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Nuthe-Urstromtal „Das erste Schwein haben wir aus dem Wartburg verkauft“
Lokales Teltow-Fläming Nuthe-Urstromtal „Das erste Schwein haben wir aus dem Wartburg verkauft“
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15:19 10.07.2019
Rainer Herzlieb aus Thyrow betreibt eine Hofschlachtung und ist ein Urgestein in seinem Ort. Quelle: Frank Nerlich
Thyrow

Rainer Herzlieb ist ein Urgestein in Thyrow. In seinem Hofladen können die Kunden hausgemachte Wurst aus eigenem Rind- oder Schweinefleisch erwerben.

Die Kunden kommen aus dem näheren Umfeld, aber auch aus Potsdam und Berlin. „Die Hofschlachtung gibt es seit der Wende. Der Preisverfall für Schweinefleisch machte einen regulären Verkauf an den Großhandel nicht mehr wirtschaftlich“, sagt Herzlieb. So entstand die Idee zur Hofschlachtung.

Zunächst wurden die Metzger in der Umgebung mit Schlachtung und Produktion beauftragt. „Das erste Schwein haben wir an der damaligen Grenze aus dem Wartburg verkauft“ berichtet Herzlieb und lacht. Es wurde ganz primitiv angefangen, aber der Hof habe sich mit der Zeit entwickelt.

„Das Geschäft ist zum Selbstläufer geworden“

„Eine Zeit lang waren wir viel auf Märkten unterwegs“ sagt Herzlieb. Für die „Teltower Rübe“ wurde das „Rübchenfest“ gefeiert, da gab es viel Laufkundschaft aus Berlin. „Das war eine gute Werbung für uns. Jetzt finden uns die Kunden, das Geschäft ist zu einem Selbstläufer geworden“ sagt er. Geöffnet ist in der Hauptsaison von Oktober bis April alle 14 Tage samstags.

In Thyrow fühlt sich Herzlieb wohl. „Thyrow wurde 1997 als das schönste Dorf im Land Brandenburg ausgezeichnet. Inzwischen sieht es hier ganz schön vernachlässigt aus“ meint er. „die Pflegemaßnahmen der Stadt lassen zu wünschen übrig. Erst wird gepflanzt und gepflanzt, dann wird nichts gepflegt, weil kein Geld und keine Leute da sind.“

Thyrow selbst erfährt ebenso Zuzug wie die anderen Gemeinden und Städte im Speckgürtel Berlins. „Die Kolonie in der Waldsiedlung ist bereits zugebaut. Schon in den 20er Jahren wurden hier Baugebiete erschlossen, die Planungen gingen bis Kerzendorf“ sagt Herzlieb. Nun gebe es kaum freie Bauplätze. Der Bedarf sei da. Die Bebauungspläne müssten angepasst werden, so Herzlieb. Aus dem Ortsbeirat, dem er viele Jahre angehörte, wurden Flächen entlang der Bahnhofstraße zur Bebauung vorgeschlagen, aber nie genehmigt.

40 Schweine und 20 Kühe

Indes können die Kunden des Thyrowers frisches Rind- oder Schweinefleisch im Hofladen erwerben. „Räucherware wird ebenso angeboten wie Leberwurst, Blutwurst oder Hackepeter in Gläsern“ berichtet er. Dreißig bis vierzig eigene Hausschweine werden dafür gehalten. Diese werden hauptsächlich mit eigenem Roggen und Triticale, einer Kreuzung aus Weizen und Roggen, gefüttert. Eine Mutterkuhherde mit zwanzig Tieren Fleckvieh inklusive Nachzucht hält Herzlieb ebenfalls.

Von Frank Nerlich

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