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Teltow-Fläming Im Labyrinth der Möglichkeiten
Lokales Teltow-Fläming Im Labyrinth der Möglichkeiten
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15:44 21.02.2019
Andreas Klose schuf jene Landschaft mit tief durchfurchten Äckern links. Rainer Ehrt dagegen versucht, den Faden der Ariadne zu entwirren. Quelle: Karen Grunow
Glashütte

Noch herrscht an den meisten Tagen andächtige Winterruhe im Baruther Museumsdorf Glashütte. Erst allmählich zieht wieder Leben in den verträumten Ort, der doch zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter so einen ganz eigenen Reiz ausstrahlt. Wer sich also trotzdem auf den Weg macht, wird belohnt; erst recht, wenn ein Abstecher in den ehemaligen Packschuppen des einstigen Glasmacher-Dorfes geplant ist. Dort ist zurzeit mal wieder eine wirklich sehenswerte Ausstellung zu entdecken. Mehr als 20 Künstler haben mitgewirkt.

„Wir haben den Künstlern gesagt, sie dürfen noch jemanden mitbringen“, erzählt Gabriele Klose, die die vom Kunstverein Glashütte betriebene Galerie Packschuppen leitet. So gelangen auch neue Künstler in das mittlerweile große Netzwerk der Galerie.

Holzschnitt und Aquatinta

So einige der an der aktuellen Ausstellung beteiligten Künstler kommen aus der Dahmeland-Fläming-Region, etwa Sabine Fiedler, die in Staakmühle lebt und immer wieder mit kleinen und stets humorvollen Collagen und Drucken überrascht. Daniela Franz aus Wünsdorf ist mit farbenfrohen Holzschnitten vertreten. Aus Oehna haben Conrad, Christa und Peter Panzner Arbeiten eingereicht. Letzterer fertigt ungewöhnlich große Aquatintaradierungen. Grafiken sind das große Thema der Ausstellung. Diese sich seit der Entstehung des Holzschnittes um 1400 sehr schnell entwickelnde Kunstform ist auch durch die verschiedenen technischen Herangehensweisen interessant. Auch da präsentiert die Ausstellung die Breite der Möglichkeiten.

„Manischer Optimist“ nennt Sebastian Franzka diesen fröhlichen Zeitgenossen. Quelle: Karen Grunow

Marita Wiemer aus Jütchendorf beispielsweise zeigt einige ihrer Linoldrucke, die sie seit 2016 als Hommage an Nicolas de Staël anfertigt. „Diese Leidenschaft und dieses Ringen um die Form und die Farbe“, so sagte Marita Wiemer mal, begeistere sie besonders an den Werken des 1914 in Sankt Petersburg geborenen Aristokratensohns, der sich mit 41 in Südfrankreich das Leben nahm. Ganz monochrom hingegen kommen Andreas Kloses Linolschnitte daher, „Felder bei Golßen“ zeigen sie oder den Zeschsee. Die Furchen der Äcker, das abenddämmrige Wolkenband werden zu klar linearen Strukturen.

Günther Rechns Hund dagegen wirkt lauernd und forsch zugleich; er spaziert mit geducktem Kopf und erhobenem Schwanz und scheint etwas zu wittern. Die Arbeiten des Cottbusser Künstlers gehören zu den kleinen Formaten der Ausstellung, sind in ihrer Ausdruckskraft und genauen Beobachtung aber mindestens ebenso spannend. „Er ist ein Tiernarr“, sagt Gabriele Klose über ihn.

Im Mai beginnt eine große Glas-Ausstellung

Der Kunstverein Glashütte hat in diesem Jahr noch einiges vor. So wird vom 24. März bis 8. Mai Norbert Kluge seine oft witzigen Objekte aus Fundstücken präsentieren. „Wir kennen uns schon ganz lange“, erzählt Gabriele Klose. Und dann gibt es eine Glas-Ausstellung. Am 12. Mai wird diese eröffnet. Kuratiert wird sie von Glasmachern und -designern. Stephanie Schulz und Christoph Hübner vom Glasstudio des Museums werden mit Designerin Karina Wendt und Kollegin Barbara Ebner von Eschenbach die Ausstellung zusammenstellen. Schon jetzt ergänzen einige Arbeiten Wendts und Ebner von Eschenbachs die „Neue Druckgrafik“. Den gesamten Sommer über, bis 28. August, werden die faszinierenden gläsernen Objekte zu sehen sein – eine schöne Reminiszenz an den Ort Glashütte, ein schöner Ausblick, was Glasdesign und Glaskunst heute alles sein kann.

Auch Fontanes 200. Geburtstag spielt im Packschuppen noch eine Rolle

Malerei, Nähcollagen und Keramik werden Ute Walter und Maria Ortiz Gil vom 1. September bis zum 6. November präsentieren, bevor ab dem 10. November wieder eine große Gruppenausstellung geplant ist. „Wanderungen durch die Mark – auf den Spuren Theodor Fontanes“ heißt sie. „Es wird um Landschaften gehen“, soviel kann Gabriele Klose schon verraten.

Doch erst einmal ist noch bis 20. März Gelegenheit, sich in die Grafik-Ausstellung zu vertiefen, an der auch Karen Ascher und Sebastian Franzka aus Lübben mit ihren oft überbordend witzigen Werken teilnehmen. Die Eichwalder Künstlerin Ute Weckend zeigt kleinteilige Metamorphosen und Rainer Ehrt riesige Holzschnitte, wo der Faden der Ariadne, der eigentlich aus dem Labyrinth heraushelfen kann, selbst zum unentwirrbaren Knäuel zu werden scheint.

Info: Geöffnet ist dienstags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr.

Von Karen Grunow

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