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Nuthe-Urstromtal Gebäude unter die Lupe genommen
Lokales Teltow-Fläming Nuthe-Urstromtal Gebäude unter die Lupe genommen
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19:58 02.05.2019
Luwal, die ehemalige Schuhfabrik in Luckenwalde verfällt zusehens. Dem Besitzer Abbas Ajad gehört auch die Mendelsohnhalle. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Das eingestürzte Dach auf der Industriebrache in der Beelitzer Straße hat am Montagabend die Luckenwalder aufgeschreckt. Doch dieser Komplex ist nicht das einzige verfallene Gebäude in der Stadt Luckenwalde, der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und der Stadt Trebbin.

Die Industriebrache in der Beelitzer Straße in Luckenwalde bereitet den Anwohnern Sorge. Quelle: Margrit Hahn

Gleich neben der Halle, in der am Montagabend nach verschütteten Personen gesucht wurde, befinden sich weitere Industriegebäude, die von Anwohnern als Gefahr gesehen werden. Dabei geht es unter anderem um das ehemalige Gablona-Werk, die Ruine im Haag 12, die Schuhfabrik Luwal sowie der Rohbau von Human Biosciences. Viele von ihnen sind in einem schlechten Zustand.

In dieses Gebäude, das Human Bioscienes im Biotechnologiepark errichten ließ, flossen Millionen Euro Fördermittel. Seit Jahren ruht der Bau. Quelle: Margrit Hahn

Entsprechend der Brandenburgischen Bauordnung kann die Bauaufsicht die Beseitigung baulicher Anlagen anordnen, wenn diese nicht mehr genutzt werden, zu verfallen drohen und kein Interesse an ihrem Erhalt besteht. Da sich aber die meisten Gebäude in Privatbesitz befinden und unter Denkmalschutz stehen, können sie nicht ohne Weiteres abgerissen werden.

Dieses Gebäude will das Unternehmen F.W. Borchardt Verpackungsmittelwerke GmbH in Woltersdorf abreißen lassen. Quelle: Margrit Hahn

Auch wenn ein Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, scheint es schwierig zu sein, es abreißen zu lassen. Das hat Falk Seltmann erfahren müssen. Der Geschäftsführer der F.W. Borchardt Verpackungsmittelwerke wollte das alte Werksgebäude in Woltersdorf, das massiv einsturzgefährdet ist, abreißen lassen. Er kann nicht ausschließen, dass durch Sturm oder heftigen Regen Dachteile auf den Gehweg fallen. Doch bevor ein Abriss genehmigt wird, muss ein artenschutzrechtliches Kurzgutachten beim Landkreis vorgelegt werden.

Hier in Woltersdorf ist Handlungsbedarf erforderlich. Quelle: Margrit Hahn

Es sei schwierig gewesen, überhaupt einen Fachmann zu finden, der ein Gutachten erstellt. Dieser kann frühestens in zwei Monaten beginnen. Dafür sind auch Nachtgänge erforderlich, um ausschließen zu können, dass dort Fledermäuse oder andere geschützte Tiere leben. Erst danach kann das Gutachten erstellt werden, dann muss es noch geprüft werden. Zudem müssen Abriss- und Entsorgungsfirmen benannt werden. „Wir würden lieber heute als morgen beginnen“, sagt Falk Seltmann. „Uns gehen durch die vielen Auflagen Monate für den Abriss verloren. Da kann man sich vorstellen, das sich viele vor einen Abriss scheuen“, so der Geschäftsführer. Auch die finanzielle Aufwand spiele eine Rolle. Allein das artenschutzrechtliche Gutachten kostet 2500 Euro, berichtet er.

Die ausgebrannte Gaststätte in Lynow ist bald zugewachsen. Quelle: Margrit Hahn

Ein problematisches Gebäude ist für die Gemeinde Nuthe-Urstromtal die ehemalige Gaststätte in Lynow. Allerdings ist die Grundschuld auf dieses Grundstück zu hoch, als das es die Gemeinde erwerben könnte. Mehr als 20 Jahre ist es her, dass die ehemalige Gaststätte bei einem Feuer zerstört wurde, seitdem verfällt das Grundstück immer mehr.

 

In der Hauptstraße in Nettgendorf steht seit Jahren nur noch ein halbes Haus. Quelle: Margrit Hahn

In Nettgendorf gibt es inmitten des Ortes ein zerfallenes Haus – ein Schandfleck für den gesamten Ort, der auch eine Gefahr darstellt. Mehrmals hat die Gemeinde die Baubehörde des Landkreises aufgefordert, etwas zu unternehmen. Doch der Rest vom Haus befindet sich in Privatbesitz. „Der Landkreis sieht keinen Handlungspielraum“, bedauert Nuthe-Urstromtals Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos). Die Gemeinde bemühe sich seit Jahren dagegen vorzugehen, doch ohne Unterstützung des Kreises scheint es ein aussichtsloses Unterfangen zu sein. Bei einer Scheune in Gottsdorf will die Gemeinde jetzt selbst tätig werden, da sie in sehr schlechte Zustand ist. Bevor dort Personen zu Schaden kommen, werden wir handeln“, so Scheddin.

In Gottsdorf will die Gemeinde tätig werden. Quelle: privat

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger ist froh, das die ehemaligen Garnionsflächen in der Friedensstadt Glau inzwischen fast alle auf Vordermann gebracht wurden. „Den Sportplatz richten die junge Leute selbst her, das wurde durch den B-Plan der Stadt Trebbin möglich. Für das ehemalige GPG-Gelände wird eine Nachnutzung gesucht.

Nur der ehemalige Wasserturm am Kinderheim bereitet ihm Sorge. Dieser wurde vor zehn Jahren an eine Privatperson verkauft, die den Turm zu Wohnzwecken nutzen wollte. Allerdings passiert seit Jahren nichts.

Der ehemaliger Wasserturm in Trebbin befindet sich in Privathand. Quelle: Margrit Hahn

Die Stadt würde den Turm gern als Wahrzeichen sehen und sich über eine Nutzung freuen – welcher Art auch immer.

Von Margrit Hahn

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