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Teltow-Fläming Nach Beil-Attacke wird über Motiv spekuliert
Lokales Teltow-Fläming Nach Beil-Attacke wird über Motiv spekuliert
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18:56 16.01.2017
Bis die Ermittlungen zu Tathergang und -Motiv abgeschlossen sind, bleiben Haus und Grundstück verschlossen. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Der frische Schnee verleiht dem zweistöckigen Einfamilienhaus in der Jüterbober Triftstraße ein friedliches Aussehen. Nachdem die Polizeiautos vor der Tür verschwunden und die Fenster der Nachbarn wieder verschlossen sind, deuten allein das rot-weiße Absperrband und ein erloschenes Grablicht neben der Gartenpforte auf das Verbrechen hin, dass sich dort am Freitag ereignete.

Beil-Attacke ist Stadtgespräch

An vielen Stellen in der Stadt ist die Beil-Attacke, bei der ein 54-Jähriger Jüterboger seinen 77 Jahre alten Schwiegervater erschlagen und die ein Jahr ältere schwer verletzt haben soll, auch am Montag das wichtigste Thema. Ein Video, das ein Nachbar während der Verhaftung des mutmaßlichen Täters von seinem Fenster aus machte, wurde über Whatsapp unzählige Male weiterverteilt. Die Blutspuren, die die 78-Jährige bei ihrer Flucht hinterließ, sind darauf nicht zu sehen.

„Etwas Derartiges nicht zugetraut“

Ein „irgendwie sonderbarer Mensch“ sei der 54-jährige Tim G. schon immer gewesen, sagt ein Mann, der die ganze Familie kennt, an einem Imbissstand. „Aber er war keiner, dem man etwas Derartiges zugetraut hätte“, fügt er hinzu. Bei der Frage nach dem Motiv, das die Tat zwar nicht entschuldigen, aber vielleicht ein Stück erklären könnte, kommt der Bekannte, ebenso wie derzeit die Polizei, nicht über Vermutungen hinaus.

Verdächtiger war schon einmal gewalttätig

In einem Jüterboger Fitnessstudio, das der Täter regelmäßig besucht, erinnert man sich, dass Tim G. schon vor Jahren mal Stadtgespräch war, nachdem er gegen seine damalige Lebensgefährtin gewalttätig gewesen sein soll Einig ist man sich dort wie am Imbissstand, dass die Familie viel Kraft und Unterstützung braucht, um das Geschehen verarbeiten zu können.

Der Tatort am Freitagnchmittag. Quelle: Uwe Klemens

Ein ehemaliger Arbeitskollege schildert Tim G. als „nicht weiter auffällig, außer dass er immer hibbelig und aufgeregt war“. Beeindruckt habe ihn, dass er bei Wind und Wetter von Jüterbog mit dem Fahrrad zur Arbeit kam. Seit fast 20 Jahren arbeitet Tim G. in einem Luckenwalder Industriebetrieb. „Ich hab ihm so etwas nicht zugetraut und mir tun vor allem seine Angehörigen leid“, sagt der Ex-Kollege.

Dünne Auskünfte von der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt. Am Sonnabend wurde Haftbefehl erlassen, jedoch tätigte der Verdächtige bislang keine Aussagen. Die Ermittlungen zu Motiv und Tathergang seien gerade erst angelaufen. „Auch die rechtliche Einordnung, welches Delikt in Betracht kommt, ist noch schwierig“, sagte ein Sprecher. Untersucht wird, ob gesundheitliche Probleme des Mannes zu der Tat führten, „was in vielen solchen Fällen eine Rolle“, so der Sprecher. Zum gesundheitlichen Zustand der schwer verletzten Schwiegermutter und des Sohnes machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Von Peter Degener und Uwe Klemens

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