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Nuthe-Urstromtal Die drei Töchter von Andreas Lütteken sind auch Landwirte
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06:05 10.10.2019
Malin, Hannah und Marthe Lütteken (v.l.) fühlen sich auf dem elterlichen Biohof Klinkenmühle wohl. Quelle: privat
Gottsdorf

Landwirte werden zurzeit überall händeringend gesucht. Andreas Lütteken ist da fein raus. Der Landwird aus Gottsdorf braucht sich um die Zukunft seines Ökobauernhofes Klinkenmühle keine Sorgen zu machen. Seine drei Töchter sind alle gestandene Landwirte. Sowohl die 19-jähirgen Zwillinge Malin und Hannah Lütteken als auch die älteste Tochter Marthe Lütteken sind in die Fußstapfen des Vaters getreten.

Mit der Landwirtschaft groß geworden

Malin Lütteken arbeitet derzeit auf dem elterlichen Hof. Sie hat ihre dreijährige Ausbildung an der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Groß Kreutz beendet und hilft jetzt in Gottsdorf mit. Die Eltern Kathrin und Andreas Lütteken freuen sich, dass ihre Töchter die Liebe zur Landwirtschaft mit ihnen teilen. „Es hat sich einfach so ergeben. Wir sind ja mit der Landwirtschaft großgeworden“, sagt Malin Lütteken.

Während ihrer Lehre hat sie viel theoretisches Wissen mit auf den Weg bekommen. „Wirtschaft und Soziales hat mir nicht so gut gefallen. Dafür waren die Fächer Tier- und Pflanzenproduktion um so schöner.“ Sie hatte während der Schulzeit verschiedene Praktika absolviert unter anderen in einer Physiotherapie und im Kindergarten. „Doch es war nicht das, was mich erfüllt hat“, sagt die junge Landwirtin.

Hier geht es zur Klinkenmühle, wo die drei Mädchen aufgewachsen sind. Quelle: privat
Marthe ist die älteste der drei Mädchen und hat Landwirtschaft studiert. Quelle: Margrit Hahn

Dass man in ihrem Beruf auch an Wochenenden und Feiertagen arbeiten muss, stört sie nicht. Nur über eine Sache ist sie ärgert. Sie schafft es auf Grund ihrer körperlichen Statur nicht, die Klappe vom Traktor allein zu schließen. Ansonsten macht ihr die Arbeit Spaß – egal, ob im Stall oder auf dem Feld. Noch vor ein paar Jahren hatten es ihr vor allem die Landwirtschaftsmaschinen und die Technik angetan. Durch den Ausbildungsbetrieb wuchs aber auch ihre Liebe zu den Tieren. In der vergangenen Woche hat sie zum ersten Mal gepflügt. „Ich musste mich mit dem Beetpflug erstmal einfuchsen. Dann hat es aber ganz gut funktioniert.“

Malin arbeitet derzeit auf dem Biohof Klinkenmühle. Quelle: Margrit Hahn

Am meisten freut sich Malin Lütteken, wenn auch ihre Zwillingsschwester Hannah in Gottsdorf ist. Sie hat nach ihrem Fachabitur mit Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung ebenfalls eine Ausbildung zur Landwirtin begonnen. Die Agrargenossenschaft Goßmar bei Luckau ist ihr Lehrbetrieb, nach Cottbus fährt sie zur Schule.

Bis zur 10. Klasse waren die beiden Schwestern unzertrennlich, durch die Ausbildung trennten sich ihre Wege. Nun genießen sie es, wenn am Wochenende alle wieder zusammenkommen, und das Beste ist, wenn dann auch ihre große Schwester, die 22-jährige Marthe, dabei ist.

Die Mädchen lieben die Tiere auf dem Hof. Quelle: Margrit Hahn

Das älteste der drei Mädchen hat in Bernburg in Sachsen-Anhalt studiert und verteidigt in dieser Woche ihre Bachelor-Arbeit. Zehn Wochen hat sie daran geschrieben. Mit ihrem Abschluss kann sie dann auch Führungspositionen übernehmen. Demnächst wird sie eine Stelle in Jüterbog antreten, darauf freut sie sich schon. Sie muss schmunzeln, wenn sie Vorurteile hört wie: Nur Männer können in der Landwirtschaft arbeiten. „Es gibt viele, die uns Frauen nicht zutrauen, dass wir große Maschinen fahren und zupacken können“, so Marthe Lütteken. Ihr Freund gehört zum Glück nicht dazu. Er ist ebenfalls Landwirt und weiß, dass sie sich vor keiner Arbeit scheut.

Alle sind beim Schlachtefest dabei

Wenn in Klinkenmühle geschlachtet wird, sind meist alle da. Aufs Schlachtefest freut sich die gesamte Familie, trotzdem viel zu tun ist. Am schönsten ist es, wenn alle nach getaner Arbeit gemütlich zusammensitzen können. Wie Landwirtschaftsmeister Andreas Lütteken sagt, läuft die Direktvermarktung von Fleisch und Wurst gut. Er würde gern mehr Bio-Fleisch direkt vermarkten beispielsweise an Großküchen. Für seine Rinder und Schweine wünscht sich der Familienvater weitere Acker- und Wiesenflächen, dann könnte er seinen Töchtern feste Arbeitsplätze bieten.

Spaß an der Arbeit

Andreas Lütteken ist stolz auf seine Mädchen. „Das Wichtigste ist, dass ihnen die Arbeit Spaß macht. Es gibt nichts Schlimmeres, als jeden Tag auf die Uhr zu schauen und den Feierabend herbeizusehnen“, so der Landwirtschaftsmeister.

Von Margrit Hahn

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