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Nuthe-Urstromtal Karin Sallmann betreibt Lederwerkstatt
Lokales Teltow-Fläming Nuthe-Urstromtal Karin Sallmann betreibt Lederwerkstatt
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20:41 12.07.2019
„Tu, was du liebst“, ist Karin Sallmanns (l.) Motto. Sie arbeitet in Gottsdorf in ihrer eigenen Lederwerkstatt. Nicole Kuriata aus Troisdorf lernt von ihr Techniken. Quelle: Frank Nerlich
Gottsdorf

Durch Roggen- und Maisfelder, Wiesen und Wälder gelangt man nach Gottsdorf. Es gibt schöne Orte und es gibt solche, die „haben einen speziellen Zauber“. So ähnlich erging es wohl Karin Sallmann, die Gottsdorf sehr in ihr Herz geschlossen hat. „Das Leben hat mich hier irgendwie abgesetzt“, sagt sie. Sie wohnt dort und betreibt eine eigene Lederwerkstatt.

„Ich bin eine Quereinsteigerin, habe ursprünglich Zimmerei gelernt und bin nach der Wanderschaft in Basel hängen geblieben“, berichtet sie. Die Köpenickerin wollte es kaum wahr haben, aber irgendwie rief es sie in die Heimat zurück. „Das karge Brandenburg fehlte mir“, gibt sie zu.

„Ich wusste nicht wohin mit meiner Kreativität“

Zur Lederbearbeitung kam sie über Umwege. Zunächst schaute sie sich auf Mittelaltermärkten um und entdeckte ihr kreatives Talent. Den entscheidenden Anstoß erhielt sie jedoch schon in ihrer Kindheit, „denn mit der Zimmerei merkte ich bald, das ist noch nicht alles“, erinnert sie sich. „Ich wusste nicht wohin mit meiner Kreativität“, sagt sie. Damals wurde sie zu ihrem Onkel aufs Land geschickt – einem Sattlermeister. Der hatte einen Hof und eine Lehrwerkstatt.

„Er setzte mich in die Werkstatt und ich lernte auf die natürlichste Art, durchs Zuschauen, mit den Werkzeugen umzugehen“, erzählt Karin Sallmann. Später haben ihr auch andere gute Bekannte einige Techniken gezeigt, den Rest hat sie sich aber selbst beigebracht.

Dieses Wochenende bietet sie einen „offenen Kurs“ zur Lederbearbeitung für vier Teilnehmer an. Offen heißt, sie stellt das Programm wunschgemäß zusammen.

Ähnlichkeit zur Bildhauerei

Der Kurs wurde über Instagram im Internet beworben. „Das funktioniert ganz gut“ sagt sie. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und aus der Schweiz, teils mit dem Wohnmobil oder mit dem Zelt. Manche buchen sie exklusiv. „Es gibt Sattler, die sich von mir das Punzieren beibringen lassen“, so Sallmann.

Punzieren heißt, Dekore oder Muster in Leder zu prägen. Eine besondere Handwerkskunst, die in Vergessenheit gerät, weil sie sehr zeitaufwendig ist. „Es ist ein bisschen wie Bildhauerei“, sagt sie. „Die Kurse dafür könnte ich monatlich machen, sie sind sehr beliebt. Die Leute zieht es zum „Ursprünglichen“ zurück. Die Arbeit mit dem Material ist auch für Karin Sallmann eine Herzensangelegenheit.

Gerade Menschen, die beruflich viel am Schreibtisch säßen, würden gerne mal mit ihren Händen arbeiten. „Man muss es selbst ausprobieren. Das ist anders, als wenn Du es auf einem Video siehst.“

Arbeiten bietet Sallmann auf Märkten an

Die Kurse sind auch deshalb so beliebt, weil man verschiedene Lederarten und Werkzeuge bei ihr kaufen kann. „Aus meinem Wissen und aus meinen Quellen mache ich kein Geheimnis. Ich verspüre eine riesige Begeisterung für dieses Handwerk und möchte das mit anderen teilen. Die Welt ist groß genug. Diejenigen, die eine gute Arbeit machen, werden diese auch immer los werden“, ist sich Karin Sallmann sicher.

Neben den Kursen bietet die Gottsdorferin ihre Exponate auf Märkten in ganz Deutschland und in Fachläden an. Das Konzept der Läden funktioniert so, dass diese für eine Regalmiete den Verkauf der Produkte für die Künstler auslegen und verkaufen. Diese müssen sich um nichts weiter kümmern.

Nicole Kuriata ist einen Tag früher zum Gottsdorfer Lederbearbeitungskurs angereist. Die Studentin kommt aus Troisdorf in der Nähe von Köln. „Gestern um 16 Uhr begann die Reise mit dem Flixbus nach Berlin, von dort mit dem Zug nach Luckenwalde“, berichtet sie. Gottsdorf erreichte sie dann schließlich per Anhalter. Sie studiert Game Arts und 3D-Animation am SAE Institute Köln.

In ihrer Freizeit ist sie Bogenschützin. Sie möchte sich einen Köcher für ihre Pfeile aus Leder selbst anfertigen.

Von Frank Nerlich

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