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Teltow-Fläming Neolithische Funde bei Bochow
Lokales Teltow-Fläming Neolithische Funde bei Bochow
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18:57 28.01.2013
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Was 1994 als erstes Treffen von ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern begann, gilt heute längst als eine Institution unter Archäologen und interessierten Laien. Dutzende Besucher lockte auch dieses Jahr die Aussicht auf spannende Vorträge und das Fachsimpeln unter Gleichgesinnten.

Insgesamt 1500 Bodendenkmäler sind im Kreis Teltow-Fläming bislang bekannt. Jährlich finden bis an die 200 Grabungen statt, und manchmal haben die Archäologen Glück: Sie bergen einen „Schatz“, nicht unbedingt Münzschätze oder Gold, aber immerhin Siedlungsreste, die Auskunft darüber geben können, wie die Menschen vor vielen hunderten oder gar tausenden Jahren gelebt haben.

Das facettenreiche Programm der rund fünfstündigen Tagung reichte von Siedlungsgruben der römischen Kaiserzeit im alten Dorfkern von Christinendorf, spätmittelalterliche Keller ehemaliger Gehöfte an der Marktstraße in Zossen bis hin zu bronzezeitlichen Funden in Rangsdorf und Blankenfelde.

Auf besonders großes Interesse bei den Besuchern stieß der Vortrag von Carsten Mischka von der Universität Kiel. Er berichtete über jungsteinzeitliche Siedungsreste, die geomagnetische Messungen bei Jüterbog nahe Bochow ergeben hatten. Die Gegend um Jüterbog sei bereits in der Jungsteinzeit ein besonders attraktives Siedlungsgebiet gewesen, erklärte Mischka. Ausschlaggebend dafür sei ein fruchtbarer Lößbodenstreifen, den man heute sogar über Satellitenaufnahmen vom Weltall aus sehen könne. Er eignete sich damals besonders gut für die Menschen auf dem Übergang zwischen Mesolithikum und Neolithikum, also jenem Zeitalter, in dem der Mensch anfing, sesshaft zu werden und Ackerbau zu betreiben – unter Archäologen auch als „neolithische Revolution“ bekannt.

Auf insgesamt 15 Hektar Begehungsfläche stießen die Archäologen dabei auf eine sechs Hektar große Siedlungsfläche mit den Grundrissen von fünf großen Langhäusern. „Es ist aber anzunehmen, dass rings um Jüterbog noch unzählige Kleinsiedlungen zu finden wären“, glaubt Mischka, „Hier ist auf jeden Fall noch viel Forschungsarbeit nötig.“

Auf großes Interesse stießen in den Pausen des Archäologentages im Kulturzentrum „Das Haus“ antiquarische Bücher und Fachliteratur. (Von Andrea Beck)

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