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Teltow-Fläming Mobil – auch auf Zuruf
Lokales Teltow-Fläming Mobil – auch auf Zuruf
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18:34 20.02.2013
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JÜTERBOG

. Tatsächlich sind jene, die im Amt Dahme, in der Gemeinde Niederer Fläming oder in Jüterbog und den Ortsteilen leben, auf Bus und Bahn angewiesen – noch mehr aber auf das eigene Auto und fremde Hilfe. Vor allem abends und an den Wochenenden kann das ein Problem sein, sowohl für Einheimische als auch für Besucher und Touristen.

Es muss ein Umdenken stattfinden, das raten die Fachleute. Von der absoluten Ausrichtung auf den Schüler- und den konzentrierten Pendlerverkehr sollten künftig die Ansprüche von Senioren und Ausflüglern in den Mittelpunkt gerückt werden.

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Wie genau das funktionieren kann, wollte die Arbeitsgemeinschaft Niederer Fläming, zu der sich die drei Kommunen zusammengeschlossen haben, wissen, denn ihr Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern. Und dazu gehört die Mobilität. Während einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Wirtschaftsförderungsausschusses Jüterbog vorige Woche wurde das Mobilitätskonzept von dem Berliner Planungsbüro Proziv vorgestellt (die MAZ berichtete).

Dabei gab es durchaus lobende Worte für die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming. Mit den vergleichsweise geringen Mitteln werde im Rahmen der Möglichkeiten ein gutes Angebot auf die Beine gestellt, so Chefplaner Ralf Günzel. Die Analyse der Mängel und Defizite ließen ihn und seine Kollegen unter anderem zu dem Schluss kommen, dass mit einer besseren Verknüpfung der Linien und mehr Anschlüssen, klaren Takten, zusätzlichen Angeboten im Stadtverkehr und bei Rufbussen viel erreicht werden könnte.

Mit Rufbussen gibt es im Süden des Landkreises wenig Erfahrungen. Es würden mehrere sogenannte Rufbus-Korridore mit Verknüpfungspunkten zur Hauptachse eingerichtet werden. Diese Korridoren orientieren sich an den derzeitigen Linien. Welche davon wenig genutzt wurden, verschwinden ganz. Bestellen könnte man die Fahrten in der kreisübergreifend tätigen Mobilitätszentrale der Havelbusverkehrsgesellschaft Potsdam. Innerhalb einer Stunde kommt der Bus dann an die Haustür. Das würde Kosten sparen, denn allein die nötige Software kostet 60 000 Euro, wie Ralf Günzel erläuterte. Ein zusätzliches Fahrzeug sei nicht nötig, so Günzel.

Ein großer Nachteil der Rufbusse: Fahrten am Wochenende müssen bereits am Freitag bestellt werden. Spontane Ausflüge oder Besuche sind so natürlich nicht möglich. Dafür ist kein fester Fahrweg vorgegeben, den bestimmen letztlich die Fahrgäste selbst. Ob ein – durchaus üblicher – Komfortzuschlag erhoben wird oder nicht, müssen die Kommunen entscheiden. Kalkuliert wurden die vorgelegten Varianten mit und ohne diesen Zuschlag.

Sowohl für den innerstädtischen als auch den regionalen Busverkehr ist die Jüterboger Stadtlinie von besonderem Interesse, dabei insbesondere die Hauptverknüpfungspunkte, Anschlüsse, Direktverbindungen und der Takt.

Bei der Minimalvariante bliebe die bisherige Linie 758 unverändert, dafür ändert sich die Strecke für die Linie 753 im Stadtgebiet. Die Anschlüsse zwischen Stadt- und Regionallinien würden nach wie vor am Jüterboger Busbahnhof hergestellt werden. Der Regionalverkehr könnte den Stadtverkehr verstärken. Zwischen DahmeWerbigJüterbogLuckenwalde sollten Direktverbindungen geschaffen werden.

Die zweite Variante in dem jetzt vorgestellten Mobilitätskonzept sieht vor, dass die Verknüpfungen am Bahnhof stattfinden. Linien würden über den Busbahnhof hinaus verlängert, so dass man aus allen Richtungen der Region zum Bahnhof kommt.

Die dritte Variante sieht eine zusätzliche Stadtlinie vor. Sie würde entgegengesetzt zu der bisherigen Linie im Stundentakt verkehren und zusätzlich im Gewerbegebiet, an der Skate-Arena und im Wohngebiet Waldauer Weg halten. Man könnte diese Linie auf die Bahnanschlüsse ausrichten.

In der Sitzung der beiden Ausschüsse wurde nicht darüber diskutiert. Ob im Sommer eine dieser Varianten eingeführt werden kann, darüber muss demnächst entschieden werden, damit man Anträge, Genehmigungen und Haushaltsplanung unter einen Hut bringen kann. (Von Martina Burghardt)

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