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Teltow-Fläming Mit der Kamera auf Pirsch
Lokales Teltow-Fläming Mit der Kamera auf Pirsch
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10:50 22.03.2018
In Frankenförde gab es am Donnerstag so viele Motive, dass die Fotoapparate der Kursteilnehmer unaufhörlich klickten. Quelle: Foto: Margrit Hahn
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Woltersdorf

Die Auslöser der Kameras klicken unaufhörlich. Fast wie am Roten Teppich bei der Oscar-Verleihung. Die sieben Teilnehmer der 14. Fotoferien sind mit Eifer dabei. Und die Gelegenheit ist günstig, Hufschmiede bei der Arbeit zu fotografieren. Der Geruch ist zwar gewöhnungsbedürftig, dafür können sich aber die Motive wirklich sehen lassen.

Mit seinem Kurs unter dem Motto „Land und Leben objektiv betrachtet“ hat Roberto Ansorena ins Schwarze getroffen. Er ist der neue Kursleiter der Fotoferien. Hans-Jürgen Horn von der Gesellschaft für Fotografie hatte sie ins Leben gerufen. Am Anfang traf man sich in Lynow, dem Geburtsort von Oskar Barnack. Er gilt als Erfinder und Konstrukteur der weltbekannten Kleinbildkamera Leica.

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Elf Jahre haben Horn und seine Helfer Kinder und Jugendliche das ABC der Fotografie beigebracht. Als Horn aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, übernahm Gerhard Mutz die „Fotoferien bei Oskar“, der nun in Laos lebt. Sein Nachfolger ist Roberto Ansorena aus Hennickendorf, der von Astrid Schulze aus Schönefeld unterstützt wird. Eine Woche ist der 55 -Jährige mit den Elf- bis 14-Jährigen auf Fotopirsch. Vormittags gibt es im Woltersdorfer Haus der Generationen die Theorie. Am Nachmittag geht es mit der Kamera raus.

Der Landkreis Teltow-Fläming stellte einen Kleinbus zur Verfügung. Am Montag wurden Bauernhöfe in Hennickendorf fotografiert, am Dienstag standen Porträtaufnahmen an. Trotz Regens zog die Gruppe am Mittwoch los und hat nun tolle Fotos im Kasten. Am Donnerstag organisierte Roberto Ansorena die Tour nach Frankenförde. Dort wurden einige hundert Fotos geschossen. Familie Woltersdorf zeigte großes Verständnis für die jungen Hobbyfotografen. Die Kinder Nico und Nele stellten sich als Fotomotive zur Verfügung. In der Nacht wird Roberto Ansorena wohl kein Auge zumachen, denn er muss alle Fotos bearbeiten und drucken. Von seinem Vorgänger Gerhard Mutz wurde er vorgewarnt. Dieser hatte erst nach zehn Tassen Kaffee und einer Nacht ohne Schlaf alle Fotos fertig.

Die schönsten Aufnahmen des Fotokurses werden in der Gemeindeverwaltung in Ruhlsdorf ausgestellt. Bis dahin müssen die Bilder gerahmt sein; das machen die Teilnehmer selbst. Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 30. Juli, um 10.30 Uhr eröffnet. Eingeladen sind Eltern, Großeltern und alle Interessierten.

Cora Schulz ist zum vierten Mal dabei. Sie hat mehr als 300 Fotos geschossen. „Ich bin durch meine ältere Schwester dazu gekommen. Sie hat auch an den Fotoferien teilgenommen und davon geschwärmt. Dann habe ich mich auch angemeldet. Ich fotografiere sehen gern“, sagte das zwölfjährige Mädchen.

Roberto Ansorena ist stolz auf die jungen Fotografen, die mit großem Interesse dabei sind. Der studierte Elektrotechniker findet deren Leistungen großartig: „Ich hätte in dem Alter davon geträumt, so fotografieren zu können.v Die Mädchen und Jungen haben ein geschultes Auge und werden immer besser.“ Am schwierigsten werde es wohl sein, aus der Menge der Fotos die schönsten auszuwählen.

Von Margrit Hahn