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Teltow-Fläming Mehr Tempo-30-Zonen in Niedergörsdorf geplant
Lokales Teltow-Fläming Mehr Tempo-30-Zonen in Niedergörsdorf geplant
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06:29 18.02.2020
Diese Warnschilder in Malterhausen weisen bereits auf Kinder hin. Viele Autofahrer ignorieren diese Hinweise jedoch. Die Malterhausener fordern deshalb Tempo 30. Quelle: Isabelle Richter
Niedergörsdorf

Die Gemeinde Niedergörsdorf plant, für mehrere Straßen in verschiedenen Ortsteilen ein Tempo-30-Limit zu beantragen. Ein Beschluss dazu soll den Gemeindevertretern in der kommenden Sitzung am 26. Februar vorgelegt werden. Im jüngsten Bauausschuss wurde die Beschlussvorlage bereits vorab besprochen.

Zum Hintergrund erklärte Niedergörsdorfs Bauamtsleiterin Claudia Neumann: „Die Straßenverkehrsbehörde darf im Einvernehmen mit der Gemeinde Tempo-30-Zonen anordnen. Wir hatten auch den Vorstoß gemacht, und da hat die Straßenverkehrsbehörde ganz klar gesagt: Zur Beantragung von Tempo-30-Zonen ist ein Beschluss der Gemeindevertretung notwendig, ansonsten wird es nicht bearbeitet.“

Ausgesuchte Straßen befinden sich nur in Wohngebieten

Geplant sei, mit Hilfe des Beschlusses ein Tempo-30-Limit für die Straßen Ahornweg, Kiefernweg, Haselnußweg, Birkenweg und Eichenweg im Ortsteil Altes Lager sowie in der Karl-Marx-Straße in Danna, im Mühlenweg in Niedergörsdorf und in der Straße Hinter den Gärten in Oehna zu beantragen. Als Begründung wurden unter anderem angrenzende Spielplätze angegeben. In Altes Lager sorgen zudem der Jugendclub „Jump“ und der Skatepark dafür, dass sich in dem Bereich rund um die Kastanienallee viele Kinder und Jugendliche auf der Straße hin- und her bewegen.

Auch die Kinder der Blöndorfer Grundschule wünschten sich beim Workshop zur Kinder- und Jugendbeteiligung weniger Raser und mehr verkehrsberuhigte Zonen. Quelle: Isabelle Richter

Allerdings erklärte Claudia Neumann auch: „Es handelt sich bei diesen Straßen um reine Wohngebiets- und Sackgassenstraßen.“ Im Eichenweg befindet sich zudem auch schon eine Fahrbahnschwelle.

Wolfgang Loof (Bürgergemeinschaft), sachkundiger Einwohner im Bauausschuss, konnte eine Tempo-30-Regelung für viele der genannten Straßen deshalb nicht wirklich nachvollziehen. Er sagte zu Claudia Neumann: „Da haben Sie aber auch die Straßenabschnitte rausgesucht, wo überhaupt nichts los ist.“ Laut Loof würden die Straßen fast ausschließlich durch die Anwohner genutzt. Und diese müssten ja eigentlich schon aus eigenem Interesse auf ihre Geschwindigkeit achten.

Malterhausen kann noch auf Tempolimit hoffen

Auf den oft deutlich stärker befahrenen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, die ebenfalls durch viele Ortsteile der Gemeinde führen, sei ein Tempolimit aus seiner Sicht schon eher angebracht. Dieses dort durchzusetzen, sei jedoch oft langwierig und oftmals auch erfolglos. Zur Begründung erklärte Claudia Neumann: „Tempo-30-Zonen dürfen nicht an höherrangigen Straßen angeordnet werden.“ Ein Beispiel dafür ist Malterhausen. Dort fordern die Einwohner schon länger eine Tempo-30-Zone. Im vergangenen Jahr wurden deshalb bereits Unterschriften gesammelt. Das Problem: Die durch Malterhausen führende Straße ist eine Landesstraße. Wie Claudia Neumann erklärte, können die Malterhausener aber noch hoffen. Laut der Bauamtsleiterin gab es Ende vergangenen Jahres einen Vor-Ort-Termin mit der Straßenmeisterei und dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Teltow-Fläming. Darüber hinaus ergänzte Claudia Neumann im Bauausschuss: „Der Straßenmeister hat die Anordnung von Tempo 30 befürwortet.“

Zu viele Orte haben denselben Wunsch

Guido Güthling, Leiter der Straßenmeisterei in Luckenwalde, erklärte jedoch auf MAZ-Nachfrage, dass die Entscheidungshoheit nicht bei ihm, sondern beim Straßenverkehrsamt des Landkreises liege. „Das Verkehrsrecht hat der Landkreis – wir bekommen nur die Anordnung.“

Laut Güthling habe das Straßenverkehrsamt bisher aber noch keine Entscheidung getroffen. Der Fall werde derzeit noch geprüft und bearbeitet. Aus Sicht von Guido Güthling bestehe zwar eine Hoffnung, dass Malterhausen die Tempo-30-Zone bekommt – allerdings lässt sich das Straßenverkehrsamt nur in seltenen Fällen darauf ein, wie er aus zehn Jahren Erfahrung weiß. Der Grund: Viele Ortschaften haben dasselbe Problem wie Malterhausen und würden dann ebenso eine 30er-Zone fordern.

Von Isabelle Richter

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