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Teltow-Fläming Sterntaler-Spendenaktion: Suchtberatung in Mahlow bekommt Geschenke
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MAZ-Sterntaler-Spendenaktion: Suchtberatung in Blankenfelde-Mahlow bekommt Geschenke

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14:26 26.12.2021
Ein Auto voller Geschenke: Die Sozialarbeiter Franziska Weise und Torsten Hönemann von der Suchtberatung des Vereins ICHTHYS in Mahlow freuen sich über die vielen Spenden aus der Sterntaler-Aktion.
Ein Auto voller Geschenke: Die Sozialarbeiter Franziska Weise und Torsten Hönemann von der Suchtberatung des Vereins ICHTHYS in Mahlow freuen sich über die vielen Spenden aus der Sterntaler-Aktion. Quelle: Lisa Neugebauer
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Blankenfelde-Mahlow

Als die Kofferraumklappe aufgeht, staunen Franziska Weise und Torsten Hönemann nicht schlecht über die großen Geschenke, die sich da in dem Kleinwagen stapeln. Der Verein für Abhängigenhilfe, das Christliche Sozialwerk ICHTHYS, in Blankenfelde-Mahlow hatte sich von der MAZ-Sterntaler-Aktion vor allem neue Technik gewünscht – und mit Hilfe der Spenden der Leser konnte dieser Wunsch erfüllt werden.

Zwei neue Computer und einen Laptop kann der Verein nun sein Eigen nennen. Mit der Technik will ICHTHYS sein Online-Angebot für die Beratung von Suchtkranken ausbauen. Was der Verein im Lockdown notgedrungen angefangen hatte – meist über die privaten Rechner der Mitarbeitenden – sieht er auch als Chance: Gefährdete müssen mithilfe einer Online-Beratung unter Umständen gar nicht das Haus verlassen, um Hilfe zu bekommen.

Auf dem Wunschzettel des Vereins stand außerdem ein Unterstand für Fahrräder, denn viele Klienten kommen mit dem Rad, weil die Verbindung zum öffentlichen Nahverkehr eher schlecht ist, beziehungsweise einige Bus und Bahn wegen der Corona-Lage aus Angst meiden. Auch diesen Unterstand wird ICHTHYS über die Sterntaleraktion bekommen – allerdings erst nach Weihnachten, denn in den Kleinwagen hat der nicht gepasst.

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Weihnachten für viele Suchtkranke besonders schwer

Seit 1992 arbeitet ICHTHYS mit Abhängigen oder Suchtgefährdeten und deren Angehörigen in Mahlow. Der Verein hat dafür verschiedene Angebote, darunter eine Übergangseinrichtung, eine Tagesstätte sowie eine Suchtberatungsstelle. Letztere sei auch während der Weihnachtsfeiertage über ein Notfalltelefon erreichbar, sagt die therapeutische Leiterin Franziska Weise, denn Weihnachten sei für viele Suchtkranke eine schwere Zeit.

„An Weihnachten spürt man die Einsamkeit besonders“, sagt Weise. „Selbst die Klienten, die in einer Wohngemeinschaft leben, sind an den Feiertagen nicht unbedingt da, wo sie gern wären.“ Wer es sich aufgrund seiner Erkrankung aber mit Familie und Freunden verscherzt habe, fühle sich gerade an Weihnachten allein, sagt Sozialarbeiter Torsten Hönemann.

„Die Klienten sollen merken: Weihnachten kann auch schön sein“

Um Schlimmeres zu vermeiden, sei es wichtig, dass die Sozialarbeiter und -therapeuten ansprechbar seien, sagt Weise. Letztes Jahr sei sie an Heiligabend sogar noch einmal ins betreute Wohnen gefahren, um einen der Klienten zu helfen. „Besser man nimmt sich diese halbe Stunde Zeit, als die Entwicklung von Monaten oder Jahren kaputtzumachen“, sagt sie.

Vor trüben Gedanken sind auch die Menschen, die im stationären und betreuten Wohnen bei ICHTHYS leben, nicht geschützt. Die Sozialarbeiter versuchen aber, ihnen das Weihnachtsfest so schön wie möglich zu machen. Das Wohnzimmer wird geschmückt, es gibt ein Festtagsessen, eine Bescherung, Gesang und den Besuch des Pastors. „Die Klienten sollen merken: Weihnachten kann auch schön sein“, sagt Hönemann.

Von Lisa Neugebauer