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Teltow-Fläming Oberschüler als Energiespar-Detektive
Lokales Teltow-Fläming Oberschüler als Energiespar-Detektive
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05:33 24.01.2017
Die Schüler messen mit Infrarot-Thermometern die Raumtemperatur unter der Decke und über dem Fußboden. EMB-Regionalchef Uwe Meyer (r.) hilft dabei.
Die Schüler messen mit Infrarot-Thermometern die Raumtemperatur unter der Decke und über dem Fußboden. EMB-Regionalchef Uwe Meyer (r.) hilft dabei. Quelle: Elinor Wenke
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Trebbin

Statt in die Turnhalle zum Sportunterricht stiefelten die Schüler der 8b aus der Goethe-Oberschule Trebbin am Montagvormittag mit Infrarot-Thermometern, Fragebogen und Stift bewaffnet zum Rathaus. Die Klasse nimmt an der landesweiten „Mission Energiesparen“ teil, die jetzt in die zweite Runde gestartet ist. Nachdem sie im eigenen Zuhause auf die Suche nach Stromfressern gegangen war, steht jetzt der Kontrollcheck in der Stadtverwaltung an. Die Oberschüler wollen aufspüren, wo Energie im Rathaus möglicherweise verschwendet wird oder wo welche eingespart werden kann.

Schulleiter Bernd Schill (r.) unterstützt die „Strom-Gruppe“. Quelle: Elinor Wenke

Bei Bürgermeister Thomas Berger (CDU) als bekennendem Verfechter des Klima- und Umweltschutzes stoßen sie damit auf offene Ohren. „Trebbin ist als energieeffiziente Kommune ausgezeichnet worden, davon gibt es nur drei in Deutschland“, sagte er stolz, „und ihr beziehungsweise eure Vorgänger sind ein Teil davon.“ Es gelte diese Ziele weiterzuverfolgen und das Zertifikat zu verteidigen. „Das ist also keine Spielerei hier. Eure Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge werden ernst genommen“, versprach Berger. Nach seiner Recherche verbraucht das Trebbiner Rathaus pro Jahr rund 40 000 Kilowattstunden Strom.

Bürgermeister Thomas Berger (l.) führte die Schüler mit durchs Rathaus. Quelle: Elinor Wenke

Schulleiter Bernd Schill nimmt bereits zum fünften Mal innerhalb des Physikunterrichts mit einer 8. Klasse an dem Projekt teil. „Die erste Runde ist noch nicht so erfolgreich gelaufen“, sagte er, „aber das kann sich noch ändern.“ Bislang liegt die Trebbiner Klasse im Schlussfeld. „Ich bin trotzdem zufrieden, denn die meisten Teilnehmer sind Gymnasien“, sagte Schill. Er verwies auf bereits umgesetzte Energiesparmaßnahmen an der Schule wie neue Zimmerdecken oder LED-Lampen. „Die haben aber auch den Nebeneffekt, dass die Schüler jetzt im Spotlicht sitzen und von den Lehrern besser gesehen werden“, scherzte Schill. Er wünscht sich, dass die Schüler bei ihrer Mission noch besser von den Eltern unterstützt werden.

Mission Energiesparen

Die Mission Energiesparen ist eine Aktion der Energie Mark Brandenburg (EMB) unter der Schirmherrschaft von Bildungsminister Günter Baaske (SPD) und in Zusammenarbeit mit der BUNDjugend und dem Energie-Team der Zukunftsagentur Brandenburg.

21 Klassen aus Westbrandenburg sind derzeit im Rennen.

Regionalbereichsleiter Uwe Meyer vom Projektinitiator Energie Mark Brandenburg (EMB) und Romy Fiddike vom städtischen Bauamt begleiteten die Schüler durchs Gebäude, um die unterschiedlichen Raumtemperaturen zu messen. Teamleiter Gordon Schubert von der Schülergruppe „Die Klimafrösche“ nahm im Büro 1 die Temperatur an der Decke, seine Mitschülerin kurz über den Fußboden. Das ergab einen Durchschnittswert von 20 Grad.

Wolldecken auf den Fensterbrettern

Auffällig: Die Fensterbänke waren mit Wolldecken versehen. „Unsere Fenster sind der Schwachpunkt“, räumte Thomas Berger ein, „sie sind nicht wirklich dicht. Aber wir müssen auch den Denkmalschutz beachten und Kompromisse schließen.“ Im Büro 2 reichten die Werte von 23 bis 25,2 Grad. „Zu warm“, befand Berger. In der öffentlichen Toilette herrschten gerade mal 14 Grad, im Sitzungssaal bescheidene 20 Grad. Die Auswertung erfolgt in den nächsten Tagen.

Von Elinor Wenke