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Teltow-Fläming Dörfliche Backtradition wird wiederbelebt
Lokales Teltow-Fläming Dörfliche Backtradition wird wiederbelebt
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09:48 16.08.2019
Rings um das früher als Wasch- und Backhaus genutzte Gebäude putzen die Männer am Mittwochabend das Gelände. Quelle: Uwe Klemens
Nonnendorf

Die kleinen, geduckten Backhäuschen sind, wie die Oberlauben aus Fachwerk und die Taubenhäuser, ein Markenzeichen des Flämings, hegten aber viele Jahre ein Schattendasein. Die Zahl der Dörfer, in denen man sich der alten Backtradition wieder erinnert und sie neu belebt, wächst ständig. Mit dabei ist auch die zur Gemeinde Niederer Fläming gehörende Ortschaft Nonnendorf, in der zwar nie Nonnen zu Hause waren, aber die Landarbeiter des Siemens-Gutes. Der zwar beschädigte, aber noch funktionierende Backofen ist ein Relikt aus jener Zeit. Seit zehn Jahren kümmern sich die Einwohner um dessen Erhalt. An diesem Sonnabend laden sie zum zwölften Mal zum Backofenfest.

Gute Idee aus doppeltem Grund

2009 hatten Hannelore Wagner und Elli Tauscher die Idee zur Wiederbelebung der Tradition. Der Vorschlag gefiel aus doppeltem Grund, denn ein Dorffest gab es nicht und die Einweihung des damals gerade neu-, direkt neben dem Wasch- und Backhaus gebauten Kinderspielplatzes war ein guter Anlass. „Denn etwa 60 Gästen gefiel es so gut, dass wir im selben Jahr gleich noch ein zweites Mal den Backofen anheizten und die Frauen 15 Bleche Hefekuchen hineinschoben“, sagt Wilfried Nehrenberg, der sich im Laufe der Jahre die Grundkenntnisse zum richtigen Befeuern angeeignet hat. „Der erste Kuchen war schwarz“, gibt der gelernte Fernmeldetechniker lachend zu.

Am Samstagmorgen wird Nehrenberg dem Ofen erneut tüchtig einheizen. Ab 15 Uhr sind nicht nur die Nonnendorfer eingeladen, den Frischgebackenen zu probieren. Kegelbahn, Torwand, Hüpfburg, Schminkecke und Kuhmelken verleihen dem Backtag Dorffest-Charakter. Etwa 20 Männer und Frauen, seit dem vergangenen Jahr als neue Abteilung des Nonnendorf-e.V., kümmern sich jeweils um die Vorbereitung, das Saubermachen im und ums Backhaus sowie den Auf- und Abbau. Wenn sein Können als Back-Chef nicht mehr gefragt ist, wechselt Nehrenberg das Kostüm und sorgt als DJ für den Rest des Tages für guten Sound.

Noch viele Bleche bis zum Ziel

Die Einnahmen des Kuchen- und Kaffeeverkaufs wollen die Akteure in die Erhaltungsmaßnahmen für Ofen und Gebäude stecken. „Mehr als 1000 Euro haben wir schon zusammen, so dass wir im nächsten Jahr mit Hilfe eines Ofensetzers den gerissenen Teil des Backofens abreißen und neu aufbauen wollen“, sagt Nehrenberg. Um das gesamte Gebäude auf Vordermann zu bringen, benötigt der Verein laut Kostenschätzung 25000 Euro. Deckenkonstruktion, Fassade, Türen, Fenster und ein Stromanschluss sollen davon finanziert werden. Ein paar Bleche Hefekuchen wird es noch dauern, bis sie am Ziel sind.

Von Uwe Klemens

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