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Nuthe-Urstromtal So werden die Badeseen in TF kontrolliert
Lokales Teltow-Fläming Nuthe-Urstromtal So werden die Badeseen in TF kontrolliert
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00:23 07.07.2019
Dennis Bahn ist einer von mehreren Kontrolleuren, die jeden Monat Proben aus den Badeseen in Teltow-Fläming nehmen. Quelle: Victoria Barnack
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Dobbrikow

Zugegeben: Es gibt schlimmere Jobs. „Wer kann schon von sich behaupten, am See arbeiten zu dürfen“, sagt Dennis Bahn. Der Mitarbeiter beim Gesundheitsamt von Teltow-Fläming darf genau das einmal im Monat – besser gesagt: Er muss. An 19 offiziellen Badestellen kontrolliert der Landkreis alle vier Wochen die Qualität des Wassers.

Sichttiefe messen, Wassertemperatur aufschreiben, Proben entnehmen: Wirklich anstrengend ist die Kontrolle eines Badesees nicht, trotzdem gibt es einen festen Ablauf für korrekte Ergebnisse.

Immer am Anfang des Monats begibt sich Dennis Bahn auf seine Tour. Jeder Mitarbeiter hat eine feste Route. Im Gesundheitsamt spart man auf diese Weise Zeit, weil mehrere Kontrollen gleichzeitig stattfinden können. Bahn fährt immer an die beliebten Seen in Dobbrikow, nach Gottow, Kliestow und zum Badeteich nach Glashütte.

Wasserqualität wird in Potsdamer Labor untersucht

Wenn er mit seinen Messgeräten ans Seeufer tritt, wissen die meisten Badegäste schon, warum er da ist. „Die häufigste Frage, die dann kommt, ist: Und wie ist die Qualität in unserem See?“, erzählt er und muss meistens eine enttäuschende Antwort geben.

„Die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen bekommen wir erst nach ein paar Tagen aus Potsdam“, erklärt Dennis Bahn.

Die Kontrolle der Werte und Hygiene in den Seen hat das Land Brandenburg 2008 mit einer eigenen Badegewässerordnung geregelt. Seitdem nicht mehr nur die EU-Richtlinien zählen, stehen gesundheitliche Aspekte stärker im Fokus der Kontrollen.

„Aus mikrobiologischer Sicht sind alle Seen unbedenklich“

250 Milliliter Wasser schöpft Dennis Bahn dafür aus jeder offiziellen Badestelle. Dann kommen die Fläschchen in eine Kühlbox, damit zum Beispiel zu hohe Temperaturen im Auto das Ergebnis nicht verfälschen, bevor die Probe im Labor ankommt.

Dort wird untersucht, wie hoch der E-Coli-Wert im Wasser ist. Die Bakterien können beim Menschen unter anderen Darmerkrankungen hervorrufen. Auch auf Enterokokken wird getestet. Sie können ähnlich schwere Infektionen auslösen.

Ein Viertel Liter genügt, um im Labor alle notwendigen Tests durchzuführen. Quelle: Victoria Barnack

Besorgten Badegästen kann Dennis Bahn zumindest in dieser Hinsicht Entwarnung geben: „Aus mikrobiologischer Sicht sind alle Badeseen in Teltow-Fläming unbedenklich“, berichtet er.

Der Glieniksee am Dobbrikower Campingplatz, den Bahn in dieser Woche wieder kontrolliert, hatte zuletzt beispielsweise einen Wert von 15 bei den E-Coli-Bakterien. Erlaubt sind 1800.

Aktuelle Messwerte hängen während der Badesaison immer in den Infotafeln direkt am Ufer der Badeseen. Quelle: Victoria Barnack

Nach der Wasserprobe für das Labor testet Dennis Bahn an den Seen noch andere Parameter. Die kann er den Badegästen sogar an Ort und Stelle verraten. „Die Wassertemperaturen sind nach den zuletzt ein wenig kühleren Tagen vielerorts wieder etwas gesunken“, erzählt er.

Am Dobbrikower Glieniksee sind es derzeit knapp 23 Grad. Zwei Grad weniger als noch vor vier Wochen, aber immerhin schon zehn Grad mehr als zum Start der Badesaison Anfang Mai.

Die Wassertemperatur und den pH-Wert zu messen, dauert nur wenige Sekunden. Quelle: Victoria Barnack

Auch bei den pH-Werten hat der ausgebildete Hygienekontrolleur momentan nichts zu beanstanden. An den Dobbrikower Badestellen liegt der Säuregehalt zwischen 7 und 8 – und damit mitten im erlaubten Rahmen.

Secchi-Scheibe verrät die Sichttiefe im See

Wirklich interessant wird es für die meisten Zuschauer, wenn Dennis Bahn im See die Secchi-Scheibe untergehen lässt. Die weiße Scheibe mit kreisrunden Löchern verrät binnen Sekunden die Sichttiefe des Sees. „Anhand von Maßgaben auf dem Seil können wir diese zentimetergenau bestimmen“, erzählt Bahn.

Mit der Secchi-Scheibe wird die Sichttiefe ermittelt. Quelle: Victoria Barnack

Vor allem in den zurückliegenden Jahren machte die Secchi-Scheibe und die aus ihr resultierenden Ergebnisse immer wieder Schlagzeilen. Auch in Teltow-Fläming gibt es mehrere Seen, an denen die Sichttiefe bedenklich ist. Im Kliestower See bei Trebbin liegt sie derzeit bei knapp 35 Zentimetern; im Rangsdorfer Seebad sogar noch etwas niedriger.

Markierungen am Seil zeigen die Sichttiefe zentimetergenau. Quelle: Victoria Barnack

Immer wieder mahnt der Landkreis deshalb zur Vorsicht. Denn wo die Sichttiefe so gering ist, können Menschen nach Badeunfällen nur unter erschwerten Bedingungen gefunden werden.

Schuld sind dann meistens Bakterien, die das Wasser übermäßig trüben. 2018 wurde das Baden im Fahrländer See in Potsdam wegen der vielen Blaualgen im Wasser sogar komplett verboten.

Nicht überall gibt es einen Steg. Meistens müssen die Kontrolleure mit Wathose in den Badesee. Quelle: Victoria Barnack

In Teltow-Fläming musste das Gesundheitsamt bisher nicht zu solchen Maßnahmen greifen. „Extremfälle erkennt man oft schon mit dem bloßen Auge“, berichtet Kontrolleur Bahn, „meistens an einem Film auf der Wasseroberfläche.“ Tatsächlich belegen können das aber nur die offiziellen Ergebnisse der Wasserproben. Die werden in der Kreisverwaltung in den nächsten Tagen erwartet.

Das ist der Lieblingssee des Kontrolleurs:

Bis dahin hat Dennis Bahn noch einen Tipp für alle Badefreudigen. „Der schönste See in unserem Landkreis ist der Zeschsee“, sagt er über seinen persönlichen Favoriten. Bis zu vier Meter tief kann man dort ins Badewasser hineinsehen. „Der See ist so klar, da lohnt sich auch die relativ weite Anfahrt.“

Von Victoria Barnack

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