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Nuthe-Urstromtal Erinnerung an engagierten Pfarrer Heinrich Vogel
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16:54 20.03.2019
Das Pfarrhaus in Dobbrikow: Hier war der beliebte Pfarrer Heinrich Vogel zwischen 1932 bis 1946 tätig. Quelle: foto: Margrit Hahn
Dobbrikow

Der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Dobbrikow will für den engagierten Pfarrer und widerständigen Theologen Heinrich Vogel im Ort eine Gedenkstätte einrichten. Vogel war dort von 1932 bis 1946 Pfarrer. Bekannt ist er auch als Verfasser und Komponist zahlreicher Kirchenlieder.

Judenverfolgung verurteilt

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 und dem Aufstieg der regiemetreuen „Deutschen Christen“ sah sich Heinrich Vogel zur Opposition aufgerufen. Er schloss sich dem Pfarrernotbund und der Bekennenden Kirche an, die sich der staatlichen Vereinnahmung der Kirchen entgegenstellten. Als Synoden- und Gremienmitglied der Bekennenden Kirche sowie als Leiter ihrer illegalen kirchlichen Hochschulen stritt er für die Bewahrung der unverfälschten christlichen Lehre und kirchlichen Unabhängigkeit. Vergeblich verurteilte er die Judenverfolgung.

Lebensmittel gespendet

1935 wurde Vogel ein erstes Mal verhaftet, weitere Inhaftierungen, Hausdurchsuchungen, Schreibverbote, Gehaltssperren und eine Verurteilung folgten. Unbeirrt unterstützten Gemeindemitglieder in Dobbrikow ihren Pfarrer und seine Familie, indem sie unter anderem Lebensmittel spendeten.

Heinrich Vogel zog im Oktober 1946 als Hochschullehrer nach Berlin. Doch die Gemeinde hat ihren mutigen Pfarrer nicht vergessen. 1977 feierte sie in der Dobbrikower Kirche seinen 75. Geburtstag mit ihm und seiner Familie. Die Erinnerungen an Vogel blieb auch in späteren Jahren in der Kirchengemeinde lebendig.

Diese Gedenktafel hängt am Pfarrhaus in Dobbrikow Quelle: Margrit Hahn

Auf Initiative des Gemeindekirchenrates wurde im August 2010 eine Gedenktafel am Gemeindehaus, dem ehemaligen Pfarrhaus Vogels abgebracht. Im Jahr 2016 beschloss der Gemeindekirchenrat, im Erdgeschoss des Hauses zwei Gedenkräume einzurichten. Inzwischen hat sich Pfarrerin Marion Gardei, Beauftragte für Erinnerungskultur in der Landeskirche, mit seinem Leben und Werken, seinen Widerstand und der Solidarität der evangelischen Kirchengemeinde Dobbrikow mit ihrem verfolgten Pfarrer auseinandergesetzt. „Somit haben wir auch professionelle Beratung und Unterstützung“, sagt Pfarrer Bernhard Hoppe vom Pfarramt Pechüle.

Auftaktveranstaltung am 4. April

Vogels Nachfahren, der Kirchenkreis, die Landeskirche und die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand unterstützen das Vorhaben des Gemeindekirchenrats. Mit einem Künstler der Region wurde Kontakt aufgenommen. Bisher besteht die Idee, eine Skulptur zu entwerfen. Am Sonntag, 7. April um 14 Uhr findet in der Dobbrikower Kirche ein Gottesdienst mit Superintendentin Katrin Rudolph statt. Dann stellt Historikerin Martina Voigt die Planungen zum Heinrich-Vogel-Erinnerungsort vor. „Zu dieser Auftaktveranstaltung wird auch über eine Ausstellung informiert, die später im Pfarrhaus in zwei Räumen entstehen soll“, so Pfarrer Hoppe. Er bittet um finanzielle Unterstützung für das Vorhaben. „Jede noch so kleine Spende hilft dabei, den Wunsch der Dobbrikower nach einer Gedenkstätte umzusetzen.“

Von Margrit Hahn

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