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Teltow-Fläming Neue Windräder, wo früher Bäume standen
Lokales Teltow-Fläming Neue Windräder, wo früher Bäume standen
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06:16 01.02.2017
Für das Navi ist der Windradstandort bei Schlenzer ein Fleck im Nirgendwo. Mit einer Höhe von 199 Metern sind die Anlagen weit sichtbar. Quelle: Uwe Klemens
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Schlenzer

Nur wenige Themen entzweien die Bevölkerung so sehr wie das Thema Windkraft. Während sich das Landschaftsbild mit immer größeren und leistungsstärkeren Anlagen füllt, wächst zugleich der Unmut darüber, dass im Namen des Klima- und Naturschutzes selbst die teilweise Zerstörung von Wald, vor wenigen Jahren noch undenkbar, in Kauf genommen wird.

Seit Anfang Januar drehen sich auch im Waldgebiet zwischen Schlenzer, Wahlsdorf und Charlottenfelde die ersten beiden von insgesamt fünf Anlagen, die die Lehniner 3U-Energy-PE-Gmbh dort errichten will. Nach fast sechsjähriger Planungs- und Bauzeit „ein Meilenstein, weil es für uns der erste im Wald installierte Windpark ist“, sagt Geschäftsführer Denis Kühn, dessen Unternehmen derzeit Windparks mit einer Gesamtleistung von knapp 100 Megawatt (MW) betreut.

Anlagen sollen umweltfreundlichen Strom produzieren

Jeweils 2,75 MW beträgt die Leistung der beiden neuen Windräder in der Gemarkung Schlenzer, die bei einer Nabenhöhe von 139 Metern und einem Rotor-Durchmesser von 120 Metern speziell für den Betrieb an einem Schwachwind-Standort optimiert wurden. „Das reicht bei entsprechendem Wind, um pro Stunde 5500 Kilowatt elektrische Energie, also den Jahresverbrauch von zwei durchschnittlichen Haushalten, zu erzeugen“, rechnet Kühn vor. „Wir erwarten, dass die Anlagen somit umweltfreundlichen Strom für die Versorgung von rund 4500 Zweipersonenhaushalten jährlich erzeugen werden. Darüber hinaus wird der klimaschädliche Ausstoß von zirka 11 400 Tonnen Kohlen- und 59 Tonnen Schwefeldioxid, sowie 14 Tonnen Stickoxid vermieden.“

Ortsvorsteher bedauert Zahl der Windkraftanlagen

Die Ökobilanz hinsichtlich des Schadstoffausstoßes sieht auch Schlenzers Ortsvorsteher Reinhard Siebert positiv, bedauert jedoch, dass die Gesamtzahl der inzwischen errichteten und künftigen Windkraftanlagen „Mensch und Natur irgendwann in die Knie zwingt“. Auf 400 bis 450 Anlagen schätzt Siebert die Zahl der Windräder, auf die man in spätestens fünf Jahren vom Schlenzer Berg aus blicken wird. „Denn 3U-Energy ist ja nicht das einzige Unternehmen, das bei uns baut. Der Wert der Region als Erholungsgebiet sinkt gewaltig, vor allem, seit die Anlagen auch in Wäldern errichtet werden.“ Je nach Wind müssen die Bewohner umliegender Ortschaften nun mit monotonem Gesumm, Schattenschlag, Reflexionen und nächtlicher Befeuerung leben.

Doch „die Akzeptanz in der Bevölkerung wächst“, glaubt hingegen Denis Kühn. „Durch gezielte Informationen und Überzeugungsarbeit vor Ort, einhergehend mit einer sorgfältigen und verantwortungsbewussten Planung, kann den Bürgern ein Großteil der Skepsis genommen werden.“ Man informiere die Gemeindevertreter und Verwaltungen sowie die Bewohner über die Projekte. „Und wir stellen unsere Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Projektrealisierung vor“, sagt er.

Von Uwe Klemens

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