektik.

Und was erhoffen Sie sich für das kommende Jahr 2021?

Ganz platt: Das Corona nicht mehr da ist. Ansonsten hoffe ich, dass uns wichtige Themenfelder wie Klimaschutz noch über die nächsten Jahre begleiten und noch weiter in den Fokus rücken werden.

Von Alexandra Brechlin