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Teltow-Fläming Neue Runde im BER-Flugrouten-Streit
Lokales Teltow-Fläming Neue Runde im BER-Flugrouten-Streit
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00:17 25.11.2013
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Blankenfelde-Mahlow

Das Gericht hatte im September Geradeausstarts von der Nordbahn über die Zentren von Blankenfelde und Mahlow in der Zeit von 22 bis 6 Uhr untersagt. Nun will Blankenfelde-Mahlow vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erreichen, dass die Route über den Mahlower Norden auch am Tag gilt. Dies hatte das Gericht in seiner Verhandlung trotz mehrfacher Hinweise der Gemeinde nicht verhandelt. „Es ist unsere letzte Chance, etwas zu ändern“, sagte Alexander Fröhlich, der Referent des Bürgermeisters.

Mit der Revision möchte die Gemeinde auch die von 17 auf 41 Gemeinden „aufgeblähte“ Fluglärmkommission reduzieren. Künftig sollen wieder die Gemeinden vertreten sein, die am stärksten vom künftigen Flughafen betroffen sind.

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Seit die Landesregierung 2010 die Kommission für weiter vom Flughafen entfernt gelegene Gemeinden geöffnet hat, fühlen sich die Blankenfelde-Mahlower als Hauptbetroffene in der Minderheit. Bei der Entscheidung für den Geradeausstart im März 2012 sei man „überrumpelt“ worden, sagte Bürgermeister Ortwin Baier (SPD). Gerrit Schrader (BVBB-WG) formulierte es weniger zurückhaltend: „Die Fluglärmkommission hat uns eiskalt über die Klinge springen lassen.“ In einer kleineren Runde sollten die Bewertungsmaßstäbe für die Flugrouten die Betroffenheit stärker berücksichtigen. Einig war sich die Mehrheit der Gemeindevertreter, dass eine Kurve über den Mahlower Norden die meisten Einwohner besonders in den Spitzenzeiten entlasten würde. Auch technisch sei die Route, die 2010 für einen breiten Aufschrei vom Süden Berlins bis Werder sorgte, möglich. „Es sprechen keine Sicherheitsgründe dagegen“, sagte Ortwin Baier. Schließlich hatte die Deutsche Flugsicherung die Variante vorgeschlagen.

Um den Lärm in Blankenfelde-Mahlow so weit wie möglich zu reduzieren, will die Gemeinde dem Gericht zusätzliche Routen vorschlagen. Dazu gehören die Hoffmann-Kurve, die nach dem Start einen scharfen Knick gen Süden vorsieht, sowie die doppelte Südumfliegung. Diese soll vor allem bei weniger Flugverkehr gelten. „Wenn das gelingt, wären wir in flugarmen Zeiten fast komplett entlastet“, sagte Bernd Habermann (SPD). Seine Fraktionskollegin Dietlind Biesterfeld sieht die Revision als wichtige Möglichkeit, um zu prüfen, ob die Festlegung der Flugrouten dem Verhältnismäßigkeitsgebot unterliegt. „Diese Chance dürfen wir uns nicht nehmen“, sagte sie.
Sabine Plettner-Mozuch (CDU) mahnte, die rund 4000 Einwohner der nördlichen Mahlower Ortsteile Waldblick und Roter Dudel nicht aus dem Blick zu verlieren. „Da leben auch Menschen, die einen Anspruch auf Ruhe haben“, sagte sie und stimmte als einzige gegen die Revision.

Die Kosten für das Verfahren schätzt Bürgermeister Ortwin Baier auf 15.000 Euro. Das Urteil hätte Auswirkungen auf alle Flughafenanrainer in Deutschland, sagte Alexander Fröhlich. „Viele Menschen gucken auf uns.“

Von Christian Zielke

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