Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Geglückter Neuanfang im SSV
Lokales Teltow-Fläming Geglückter Neuanfang im SSV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:19 28.03.2019
Andreas Borchardt (l.) und Steven Kuckel im Kreis ihrer Schützlinge beim Wintertraining in der Werbiger Turnhalle. Quelle: foto: Uwe Klemens
Anzeige
Werbig/ Nonnendorf

Der 1950 gegründete SSV Nonnendorf gehört zu den traditionsreichsten Sportvereinen in der Region. Trotz aller Liebe zum Fußball, der einzigen von ihm betriebenen Sportart, stand der Verein vor knapp fünf Jahren mangels Nachwuchs vor dem Beinahe-Aus.

Die zweite Bambini-Generation am Start

Nicht hinnehmen wollten das die Fußballfreunde Andreas Borchardt und Steven Kuckel, die mit dem Aufbau einer Kindermannschaft 2014 den Neuanfang wagten und so den Verein, trotz der Auflösung der Männermannschaft vor knapp zwei Jahren, weiter am Leben erhielten. Aus den Kindern des Neuanfangs, den fünf- und sechsjährigen „Bambinis“ wurden mittlerweile die E-Junioren, denen die jüngeren Geschwister auf dem Fuße folgen und die bereits die 2. Bambini-Generation bilden.

Anzeige

Erst schnuppern, dann spielen

„Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Kinder einfach viel reinschnuppern zu lassen, bevor sie sich zum Bleiben entscheiden“, sagt Borchardt, der offiziell als Nachwuchs-Trainer agiert und von seinem Co-Trainer Steven unterstützt wird. Nicht nur der fußball-begeisterte Nachwuchs aus Nonnendorf kommt zum wöchentlichen Training, sondern Kinder aus der ganzen Region. Das E-Juniorenteam besteht derzeit aus 15 Spielern. Etwa ebenso viele Bambinis spenden Beifall, wenn die „Großen“ auf dem Rasen ihren Mann stehen. „Mittlerweile sind wir bereits in der zweiten Saison im Punktspiel-Betrieb und sind dabei nicht mal schlecht“, freut sich Borchardt. Von zehn Mannschaften landeten die Nonnendorfer am Ende ihrer ersten Saison auf Platz sechs.

Ohne das Engagement der Eltern, die Fahrdienste zum Training nach Nonnendorf oder Werbig und zu den Punkt- und Freundschaftsspielen übernehmen und auch als Zuschauer auf dem Platz den Kids den Rücken stärken, wäre aus dem Neuanfang kaum etwas geworden, sind sich Trainer und Co-Trainer sicher. Auch die finanziellen Mittel sind derzeit noch begrenzt. Die zwei Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat sind zwar sehr sozialverträglich, lassen aber kaum große Sprünge zu, weshalb man froh ist, dass es wenigstens ein paar Sponsoren gibt.

Vorfreude aufs Kinderfest

Trainer-Team und Mannschaften freuen sich schon auf die Wiederholung des Kinderfestes. „Im vorigen Jahr haben wir einen befreundeten Verein aus Lubolz zu uns eingeladen. Fleischer, Bäcker und Eisdiele haben die Zutaten gesponsert. Im April fahren wir nach Lubolz zum Gegenbesuch“, erzählt Borchardt. Für Trainer und Co-Trainer ist das Erreichte ein Dreifach-Sieg: Abgesehen von der Freude der Kinder haben sie den Verein gerettet und sich einen sanften Ausstieg aus dem aktiven Fußballer-Dasein ermöglicht.

Von Uwe Klemens