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Nuthe-Urstromtal Das wünschen sich Erzieher vom neuen Landtag
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14:46 11.07.2019
Helmut Barthel (SPD) kam am Donnerstag zum Praktikum in die Awo-Kita nach Woltersdorf. Quelle: Victoria Barnack
Woltersdorf

Kinder spielen, essen, singen. In der Woltersdorfer Awo-Kita „Nuthewichtel“ ist immer viel los. Über 90 Kinder betreuen die zwölf Erzieher in der 750 Quadratmeter großen Einrichtung. Am Donnerstag gehörte auch „Praktikant“ Helmut Barthel zum Team. Der Kreis- und Landtagsabgeordnete der SPD will sich selbst ein Bild machen von der Realität in der Kindertagesbetreuung, über deren Alltag er als Abgeordneter maßgeblich mitentscheidet.

Keine Seltenheit in Wahlkampfzeiten. CDU-Konkurrenz Felix Menzel verbrachte in dieser Woche zum Beispiel einen Schnuppertag in einem Agrarbetrieb im Niederen Fläming.

Auch Essen will gelernt sein: „Praktikant“ Helmut Barthel übt mit den Kindern die Ernährungspyramide. Quelle: Victoria Barnack

Dass sich Politiker in den Einrichtungen vor Ort sehen lassen, findet Kita-Leiterin Judith Strauß grundsätzlich gut. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) war schon bei den Nuthewichteln zu Gast. „Nicht immer wird umgesetzt, was wir in den Kitas gern hätten“, sagt sie, „unsere Wünsche geben wir trotzdem immer mit auf den Weg.“

Zusätzliche Betreuungszeiten helfen in Woltersdorf

Bei Judith Strauß und ihren Erzieherkollegen ist das nicht gerade wenig. „Gerade erst haben wir zusätzliche Betreuungszeiten bekommen“, berichtet die Leiterin. Das bedeutet Geld für mehr Personal. Vom Bund übers Land kam die Finanzspritze nach Woltersdorf.

Barthel wollte sich am Donnerstag beispielsweise überzeugen, dass diese Unterstützung auch wirklich ankommt und vor allem im Alltag hilft. „Acht statt sechs Stunden Betreuung am Tag zu bekommen, wird für Eltern immer wichtiger“, sagt er, „denn bei längeren Fahrtwegen zur Arbeit geht es oft nicht anders.“

Im Brandenburger Landtag bestimmt Barthel unter anderen über die Personalausstattung in den Kitas ab. Quelle: Bernd Settnik/dpa

In Woltersdorf kann Judith Strauß von diesem Geld quasi eine neue Teilzeitkraft einstellen. „Eine große Hilfe“, sagt sie. Zumal sie ein glückliches Händchen für neue Fachkräfte hat und zuletzt nicht lange nach geeignetem Personal suchen musste.

Wenig Zeit für wichtige Schreibtischarbeit

Gleichzeitig steckt viel Bürokratie dahinter. Judith Strauß wird wie alle anderen Kita-Leiter im Land deshalb für eine bestimmte Anzahl an Stunden für die reine Büroarbeit freigestellt. Nicht immer klappt das. „Im laufenden Betrieb ist so viel zu tun – auch für mich als Leiterin – dass dafür nur wenig Zeit bleibt“, erzählt sie. Die Leitungsfreistellung ist auch auf politischer Ebene deshalb immer wieder ein Diskussionsthema.

Wunsch nach früherem Stichtag zur Einschulung

Zu den Aufgaben der Kita-Chefin zählen Statistiken, Berechnungen und Meldungen zu jedem Quartal. Auch zu diesem Thema hat Judith Strauß einen Wunsch, den sie dem Politiker am Donnerstag mitgab. „Für uns wäre es gut, wenn der Stichtag für die Einschulung wieder vom 30. September auf den 30. Juni zurückverlegt wird“, sagt sie.

Denn trotz moderner Räume, qualifizierten Kollegen und einem guten Verhältnis zum Träger: „Momentan können wir kaum noch Kinder neu aufnehmen.“ Durch den späten Stichtag entscheiden sich mehr Eltern von September- und August-Kindern dazu, ihren Nachwuchs noch ein Jahr länger in der Kita zu lassen. „Ohne Frage: Viele Rücksteller brauchen dieses Jahr für ihre Entwicklung“, gibt Strauß zu bedenken. Doch vor der Änderung des Stichtages sei die Fluktuation in Woltersdorf größer gewesen. Für neue Kinder sei es schwerer geworden, einen Platz in der Awo-Kita zu bekommen.

Von Victoria Barnack

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