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Teltow-Fläming Mehr Wildunfälle durch Zeitumstellung
Lokales Teltow-Fläming Mehr Wildunfälle durch Zeitumstellung
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06:03 29.10.2019
Die Zahl der Wildunfälle steigt Quelle: Koormann
Teltow-Fläming

Achtung, Autofahrer! Durch die Zeitumstellung steigt das Risiko für Wildunfälle. Denn die Pendler sind jetzt wieder in der Dämmerung unterwegs und das ist genau die Zeit, wo Wildschweine, Rehe und Hirsche vermehrt auf Nahrungssuche sind und die Straßen überqueren. Rund 233.000 Wildunfälle gibt es jährlich auf deutschen Strassen. Davon rund 1000 im Landkreis Teltow-Fläming. Allein am 15.Oktober gab es gleich drei Unfälle nach Wildwechseln. Erst lief ein Reh in Dabendorf in ein Auto und verendete, später prallten in Neuhof erneut ein Pkw und ein Reh zusammen. Am Kummersdorf-Gut kollidierte ein Pkw mit einem Wildschwein. Im Schnitt passiert laut Deutschem Jagdverband (DJV) alle zweieinhalb Minuten ein Unfall mit Wildbeteiligung. Teltow-Flämings Kreisjagdberater Ortwin Seier rät Autofahrern jetzt zu mehr Wachsamkeit.

Das höchste Risiko für einen Zusammenstoß besteht zwischen 6 und 8 Uhr in der Morgendämmerung, genau während des Berufsverkehrs. „Das Wild hat seine eigene innere Uhr und ist auf die Zeitumstellung nicht eingestellt. Der Herbst ist abgesehen davon generell eine sehr akute Zeit. Autofahrer sollten sich darauf einstellen, dass jederzeit Wildwechsel stattfindet“, so Ortwin Seier. Beim Aufprall wirken sehr starke Kräfte aufs Fahrzeug. Bei Tempo 60 wiegt so ein Rothirsch dann soviel wie ein ausgewachsener Elefant (5 Tonnen). Ein Dammhirsch wie ein Nilpferd (2, 5 Tonnen) oder ein Wildschwein wie ein Nashorn (3, 5 Tonnen).

Rehe verursachen die meisten Unfälle

Laut DJV gibt es jährlich rund 3000 Verletzte und bis zu zehn tote Verkehrsteilnehmer durch Wildunfälle auf Deutschlands Straßen. 2018 gab es 959 angezeigte Wildunfälle im Landkreis Teltow Fläming. Mit 14 verletzten Autofahrern. Polizeisprecherin Therese Franz von der Polizeidirektion West: „Im ersten Halbjahr (Januar – Juni) 2019 gibt es im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 eine leicht steigende Tendenz bei Wildunfällen.“ Laut Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) kommen am häufigsten Rehe unter die Räder. Sie liegen bei 41 Prozent in der Unfallstatistik. Gefolgt von Hasen und Kaninchen auf Platz zwei (10 Prozent). Es folgen Fuchs (8 Prozent), Wildschwein und Vögel (beide 6 Prozent) dann Marder-, Iltis und Wiesel (5 Prozent).

Bisher gibt es noch keine Lösung für das Problem, dass Wildtiere auf die Straße laufen, sie kennen auch keine Verkehrsregeln. Der Kreisjagdberater Ortwin Seier rät: „Nicht schneller als Tempo 70 bis 80 fahren, immer den Straßenrand beobachten, auf Bewegungen achten und gegebenenfalls die Geschwindigkeit verlangsamen. Aber nie eine Vollbremsung machen, da das sehr gefährlich werden kann.“

Mit der Video-Kampagne „Tiere kennen keine Verhaltensregeln“ machen DJV und ACV Automobilclub Verkehr jetzt Autofahrer über die Gefahren von Wildunfällen aufmerksam und informieren über Präventionsmaßnahmen. Besonders Fahrschüler und junge Fahrer sind angesprochen.

Weitere Informationen gibt es auf www.wildunfall-vermeiden.de

Von Marlene Schmidt

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