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Teltow-Fläming „Meta Dada“-Premiere auf dem Gutshof
Lokales Teltow-Fläming „Meta Dada“-Premiere auf dem Gutshof
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02:22 21.05.2018
Das Industriedenkmal alte Brennerei auf dem Gutshof Genshagen war perfekter Premierenort für das Kreativ-Festival „Meta Dada“.
Das Industriedenkmal alte Brennerei auf dem Gutshof Genshagen war perfekter Premierenort für das Kreativ-Festival „Meta Dada“. Quelle: Foto: Matt Stewart
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Genshagen

Eine neue Kunstform erlebte der Gutshof Genshagen: 80 kreative junge Leute aus Deutschland und Europa fanden sich dort für 36 Stunden erstmals zu einem Festival „Meta Dada“ zusammen. Sie verwandelten das Gelände in eine Geburtsstätte neuer Werke.

Die hatten wenig Herkömmliches, Technologie und Kunst verschmolzen. Ergebnisse waren Workshops, Installationen, Performances, Vorträge und Live-Musik. Vieles entstand erst; so die Performance „Arduino Funk“. Ihr Kern ist ein vor Ort programmierter Minicomputer, er reagiert mit Lauten auf die Bewegung von Pantomimen. Ein dadaistischer Kurzfilm wurde entwickelt, gedreht, geschnitten und gezeigt.

Eine ungewöhnliche Premiere erlebte jetzt das Industriedenkmal alte Brennerei auf dem Gutshof Genshagen: Dutzende junger Menschen treffen sich zu einem 36-Stunden-Festival, das sie „Meta Dada“ nennen.

Nach 100 Jahren Dadaismus mit heutiger Brille

Vier Organisatoren aus Berlin wollten Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft zusammen bringen, eine Plattform für gemeinsame Kunst schaffen und sich mit Technologie auseinander zu setzen. Das sollte den Austausch und transdisziplinäres künstlerisches Arbeiten fördern. Der Festivalname Meta Dada entstammt der Idee, den Dadaismus nach 100 Jahren wieder aufleben zu lassen, seine Perspektive als Brille auf die heutige technologisierte Welt zu nutzen.

Wetterfahne auf dem Baudenkmal Brennerei Genshagen Quelle: Jutta Abromeit

Digitaltechnik gehört inzwischen zum Alltag, sie bestimmt ihn sogar oft, ohne dass jeder weiß, was mit den Daten passiert. Daneben wollten die jungen Leute wissen: Was passiert, wenn man Daten neue Formen verleiht, sie ins Absurde verzerrt? „Wie der Name sagt  – von Data zu Dada“, erklärt Mitorganisatorin Nora Wagner. Darüber haben sie nicht nur reden wollen, sondern gemeinsam etwas schaffen. „Wir wollten zeigen: Zwischenmenschliche Aktion ist nach wie vor eine tief menschliche Erfahrung fernab von Technologie, sie schafft einzigartige Erinnerungen“, so Wagner.

„Tolle kreative junge Menschen, die den Gutshof belebt haben“

Die Organisatoren sehen die Festival-Premiere als vollen Erfolg. Sowohl Schaffende als auch die Organisatoren und Gutshofbesitzer Heinz Sostak waren begeistert. Sie schreiben in einer Erklärung fürs Internet, der Gutshof habe sich als perfekter Ort und Wiege der Kreativität erwiesen. „Die dort entstandenen Werke und Verbindungen werden nun in andere Teile Deutschlands und Europas weiter getragen“, heißt es.

Organisator Matt Stewart sagte: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Gutshof bald ein kreativer Hub (Teffpunkt/Zentrum, d.Red.) am Rande Berlins wird.“ Man sei sehr stolz, dass sich das Festival in anderthalb Tagen so entwickelte, trotz besonderer Herausforderungen beim ersten Mal. Stewart erklärt: „Ich bin mir sicher, dass alle inspiriert sind, mit neuen Freunden und bleibenden Erinnerungen.“ Gutshofchef Sostak ist fast sprachlos: „Tolle kreative junge Menschen, die den Gutshof belebt haben. Ein fantastisches Happening!“

Von Jutta Abromeit