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Teltow-Fläming Mehr Grundstücke für Altes Lager
Lokales Teltow-Fläming Mehr Grundstücke für Altes Lager
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08:01 01.02.2018
Klaus Pollmann, Ortsvorsteher von Altes Lager. Quelle: Foto: Josefine Sack
Niedergörsdorf

Der Sitzungssaal in der Gemeindeverwaltung Niedergörsdorf war am Dienstagabend voll besetzt. Viele Einwohner waren zum Bauausschuss gekommen, um sich vor allem über den Tagesordnungspunkt sechs zu informieren. Dabei ging es um die Erweiterung der Schulsiedlung in Altes Lager mit weiteren Möglichkeiten für Häuslebauer.

Nicht der richtige Weg

Die Gemeinde möchte die dort freie Fläche entlang der Bundesstraße nutzen. Von der Schulsiedlung bis hin zur Baumschule Marzahna sollen weitere Grundstücke für Einfamilienhäuser entstehen. Dafür soll in Zukunft ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Nach kurzer Erläuterung des Vorhabens von Bauamtsleiterin Claudia Neumann wurde die Diskussion zum Thema eröffnet.

Dabei zeigte sich nicht jeder Einwohner glücklich über die Idee. Helmut Stark von der Fraktion CDU äußerte dazu seine Bedenken. „Jetzt einfach hier loszulegen und die Bundesstraße zuzubauen ist nicht der richtige Weg“, erklärte er. Seiner Meinung nach gäbe es in dem Ortsteil genug andere Lücken, die zunächst einmal geschlossen werden müssten. Außerdem befürchtet Stark durch die zusätzliche Bebauung ein noch höheres Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße.

Chance auf mehr Einwohner

Bürgermeister Wilfried Rauhut (parteilos) zeigte sich offen für eine Diskussion, gab aber auch zu verstehen, dass von weiteren Grundstücken in Altes Lager die ganze Gemeinde profitiere. Denn der Ort sei mit 1800 von insgesamt 6200 Einwohnern in der Gemeinde Niedergörsdorf der größte Ortsteil. Zudem sei er wegen der bestehenden Anbindung nach Jüterbog, Potsdam und Berlin für Familien interessant geworden.

„Es ist die einzige Chance, um Einwohner zu gewinnen“, sagte Wilfried Rauhut. Auch Klaus Pollmann (Linke) erklärte seinen Standpunkt zum Thema. „Die Diskussion über Verkehrsberuhigung werden wir nicht erst bekommen, die haben wir schon. Das wird sich auch nicht dadurch ändern, dass dort mehr oder weniger Leute wohnen“, sagte der Ortsvorsteher von Altes Lager.

Möglichkeiten zur Umlenkung des Verkehrs

Pollmann glaube sogar, dass man durch mehr Einwohner wichtige Stimmen gewinnen könne, die zur Durchsetzung einer Verkehrsberuhigung an der Bundesstraße hilfreich wären. „Des Weiteren sollte man auch darüber Nachdenken, wie man den Verkehr umlenkt. Nämlich durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs“, so Pollmann weiter.

Der Ortsvorsteher hat das Vorhaben bereits im Ort bekannt gemacht und berichtet dazu: „Was ich bisher wahrgenommen habe ist, dass man es grundsätzlich begrüßt, dass dieser Lückenschluss hier stattfindet.“ Dennoch ist klar – hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Von Isabelle Richter