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Teltow-Fläming Bürger fordern mehr Druck von der Gemeinde
Lokales Teltow-Fläming Bürger fordern mehr Druck von der Gemeinde
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20:01 05.03.2019
Jacqueline Helbing (l.) und Antje Drangusch (Bündnis 90/Die Grünen) meinen, Umweltthemen wie der Müllskandal müssen in einem Gremium hartnäckiger diskutiert werden. Quelle: Foto:
Lindow

Die Kiesgrube „Lindower Heide“ ist seit Jahren als großes Sorgenkind in der Gemeinde Niedergörsdorf bekannt. Vor allem die Einwohner fordern mehr Transparenz in dem Fall. Sie wollen Antworten darauf, wie es wirklich um das Grundwasser steht. Helmut Stark (CDU) hat sich deshalb schon mehrfach an die Niedergörsdorfer Verwaltung gewandt. Der Gemeindevertreter will wissen, ob es inzwischen weitere Messungen in der Kiesgrube gegeben hat und wenn ja, welche Ergebnisse diese zeigen.

Hintergrund: Zwischen Dezember 2005 und September 2007 wurde in der Kiesgrube eine illegale Mülldeponie betrieben. Es ist eine der schwersten Umweltstraftaten im Landkreis Teltow-Fläming. Seit Dezember 2016 beschäftigt sich deshalb auch das Potsdamer Landgericht mit dem Fall. Angeklagt sind zwei Männer, die in der Kiesgrube rund 330 000 Tonnen Abfall entsorgt haben sollen.

Die Folge: Schadstoffe gefährden das Grundwasser. Dies geht aus einem offiziellen Bericht zum Grundwasser-Monitoring im Zeitraum von 2008 bis 2016 hervor, welches vom Brandenburger Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Auftrag gegeben wurde. Im Gutachten heißt es, das Grundwasser habe sich „mindestens seit 2011 erheblich verschlechtert.“

Mehrfache Forderung einer Stellungnahme 

Nach letztem Stand vom Dezember 2018 haben die Angeklagten jedoch bis heute kein Geständnis abgelegt. Für die Einwohner der Gemeinde Niedergörsdorf ist das ärgerlich mit anzusehen. Was sie aber ebenfalls stört? Dass die Landesregierung eine weitere Untersuchung des Grundwassers scheinbar aus Kostengründen und der Angst vor den Ergebnissen hinauszögert und zunächst den Prozess in aller Seelenruhe weiter verfolgt.

Um eine eindeutige Gefährdungseinschätzung feststellen zu können, sei laut des Berichtes von 2008 bis 2016 die Installation von vier weiteren Grundwassermessstellen erforderlich. Ob diese Empfehlung inzwischen umgesetzt wurde ist allerdings nicht bekannt. Helmut Stark (CDU) möchte deshalb Antworten. Mehrfach hat er die Niedergörsdorfer Gemeindeverwaltung dazu aufgefordert, eine Stellungnahme zur aktuellen Sachlage rund um die Kiesgrube vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe einzuholen. Eine befriedigende Reaktion gab es bislang jedoch nicht.

Bürgermeisterin verspricht weiter nachzuhaken 

Laut Helmut Stark müsse die Verwaltung mehr Druck auf die Landesregierung ausüben. Die Verwaltungsmitarbeiter dagegen beteuern, dass auch ihnen die Hände gebunden seien. Mehr als immer wieder Anfragen herauszuschicken und nach dem Gespräch zu suchen, könne man nicht tun.

Ein Versuch der MAZ, vom LBGR eine mündliche oder schriftliche Antwort zu den Fragen der Bürger zu erhalten, scheiterte am Dienstag ebenfalls. In der jüngsten Sitzung der Niedergörsdorfer Gemeindevertretung versprach Bürgermeisterin Doreen Boßdorf (Bürgergemeinschaft) jedoch, sich nochmals mit dem Amt in Verbindung zu setzen und nachzuhaken. Im Bauausschuss am 12. März steht das Thema Kiesgrube dann erneut auf der Tagesordnung.

Bündnisgrüne wollen einen Umweltausschuss

Ob es dann endlich neue Erkenntnisse gibt? Darauf sind auch Jacqueline Helbing aus Eckmannsdorf und Antje Drangusch aus Rohrbeck gespannt. Die beiden Frauen bilden die Spitze der insgesamt fünf Kandidaten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl haben auch sie sich in letzter Zeit intensiver mit dem Fall „Lindower Heide“ beschäftigt. Dass die Anfragen von Helmut Stark (CDU) jedes Mal unbeantwortet bleiben, können sie nicht verstehen.

Helbing und Drangusch sind der Meinung, die Gemeinde müsse den Druck massiv erhöhen und dürfe sich nicht einfach abwimmeln lassen. „Was wir dringend brauchen, ist ein Umweltausschuss“, erklären die Frauen. So könnten Themen dieser Art intensiver behandelt und Antworten auf bestimmte Anfragen innerhalb eines konkreten Zeitraumes eingefordert werden. Antje Drangusch erklärt: „Dass alles einfach im Nirgendwo versickert, damit muss Schluss sein. Die Lindower Heide wird auch sicher nicht das einzige Thema bleiben.“

Sollten Helbing und Drangusch oder ihre Fraktionskollegen am 26. Mai in die Niedergörsdorfer Gemeindevertretung gewählt werden, möchten sie sich verstärkt dafür einsetzen, dass die bisher offen gebliebenen Fragen der Bürger schnellstens geklärt werden. Weitere Informationen zu den Kandidaten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und deren Zielen gibt es außerdem hier.

Von Isabelle Richter

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