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Nuthe-Urstromtal 50 ausgebüxte Islandpferde eingefangen
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17:34 16.01.2020
Hennickendorfer retten ausgebüxte Pferde Islandpferde Quelle: Margrit Hahn
Hennickendorf

Ganz ruhig stehen die Islandpferde in der Sonne. Hin und wieder fressen sie Heu oder gehen zur Wassertränke. Von der Aufregung des vergangenen Tages ist ihnen nichts anzusehen. Dabei waren sie am Mittwoch von Stangenhagen bis Hennickendorf im Galopp unterwegs. In Stangenhagen waren die insgesamt 50 Islandpferde von einer Weide entkommen.

15 Pferde kamen plötzlich aus dem Wald

Am Vormittag kamen in Hennickendorf plötzlich 15 Pferde aus dem Wald gelaufen. Zwei Ehepaare, die mit ihren Hunden spazieren gingen, hielten spontan ihre Hände ausgebreitet, um die Tiere aufzuhalten. Zur gleichen Zeit befand sich Cyprienne Geilen, Tierärztin und Hundezüchterin, auf ihrem Reitplatz. Sie versuchte gemeinsam mit weiteren Hennickendorfern, die Tiere auf eine naheliegenden Weide bei Maria Vallo Wermes und Josef Wermes zu bringen. Da sie das Tor nicht schnell genug schließen konnte, rissen die Islandpferde jedoch erneut aus. Der Hennickendorfer Stefan Ziehe drängte die Pferde dann mit seinem Jeep von der Straße, um Gefahr für die Autofahrer abzuwenden. Es gelang, die Ausreißer einzufangen, und zurück zur Weide zu bringen. Die Hennickendorfer atmeten auf. Sie gingen davon aus, alles unter Kontrolle zu haben – aber das war nicht so. „Wir wussten ja nicht, dass noch mehr Tiere unterwegs waren“, berichtet Ute Geilen, die Mutter von Cyprienne Geilen und selbst Züchterin von Hannoveranern.

Anruf von Pferdefreunden alarmierte Familie Geilen

Im Radio wurde darauf hingewiesen, dass in Stangenhagen 50 Islandpferde ausgebrochen seien. „Eine Pferdefreundin aus Nauen rief mich an und wollte wissen, was bei uns in Hennickendorf los sei. Wir hatten kein Radio gehört, wir mussten uns ja um die Pferde kümmern“, sagt Ute Geilen. Auch die Besitzer des Lotushofes in Schönefeld (bei Beelitz) hatten die Nachricht gehört. Da nicht feststand, wessen Pferde ausgebüxt waren, machten sie sich ebenfalls auf die Suche. „Als die Pferde hier ankamen, konnten sie sich kaum noch auf den Beinen halten. Sie zitterten. Es waren etliche Muttertiere mit ihren Fohlen darunter“, so Ute Geilen.

Ute Geilen (l.) und Maria Vallo Wermes freuen sich, dass die Rettungsaktion der Islandpferde so gut funktioniert hat. Quelle: Margrit Hahn

Einen Teil der Herde, der mit tatkräftiger Unterstützung der Hennickendorfer und der Pferdefreunde vom Lotushof eingefangen werden konnte, wurden dann vom Eigentümer abgeholt. Alle Tiere, die vor der Dämmerung nicht abtransportiert werden konnte, blieben über Nacht auf der Sommerwiese von Familie Geilen. Allerdings wird dort das Wasser im Winter abgestellt und es gibt kaum Futter auf der Wiese. „Ich habe mit meiner Tochter Cyprienne 20-Liter-Kanister mit Wasser gefüllt und die haben wir zu den Tieren geschleppt, um den ersten Durst zu stillen“, berichtet Ute Geilen. Später brachte der Pferdebesitzer einen Wassertank. In der Nacht standen einige Vierbeiner dann bei Familie Geilen im Garten und hatte wohl Hunger. „Die mussten wir dann wieder zurückbringen. Mein Mann hat mit dem Traktor einen 450 Kilogramm schweren Heuballen auf die Sommerweide gefahren und als die Isis dann genügend Futter und Wasser hatten, waren sie zufrieden“, berichtet Ute Geilen.

Rolf Quambusch aus Dobbrikow half beim Verladen der Tiere. Quelle: Margrit Hahn

Warum die Tiere in Stangenhagen ausgebrochen sind, weiß Besitzer Wolfram Steiner nicht. Er hat sich seine Weide und den Zaun noch nicht ansehen können, weil er erstmal die Tiere aus Hennickendorf holen musste. Geholfen hat ihm dabei sein Pferdefreund Ralf Quambusch aus Dobbrikow, der selbst Islandpferde besitzt. „Nur gut, dass alles ohne große Schäden abging und keinem etwas passiert ist“, sagt Maria Vallo Wermes. Sie erkundigte sich am Donnerstag bei Ute Geilen, ob noch Hilfe erforderlich sei. Doch die Tiere waren bestens versorgt und hatten die 450 Kilogramm Heu fast verputzt.

Die Tiere fühlen sich auf der Sommerweide von Familie Geilen sichtlich wohl. Quelle: Margrit Hahn

Ute Geilen ist froh, dass es in Hennickendorf so viele Pferdefreunde gibt, die geholfen haben. „Bürgermeister Stefan Scheddin hatte im vergangenen Jahr alle Pferdehofbesitzer der Gemeinde zu einem Treffen eingeladen. Das hat uns gut gefallen und sollte wiederholt werden. So lernt man sich besser kennen und kann in solchen Fällen schnell reagieren“, fügt Ute Geilen hinzu.

Von Margrit Hahn

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