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Teltow-Fläming Vor-Ort-Gespräch mit den Kameraden
Lokales Teltow-Fläming Vor-Ort-Gespräch mit den Kameraden
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15:27 09.05.2019
Doreen Boßdorf, Mike Bischoff, Erik Stohn und Karolin Geier (v.l.n.r.) bei der Diskussionsrunde in der Zellendorfer Wehr. Quelle: Isabelle Richter
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Zellendorf

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion machte am Dienstagabend an der Niedergörsdorfer Schwerpunktwehr Halt, um mit den Kameraden vor Ort über die Erfahrungen ihrer vergangenen Dienstjahre sowie ihre Wünsche und Anregungen für die Zukunft zu sprechen. Ebenfalls anwesend waren neben Mike Bischoff auch der SPD-Lantagsabgeordnete Erik Stohn, Niedergörsdorfs Bürgermeisterin Doreen Boßdorf (Bürgergemeinschaft) und die Zellendorferin und SPD-Kandidatin für die Niedergörsdorfer Gemeindevertretung, Karolin Geier.

Kameraden brauchen Förderung für ihre Projekte

Thematisiert wurde die prekäre Finanzsituation der ländlichen Kommunen. Über die Gemeinde Niedergörsdorf sagte Bürgermeisterin Doreen Boßdorf: „Wir haben Schwierigkeiten, die Kosten des Brandschutzes abzudecken. Allein kann das so eine Gemeinde nicht stemmen.“ Aus diesem Grund seien die Kommunen unbedingt weiter auf die Unterstützung des Landes Brandenburg angewiesen. Umso bedauerlicher sei deshalb die Tatsache, dass eine Verlängerung oder Neuauflage des Kommunalinvestitionsprogramms – kurz KIP – nicht vorgesehen sei.

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Viele Bauprojekte zur weiteren Entwicklung der Wehren befänden sich aber bereits in der Planung. Darunter auch der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Zellendorf. Ohne Fördermittel sei eine Umsetzung jedoch nicht möglich. Dies bestätigte am Dienstag auch Dahmes Amtswehrführer, Karsten Schmidt. Er erklärte während der Gesprächsrunde zum KIP: „Es muss weitergehen, ansonsten sind alle unsere Projekte gestorben. Unser Amtsausschuss wird denen nicht zustimmen, wenn keine Förderung kommt.“

Viele Kameraden nutzen die Gesprächsrunde am Standort Zellendorf. Quelle: Isabelle Richter

Darüber hinaus machte Schmidt auch darauf aufmerksam, dass die Freiwillige Feuerwehr sich in Brandenburg mittlerweile zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickelt habe. Während im Süden des Kreises jede Neuanschaffung eine Herausforderung sei, hätten die Kameraden im Norden wegen der hohen Gewerbesteuereinnahmen ihrer Kommunen kaum finanzielle Probleme. „Wir wollen nicht rumjammern, aber wir löschen das Feuer auch nicht anders und müssen das Gleiche leisten. Und nur, weil wir die Einnahmen nicht haben, sind unsere Wehren schlechter ausgestattet“, ergänzte Niedergörsdorfs Gemeindewehrführer Patrick Bellin dazu.

Mike Bischoff entgegnete daraufhin, dass die SPD das KIP erneut in ihr Wahlprogramm für die Landtagswahl am 1. September mit aufgenommen habe und sich in der kommenden Wahlperiode für eine Fortführung des Förderprogramms einsetzen möchte. Zudem sollen Förderungen dann ausschließlich an ländliche Kommunen vergeben werden, um dem finanziellen Ungleichgewicht entgegenzuwirken.

Zuständigkeit muss eindeutiger geregelt werden

Ebenfalls durch die Kameraden angeregt wurde auch die problematische Löschwasserversorgung in den ländlichen Regionen. Patrick Bellin berichtete von vielen ausgetrockneten Dorfteichen im Gemeindegebiet. Auch die alternativen Löschwasserentnahmestellen bezeichneten die Kameraden vor Ort als „Grauen“.

Darüber hinaus müsse aus Sicht der Einsatzkräfte das Zuständigkeitsgesetz überarbeitet werden. Denn, dass die Kameraden immer häufiger auch zu banalen Einsätzen wie der Beseitigung von Ölspuren oder dem Öffnen von Türen ausrücken müssen, sei aus Sicht der Kameraden ein Unding. Hierfür seien schließlich andere Behörden zuständig. Weil diese oftmals aber zu später Stunde nicht mehr erreichbar seien, werde die Arbeit einfach die Ehrenamtler abgewälzt. Auch hierfür zeigte Mike Bischoff Verständnis und versprach diese Anregung als Diskussionsgrundlage mitzunehmen.

Von Isabelle Richter

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