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Nuthe-Urstromtal Illegale Müllhalde in Jänickendorf verschwindet endlich
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14:48 30.08.2019
Seit Montag ist die Entsorgungsfirma vor Ort. Im April soll die illegale Müllhalde von Jänickendorf schließlich Geschichte sein. Quelle: Victoria Barnack
Jänickendorf

Ein Spatenstich bezeichnet eigentlich den Anfang von etwas Neuem. In Jänickendorf freut man sich jetzt mit dem Beginn einer Baustelle allerdings über ein Ende. „Vor 30 Jahren begann hier, was schon damals eine schlechte Idee war“, sagt Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos), „jetzt legen wir keinen Grundstein, sondern geben der Natur ein Stück zurück.“ Am Freitag startete auf dem alten illegalen Mülllager in Jänickendorf offiziell der Abriss des gesamten Geländes.

Auch die alten Gebäude werden abgerissen und der Boden entsiegelt. Quelle: Victoria Barnack

Mehr als drei Millionen Euro muss das Land Brandenburg ausgeben, um das Areal zu beräumen. Da ließ es sich der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Entwicklung nicht nehmen, selbst einmal den großen Bagger zu steuern und zwei, drei Ladungen Müll eigenhändig in den Container zu befördern.

„Zugegeben: Landesmittel für solche Zwecke auszugeben, schmerzt“, sagte Jörg Vogelsänger (SPD) am Freitag. Lieber würde er damit neue Projekte im ländlichen Raum fördern.

Umweltminister Jörg Vogelsänger entsorgte selbst ein wenig Müll. Quelle: Victoria Barnack

Mit dem Abfall und den alten Gebäuden auf dem rund 28.000 Quadratmeter großen Gelände soll auch dessen Vergangenheit verschwinden. Von 1994 bis 2004 wurden dort gemischte Bau- und Abbruchabfälle, Sperrmüll und Bauschutt sowie Bodenaushub illegal gelagert. Alles sollte ursprünglich behandelt und verwertet werden, was aufgrund der Insolvenz der Recycling-Firma AIKON nicht stattfand.

Land bleibt wohl auf Kosten sitzen

Die ehemaligen Betreiberfirmen haben sich erfolgreich aus der Affäre gezogen. Bis heute können sie nicht juristisch belangt werden. Später kaufte die Gemeinde Nuthe-Urstromtal das Grundstück – eher zum symbolischen als für den tatsächlichen Wert.

In weniger als einem Jahr soll das Müll-Gelände eine grüne Wiese sein. Quelle: Victoria Barnack

Schon damals wurde abgemacht, dass das Land die Kosten für die Beräumung trägt. 2018 wurden bereits alte Reifen und Asbest entsorgt. Am Montag bezog nun die Entsorgungsfirma ihr Quartier unweit des alten Jänickendorfer Bahnhofs. „Bis April 2020 soll hier in zwei Teilabschnitten alles beräumt werden“, sagt Eberhard Casals vom planenden Ingenieurbüro CDM Smith.

Mehr Müll als erwartet

Größte Herausforderung werden die Unmengen an Müll sein. Insgesamt könnten es bis 50.000 Tonnen sein. Konkrete Untersuchungen hatten zuletzt die groben Schätzungen übertroffen und damit auch die Kosten deutlich in die Höhe getrieben.

Plastik, Metall, Bauschutt: Die Müllberge am Rande von Jänickendorf sind größtenteils unsortiert. Quelle: Victoria Barnack

„Die Abfälle sind größtenteils unsortiert“, sagt Casals, „das macht die Arbeit hier so aufwendig.“ Zum Teil sind die Müllberge bereits von Pflanzen überwuchert, die erst einmal beseitigt werden müssen. Im hinteren Areal verkomplizieren die Reste eines Brandes den Abriss. 2012 war in der ungenutzten Lagerhalle ein großes Feuer ausgebrochen.

Täglich 20 Lkw-Ladungen werden abtransportiert

„In den nächsten Wochen erwarten wir täglich 20 Lkw-Ladungen, die abtransportiert werden“, sagt Bürgermeister Scheddin. Künftig wird also mehr Verkehr als sonst in Jänickendorf herrschen. Scheddin plädiert deshalb für Verständnis, aber auch Vorsicht im Ort.

Kinder und Jugendliche treiben sich auf dem Gelände immer wieder rum – für sie eine Art Abenteuerspielplatz. Quelle: Victoria Barnack

Schon seit Jahren ist die Baustelle nicht ungefährlich – für Kinder erscheinen die Müllberge wie ein großer Abenteuerspielplatz. Was künftig aus dem Areal wird, ist noch unklar. Scheddin erklärte, wenn der Abriss beendet sei, werde das Gelände vorerst eine grüne Wiese bleiben. Die Gemeinde selbst hegt keine Baupläne auf der einstigen Gewerbefläche.

Von Victoria Barnack

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