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Teltow-Fläming Markttreiben bei Schnee und Kälte
Lokales Teltow-Fläming Markttreiben bei Schnee und Kälte
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00:20 21.01.2018
Trotz Schneeregens und winterlicher Temperaturen herrschte am Donnerstag auf dem Wochenmarkt am Stand von „Juttas Jeflügel Mobil“ aus Luckenwalde Andrang. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Bei drei Grad Celsius, Schneeregen und vorhergesagtem Sturm zeigte sich der Luckenwalder Wochenmarkt am Donnerstag dünner besiedelt als sonst. Ganze fünf Verkaufswagen-Anbieter hatten sich am zweiten Markttag des neuen Jahres auf den Platz getraut.

Carmen Schwarzkopf von der Landbrot-Bäckerei Rainer Dennler aus Klein Schulzendorf. Quelle: Elinor Wenke

Doch denen machten Schneematsch und Kälte offenbar nichts aus. „Ich komme seit 17 Jahren jeden Donnerstag hierher, erst als Angestellte und seit zwei Jahren als Selbstständige“, sagte Jutta Jänicke von „Juttas Jeflügel Mobil“ aus Luckenwalde. Um 6 Uhr hatte sie ihren Stand aufgebaut. Vom Suppenhuhn über Gänseschmalz und Hähnchen-Steaks bis zur Rehkeule bietet sie ihre deftigen Waren frisch an. Außer im Urlaub lässt sie auch bei extremem Wetter keinen Markttag sausen. Sonderlich dick angezogen hatte sie sich nicht. „In meinem Wagen bin ich geschützt und außerdem abgehärtet“, sagte sie.

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Ihre Kunden sind vor allem Stammgäste – wie Margot und Klaus-Peter Borch aus Luckenwalde. „Wir kommen seit 21 Jahren jede Woche her“, berichtete Klaus-Peter Borch, „um Frisches zu kaufen und auch, um Bekannte zu treffen.“ Am Donnerstag gönnte sich das Rentner-Ehepaar erst mal einen heißen Kaffee zum Aufwärmen.

Suppenhuhn geht bei Kälte am besten

Auch die 85-jährige Gerda Gategast aus Luckenwalde ließ sich vom Wetter nicht abschrecken und nahm sich ein frisches halbes Suppenhuhn mit. „Suppenhuhn geht heute am besten“, erklärte die 46-jährige Standbetreiberin, „bei dem Wetter brauchen die Leute eine kräftige Brühe.“ Helga Fedtke (74) ist Stammkundin bei Jutta Jänicke, liebt vor allem die gefüllten Geflügel-Rouladen und hält auch immer ein Schwätzchen mit der Verkäuferin. „Man muss fit bleiben, deshalb gehe ich bei jedem Wetter raus“, so Helga Fedtke.

Am Verkaufswagen der Landbrot-Bäckerei Rainer Dennler aus Klein Schulzendorf hatte Carmen Schwarzkopf gut zu tun. Im Angebot hat sie das Hausbrot, vier Sorten Spezialbrot, Weißbrot, Brötchen und Kuchen. Mit Leggings unter den Jeans, Stiefeln, Hemd, Pullover und dicker Jacke hatte sie sich wintertauglich angezogen. „Ich selbst komme seit acht Jahren her. Wir haben viele Stammkunden, die auch ihre Bestellungen abgeben“, sagt sie. Zu ihnen gehört Kirsten Majewski; sie nahm sich als „Seelentröster“ einen Schokostreifen mit.

Verärgert über gestiegene Marktgebühren

Als winterfest erwiesen sich am Donnerstag außerdem das Fisch-Mobil Suhr aus Langennaundorf, Fleischer Lehmann aus Trebbin und Bäckerei Kotte aus Jessen.

Verärgert sind die Händler über die gestiegenen Marktgebühren. Fünf Cent mehr pro Quadratmeter Standfläche müssen sie in diesem Jahr berappen. „Damit lockt man keine Händler an“, sagt Jutta Jänicke, „und auf anderen Märkten geht es doch auch. In Trebbin zum Beispiel zahle ich weniger.“

Von Elinor Wenke

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