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Teltow-Fläming Notgeld aus dem Ersten Weltkrieg gezeigt
Lokales Teltow-Fläming Notgeld aus dem Ersten Weltkrieg gezeigt
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09:47 14.11.2018
Auch Notgeld aus TreuenbrIetzen (l.) und Königs Wusterhausen wird in der Heimatstube Sperenberg gezeigt. Quelle: frank Pechhold
Sperenberg

Wurde das Geld in Krisenzeiten knapp, wussten sich Städte und Gemeinden zu helfen. Davon zeugt die von Klaus Wendt in der Sperenberger Heimatstube gestaltete Sonderausstellung „Geld im Wandel der Zeiten: Not-, Kriegs- und Ersatzgeld“.

Beispielsweise mangelte es im Ersten Weltkrieg an Kleingeld. Aus Kupfer und Messing wurden nicht mehr Münzen geprägt, sondern Kriegsgerätschaften und Munition gefertigt. „Deshalb haben die Kommunen die Genehmigung erhalten, eigenes Geld als Wechselgeld in Umlauf zu bringen“, weiß Wendt. Allerdings hatten die meisten Kommunen nicht die Möglichkeit, Pressen aufzustellen und Münzen zu stanzen. Einfacher sei es gewesen, Geld zu drucken. „Deshalb gab es zu dieser Zeit deutlich mehr Notgeld aus Papier als Münzen“, verweist Wendt auf Exponate aus Luckau, Baruth und Jüterbog.

Eigene Währung für Kriegsgefangene

Weil Not erfinderisch macht, wurde Geld aus ausgefallen Materialien hergestellt. Unter anderem gab es Notgeld aus Pappe und als Zinkmünzen, wie Luckauer Ausstellungsstücke belegen. Weiter wurde versucht, Geld aus Porzellan herzustellen. Sowohl aus dem weißen Porzellan als aus dem braunen Böttger-Steinzeug.

Eigenes Geld war in den beiden Zossener Kriegsgefangenenlagern „Weinberge“ und „Halbmondlager“ in Umlauf. Wendt zufolge sei auch an diesen Orten gehandelt worden. „Dort gab es Magazine, in denen man einkaufen konnte.“ Allerdings nur mit der eigens geprägten Währung. „Sicher hätte man den hier untergebrachten Menschen für ihre Arbeit auch normales Geld geben können“, sagt Wendt. Aber in diesem Fall hätten Kriegsgefangene flüchten und sich mit dem Geld draußen durchschlagen können. Genau das wollten die kaiserlichen Militärs verhindern.

Notgeldscheine mit ortstypischen Motiven

Notgeld stand auch nach dem Kriegsende von 1918 bis 1922 hoch im Kurs. In den Städten wurde also weiter eifrig eigenes Wechselgeld produziert. Vor allem Kleingeld im Wert von einem Pfennig bis zu einer Mark. Notgeld-Scheine bis zu einem Wert von 1000 Mark wurden teilweise farbig gestaltet. Davon zeugen gut erhaltene Schaustücke mit ortstypischen Motiven aus Treuenbrietzen, Königs Wusterhausen, Luckenwalde, Potsdam, Dahme und Kloster Zinna.

Während der Inflationszeit war Geld nicht mehr wert als das Schwarze unterm Fingernagel. „Damals ließ der Luckenwalder Fabrikanten-Verein 500.000-Mark-Scheine für alle Mitglieder drucken“, sagt Klaus Wendt. Jeder Händler stempelte die ihm zugeteilten Scheine ab und hatte so eigenes Notgeld mit später so utopisch anmutenden Summen wie Millionen, Milliarden und Billionen zur Verfügung.

Von Frank Pechhold

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