Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nuthe-Urstromtal Dietfried Röthel bewirtschaftet alten Weinberg
Lokales Teltow-Fläming Nuthe-Urstromtal Dietfried Röthel bewirtschaftet alten Weinberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 16.09.2019
Dietfried Röthel auf seinem Weinberg. Quelle: Margrit Hahn
Dobbrikow

Dietfried Röthel ist mit der Weinlese auf seinem Dobbrikower Weinberg in diesem Jahr bisher zufrieden. „Sicher könnte es mehr sein“, sagt der 79-Jährige. Doch da der Sommer so trocken war, ist das Ergebnis recht solide. „Im vergangenen Jahr hat mein Freund Wolfgang Schulze in Zülichendorf 298 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in den gesamten zwölf Monaten gemessen. Und in diesem Jahr ist es nicht viel mehr. Wir sind kurz vor der Versteppung“, erklärt Dietfried Röthel, der in Wilhelmshorst wohnt.

Der Weinberg bedeutet viel Arbeit, macht ihm aber auch Spaß. Quelle: Margrit Hahn

 2011 begann er damit, 160 Quadratmeter auf dem historischen Weinberg in Dobbrikow mit selbst gebauter Technik urbar zu machen. Zuvor hatte er sich mit der Geschichte des Weinanbaus vertraut gemacht. Insgesamt pflanzte er 56 Weinstöcke verschiedener Rebsorten wie Isabella, Bianka, Glenora, Rondo und Festivee. Die Rebstöcke sind gut am Hang angewachsen. Einige mussten nachgepflanzt werden, nachdem Wühlmäuse die Wurzeln angefressen hatten. Um genau zu wissen, welche Pflanzen wo stehen, hat Röthel einen Lageplan entworfen. So weiß er genau, welche Traube in welcher Reihe zu finden ist.

Keine chemischen Zusätze

Das ganze Jahr über hat er sich um seinen Weinberg gekümmert, hat die Pflanzen gewässert und den Rasen gemäht. Oft fährt er mit dem Fahrrad von Wilhelmshorst nach Dobbrikow. Die ersten Trauben waren Anfang September reif. Der gebürtige Gottsdorfer verzichtet grundsätzlich auf Chemie, Dünger und Schädlingsbekämpfung und konzentriert sich auf den rein biologischen Anbau. Sein Ziel ist es, den Boden durch Kompost organisch zu verbessern. Dass er sich die Trauben teilweise mit Wespen und Hornissen teilen muss, stört ihn nicht. Waschbären und Wühlmäuse hingegen sieht er nicht so gern. 2016 hatten Waschbären alle Reben kahlgefressen, sodass die gesamte Ernte dahin war.

Die Rebstöcke müssen regelmäßig kontrolliert werden. Quelle: Margrit Hahn

Dietfried Röthel hat verschiedene Sorten gepflanzt, die zu unterschiedlichen Zeiten reif werden. Jede Traube schmeckt anders und somit auch jeder Saft. Es geht ihm nicht um die Menge, sondern um die Qualität. Vor zwei Wochen hat er sieben Kilogramm geerntet und jetzt noch einmal zehn. „Ich denke, viel mehr ist in diesem Jahr nicht drin. Der Frost im Mai hat dafür gesorgt, dass die Spitzen einiger Rebstöcke erfroren sind. Dadurch ist die Ernte um ein Drittel geringer“, fügt Röthel hinzu. Bei seinen Früchten, die von einer Rebschule am Main stammen, handelt es sich um Tafeltrauben, die als Obst gelten. Für Keltertrauben hätte er eine Genehmigung gebraucht.

Aus den Weintrauben wird Saft hergestellt. Quelle: Margrit Hahn

Es ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich, ob er den hellen oder den dunklen Trauben den Vorzug gibt. „Es heißt, dass die Inhaltsstoffe der blauen Trauben gehaltvoller seien“, so Röthel. Der Hobbyweinbauer hätte auch auf seinem Grundstück in Wilhelmshorst genug zu tun. Auch dort hat er neben Kartoffeln, Tomaten und Bohnen Wein angebaut. Doch sein größter Wunsch war es schon immer, einen eigenen kleinen Weinberg zu bewirtschaften –am liebsten an einem historischen Ort. Diesen Wunsch hat er sich erfüllt. Zehn Jahre will er den Weinberg mindestens noch behalten. „Ich bin immer auf Trab. Hier gibt es keine Gammelstunden, sondern volles Programm“, sagt er. Trotz der Arbeit kann er abschalten, dafür sorgt allein der idyllische Blick auf den Vordersee.

Hin und wieder verbindet er die Arbeit auf dem Weinberg mit einem Besuch bei seinem Bruder Martin Röthel in Gottsdorf. Beide haben Müller gelernt. Während sein Bruder noch immer als Müllermeister tätig ist, sattelte Dietfried Röthel um und wurde Bauingenieur.

Von Margrit Hahn

Gute Produkte aus der Region zu angemessenen Preisen: Das Landwirtschaftsamt hat eine neue Faltkarte drucken lassen – allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Denn Teltow-Fläming hat beim Thema Direktvermarktung noch viel Potenzial, findet der Amtsleiter.

16.09.2019

Mit einer Danke-Party hat sich die Gemeinde Nuthe-Urstromtal bei den Wahlhelfern der Wahlen in diesem Jahr bedankt. Wahlen seien eine logistische Herausforderung, sagte Bürgermeister Stefan Scheddin.

13.09.2019

Die ehemaligen Gemeindevertreter in Nuthe-Urstromtal hatten sich gegen den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Kemnitz gewandt. Doch die Kemnitzer geben nicht auf.

12.09.2019