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Teltow-Fläming Sitz-Initiative gegen Müllhalde
Lokales Teltow-Fläming Sitz-Initiative gegen Müllhalde
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20:07 25.03.2019
Einwohner der Gemeinde Niedergörsdorf sitzen auf Stühlen vor dem Müllberg in Oehna. Quelle: foto: Isabelle Richter
Oehna

Seit 2015 beobachten die Einwohner der Gemeinde Niedergörsdorf mit großer Sorge, wie der Müll auf einem Privatgrundstück nahe des Oehnaer Bahnhofes immer weiter zunimmt. Bereits vor zwei Wochen wurde das Thema erneut im Bauausschuss diskutiert. Einwohner Stefan Rößler berichtete dort, dass mittlerweile auch schädliche KMF-Platten und Leuchtstoffröhren in Massen dort abgelagert wurden. Er und viele andere Einwohner fragen sich deshalb: Warum wird hier seit Jahren nicht gehandelt?

Einwohner warnen: Es droht Gesundheitsgefahr

„Das ist doch nicht mehr tragbar, was hier läuft“, findet auch Harald Löber. Der Oehnaer wohnt in unmittelbarer Nähe des betreffenden Grundstückes und ärgert sich fast täglich über neue, illegale Ablagerungen. Innerhalb von vier Jahren haben sich inzwischen solche Massen von Müll dort angesammelt, dass er mittlerweile glaubt: „Da muss doch eine Firma hinterstecken.“

Doch das Schlimmste an der Sache sei für die Einwohner nicht einmal der Anblick. Sie sehen in der Müllhalde eine Gefahr für die Allgemeinheit und akuten Handlungsbedarf. Helmut Brücher etwa berichtet über die beiden auf dem Grundstück befindlichen Hallen, in denen inzwischen auch haufenweise Müll lagert: „Die Wände und Dächer sind aus Asbest. Wenn es hier brennt, dann ist das erheblich gesundheitsgefährdend.“

Gemeinsam mit seinen Kollegen von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat er sich deshalb vor wenigen Tagen mit rund 20 Bürgern aus der Gemeinde vor Ort in Oehna getroffen, um über die Problematik zu diskutieren und mithilfe einer Aktion endlich Lösungsvorschläge von den verantwortlichen Stellen einzufordern. Um ihren Protest gegen das jahrelange Nichtstun auszudrücken, nahmen die Einwohner vor der Müllhalde auf mitgebrachten Stühlen Platz.

Im Oktober 2018 konnte man in dem Gebäude auf dem Privatgrundstück in Oehna noch den Boden sehen – nur fünf Monate später stapelt sich der Müll fast bis unter die Decke. Quelle: Isabelle Richter

„Wir können nicht dulden, dass unsere Umwelt immer weiter zerstört wird“, erklärte Jacqueline Helbing, Spitzenkandidatin der Bündnisgrünen für die Niedergörsdorfer Gemeindevertretung.

Unterstützung gab es auch von anwesenden Mitgliedern der SPD-Fraktion und von Orstvorsteher Helmut Marufke. Er erklärte: „Wir können nicht mehr warten. Das Problem wird immer größer und immer teurer.“ Schon seit Jahren reiche er alle paar Wochen neue Fotos bei der Gemeinde ein und stehe zudem in Kontakt mit dem Landkreis. Eine zufriedenstellende Reaktion habe er bisher aber nicht bekommen.

Landkreis sieht keine akute Handlungspflicht

Auf Nachfrage der MAZ zur besagten Müllhalde erklärt die untere Abfallwirtschaftsbehörde des Landkreises Teltow-Fläming: „Die Situation vor Ort ist bekannt, da neben den von der Gemeinde vorgelegten Fotos auch die Umweltstreife des Landkreises den Ort regelmäßig kontrolliert. Die abgelagerten Abfälle stellen nach wie vor einen Grenzfall, aber nach aktueller Einschätzung keine akute Gefahr dar.“ Der oder die Verursacher konnten bisher zudem nicht ermittelt werden. Darüber hinaus sei es schwierig, den Eigentümer des Grundstückes zur Rechenschaft zu ziehen. Laut Landkreis blieben die eingeleiteten Verwaltungsverfahren bisher erfolglos.

Zum Eigentümer erklärt die Abfallwirtschaftsbehörde weiter: „Er hat seinen Wohnsitz im Ausland. Post an ihn kam wegen Unzustellbarkeit zurück. Die Verwaltungsaktivitäten laufen weiter.“

Bürger wollen weiter Druck ausüben

Mit Antworten wie diesen wollen sich die Einwohner aber nicht mehr zufrieden geben. Sie haben sich bei ihrem Treffen vor Ort deshalb darauf geeinigt, Strafanzeige zu stellen.

„Hier ist Gefahr im Verzug“, erklärte Klaus-Peter Gust (Bündnis 90/Die Grünen) zur Begründung. Darüber hinaus wollen die Einwohner auch weiterhin Druck nach oben ausüben. Aus ihrer Sicht muss die Gemeinde oder der Kreis endlich reagieren und im Zweifelsfall eine vom Eigentümer unabhängige Lösung finden – auch, wenn das am Ende Geld kostet.

Von Isabelle Richter

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