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Teltow-Fläming Mit dem Rollstuhl zum Gemüsemarkt
Lokales Teltow-Fläming Mit dem Rollstuhl zum Gemüsemarkt
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17:57 23.05.2013
KLEINBEUTHEN

de. In Mosambik wurden die ersten von Ihrem Verein finanzierten Rollstühle für Behinderte übergeben. Was ist das für ein Projekt?

Jürgen Leskien: Unser Verein ist in der Provinz Manica, das ist in Zentralmosambik, konkret in der Stadt Manica, aktiv. Unsere Partner sind dort Frauen und Männer einer regionalen Nichtregierungsorganisation (NGO). Gemeinsam helfen wir Minenopfern und Geschädigten durch Kinderlähmung, ihre Lebensumstände zu verbessern, lassen vor Ort Rollstühle bauen. Im vergangenen Jahr waren es sechs „Tirciclos“, 2013 werden es 24 sein.

Woher kommt das Geld?

Leskien: Aus Spenden, die wir als Verein zusammentragen. Dass wir in diesem Jahr allerdings vierundzwanzig Leuten mit den „Tirciclos“ helfen können, war nur möglich, weil unser Vorhaben durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken Berlin finanziell unterstützt wurde.

Die Rollstühle sehen sehr robust aus. Wer produziert die Fahrzeuge?

Leskien: Die „Tricis“ werden in Chimoio in zwei Kleinbetrieben gebaut. Acht Schlosser, Schweißer haben auf diese Art zwei Monate Arbeit. Diese Arbeitsbeschaffung ist Teil unseres Projektes. Die Rollstühle müssen robust sein. Die Wege in den Vorstadtsiedlungen, in den Bairros, sind selten eben. Und wir möchten, dass die Fahrer auch mit einer Kiste selbst gezogenen Gemüses damit zum Markt fahren können, um so ein wenig Geld zu verdienen und auf diese Weise die wirtschaftlichen Verhältnisse in ihren Familien zu verbessern. Für den „Trici“-Rahmen werden Materialien verwandt, wie es sie in der Stadt zu kaufen gibt. Zum Beispiel Rohre, die Installateure verwenden. Die beweglichen Teile besorgt der Fahrradhändler in der Hauptstadt, in Maputo. Alles soll unkompliziert zu reparieren sein.

Wie kam es eigentlich zu dem Verein mit Sitz Kleinbeuthen, dessen Vorsitzender Sie sind und der sich in Afrika engagiert?

Leskien: Die meisten unserer Mitglieder aus Ludwigsfelde, Trebbin und Teltow standen den Leuten dort im südlichen Afrika schon zu DDR-Zeiten bei und haben ihre Erfahrungen gemacht. Das ging dann auch nach 1990 weiter. So waren einige von uns am „Kutterprojekt für Angola“ beteiligt. Von den 210 000 D-Mark gesammelter Spenden – und auch von den „Nord-Süd-Brücken“ unterstützt – wurde von der Treuhand ein Kutter des ehemaligen VEB Fischkombinates gekauft, der in Rostock-Warnemünde an der Kette lag. Den „Hammerhai“ haben wir nach Luanda überführt. Damit konnten zwölf Fischer einer Kooperativen nun wieder arbeiten, nachdem ihre Boote und Motoren im Bürgerkrieg zerstört worden waren. Den Kutter mussten sie mit einem Teil des Fanges allerdings „abzahlen“, so war der Vertrag, das Geld ging an ein Kinderkrankenhaus in Südangola.

Vor den „Tricis“ hatte Ihr Verein bereits andere Vorhaben vor Ort finanziell unterstützt. Welche waren das?

Leskien: Er hat in Mosambik den Bau von Maismühlen und Bienenkästen unterstützt und in Guinea- Bissau eine von Frauen organisierte Alphabetisierungskampagne in einem der Dörfer ohne Strom und fließendes Wasser mitfinanziert. Nahe Manica lebt, aus beruflichen Gründen, eines unserer Vereinsmitglieder. Das hilft natürlich sehr und macht es möglich, dass unser Rollstuhl-Projekt so gut vorankommt.

Wie wird es weitergehen?

Leskien: Gemeinsam mit unserer Partner-NGO, der „Associação dos Defencientes de Manica“, wollen wir die Lebenssituation von Behinderten in der Provinz Manica verbessern helfen und zunächst das Rollstuhlprojekt weiterführen. Die mosambikanische Behindertenorganisation bemüht sich intensiv, Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen. Es wäre schön, wenn wir das langfristig unterstützen könnten. Jeder, der den Familien, den Frauen und Männern dort im Süden unmittelbar helfen will, auf welch persönliche Weise auch immer, ist in unserem Verein herzlich willkommen.

Interview: Elke Höhne

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