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Nuthe-Urstromtal Diese Straßen in Nuthe-Urstromtal werden bald saniert
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09:41 30.08.2019
So schlecht wie der Gottsdorfer Weg in Zülichendorf sehen viele Straßen in der Gemeinde aus. Einige von ihnen sollen bald saniert werden. Quelle: Victoria Barnack
Nuthe-Urstromtal

Holperstrecke, Flickenteppich, Buckelpiste: Es gibt viele Begriffe für Straßen wie den Horstweg in Liebätz oder den Gottsdorfer Weg in Zülichendorf.Langfristig soll sich ihr Zustand zum Positiven ändern. Die Gemeindeverwaltung von Nuthe-Urstromtal hat deshalb eine Prioritätenliste ausgearbeitet. Sie soll handlungsweisend für die Investitionen in den nächsten zehn Jahren sein.

Pro Jahr eine Straße bauen und die nächste planen

„Während eine Straße erneuert wird, wollen wir im selben Jahr die Planung für die nächste Straße beginnen“, erklärte Sascha Schmidt vom Bauamt in dieser Woche im Bauausschuss, „wenn das finanziell möglich ist.“

Genau da liegt das Problem für die Gemeinde,die in der Haushaltssperre steckt und derzeit keine neuen Projekte beginnen darf, die Geld kosten. Die Idee ist im Zuge der Planung des Haushaltes für 2020 entstanden. Dann will die Gemeinde finanziell wieder handlungsfähig sein.

Das ist die Prioritätenliste:

Platz 1: Horstweg in Liebätz, 200 Meter lang, die Begründung: mangelhafter Zustand

Platz 2: Zur Horstmühle in Lynow, 380 Meter lang, die Begründung: Entwässerungsprobleme

Platz 3: Gottsdorfer Weg in Zülichendorf, 240 Meter lang, Begründung: Schule, Hort, Kita

Platz 4: Berkenbrücker Dorfstraße in Berkenbrück, 185 Meter lang, Begründung: Verjüngung der Straßenbreite

Platz 5: Am Dorfanger in Holbeck, 475 Meter lang, Begründung: zerstörter Asphalt

Platz 6: Birkenweg in Felgentreu, 365 Meter lang, Begründung: Rissbildung, Frostschäden

Platz 7: Zinnaer Straße in Felgentreu, 360 Meter lang, Begründung: Belagverschleiß

Platz 8: Pappelweg in Dümde, 230 Meter lang, Begründung: Spiel-, Sportplatz

Platz 9: Am Dorfring in Dümde, 670 Meter lang, Begründung: Bushaltestelle, Festplatz

Platz 10: Küsterweg in Liebätz, 260 Meter lang, Begründung: mangelhafter Zustand

Doch auch ohne Haushaltssperre fehlt es in Nuthe-Urstromtal am nötigen Geld. Weil es nicht genug Einnahmen gibt, hat die Gemeinde an jeder Sanierung zu knabbern.Meist kostet ein solches Vorhaben nämlich eine sechsstellige Summe.

„Genaue Baukosten für die einzelnen Straßen können und wollen wir jetzt noch nicht nennen“, erklärte Schmidt. Er geht davon aus, dass die Kosten pro Jahr um 20 Prozent steigen. Umso wichtiger sei es, schon jetzt einen langfristigen Plan zu haben, den man in Zukunft konsequent verfolgt.

Unzählige Male wurde der Horstweg in Liebätz, eine reine Anliegerstraße, schon geflickt. Schon 2020 könnte er saniert werden. Quelle: Victoria Barnack

Zunächst zwölf Straßen stehen auf der Prioritätenliste der Verwaltung, die ganz „unbefangen“ erstellt wurde, wie Sascha Schmidt betont. Auf die Rangfolge hatte vor allem der Zustand und die daraus entstandenen Probleme eine Auswirkung.

Horstweg in Liebätz soll als erstes saniert werden

Als erstes würde die Gemeinde gern ein 200 Meter langes Teilstück vom Horstweg in Liebätz ausbauen – und stößt damit auf Unverständnis im Bauausschuss. Es sei nicht ersichtlich, warum welche Straße auf welchem Platz landete, ohne voraussichtliche Baukosten oder andere Details anzugeben, waren sich gleich mehrere Fraktionen einig.

„Grundsätzlich braucht die Verwaltung eine Prioritätenliste, nach der sie sich richtet“, erklärte Jovita Galster-Döring (FDP), „aber die sollte nicht ohne vertieftes Wissen entstehen.“

Kosten für die Sanierung zu schätzen, ist auch schwer, weil noch nicht feststeht, wie die Straßen ausgebaut werden sollen. Quelle: Victoria Barnack

Die Verwaltung erklärte daraufhin, dass es dieses Fachwissen teilweise schon gibt. Der Horstweg in Liebätz steht an erster Stelle, weil hier bereits eine Planung vorliegt.

Diese umzusetzen, bevor sie verjährt, spart der Gemeinde Geld – das leuchtete schließlich auch dem Bauausschuss ein. Die Prioritätenliste wurde einstimmig bei zwei Enthaltungen empfohlen. Anfang Oktober entscheiden dann die Gemeindevertreter über die Liste.

Rangfolge ist nicht für zehn Jahre bindend

Egal, ob sie dann in der aktuellen Form beschlossen, noch einmal verändert oder sogar ganz gestrichen wird: Bindend sei die Prioritätenliste nicht, betont Schmidt. So soll es möglich sein, kurzfristig die Reihenfolge zu ändern oder sogar ganz andere Straßen aufzunehmen.

Andere Straßen werden weiter ausgebessert

Sogar Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos) muss wegen der angespannten Finanzlage gestehen: „Ich gönne jedem Ort eine neue Straße, aber wir werden nicht alles schaffen, was wir uns vornehmen. Vielleicht ist das jedes Jahr eine, aber vielleicht auch nur eine Straße in drei Jahren.“

Ein Trost bleibt allen Einwohnern, deren Straßen nicht auf der Liste stehen: Die Unterhaltungsmaßnahmen, also kleine Ausbesserungen, will die Gemeinde weiterhin vornehmen. In diesem Jahr standen dafür beispielsweise knapp 120.000 Euro bereit, auf die auch spontan zugegriffen werden kann.

Von Victoria Barnack