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Teltow-Fläming Freibad Oehna: Gemeinde will Saison 2020 sichern
Lokales Teltow-Fläming Freibad Oehna: Gemeinde will Saison 2020 sichern
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01:18 07.07.2019
Das Freibad Oehna bleibt in dieser Saison geschlossen, weil die Chlorgasanlage zerstört ist. Quelle: Hartmut F. Reck
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Altes Lager

Die Gemeinde Niedergörsdorf beantragt Fördermittel im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) und LEADER für Sanierungsmaßnahmen im Freibad Oehna. Dies wurde während der außerordentlichen Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend im Kulturzentrum „Das Haus“ beschlossen.

Nach einem Chlorgasunfall am 24. Mai gab es im Juni die bittere Nachricht: Das Freibad bleibt in dieser Saison komplett geschlossen. Die Ursache sei noch immer nicht ermittelt. Um aber wenigstens die Eröffnung im Mai 2020 zu sichern, hat die Gemeinde nun einen konkreten Plan entwickelt.

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Austausch der Chlorgasanlage reicht nicht aus

Die geschätzten Gesamtkosten für das Bauvorhaben liegen bei 243.000 Euro. Sie sollen mithilfe eines Förderanteils von 182.250 Euro einem Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von etwa 60.750 Euro finanziert werden. Die kompletten Unterlagen für den Antrag müssen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) bis zum 15. September vorliegen. Doch warum sind die Kosten so hoch, wenn der Preis für eine neue Chlordosierungsanlage lediglich bei etwa 30.000 Euro liegt? Bürgermeisterin Doreen Boßdorf (Bürgergemeinschaft) erklärt die Hintergründe.

Laut Boßdorf war inzwischen ein Sachverständiger vor Ort. Dieser hätte der Gemeinde aufgezeigt, welche Anlagenteile aufgrund des Unfalls erneuert werden müssen. Gleichzeitig habe er auch darauf hingewiesen, welche Anlagenteile nicht mehr dem aktuellen technischen Stand entsprechen oder auch unter Beachtung der Effizienz erneuert werden sollten.

Gerade frisch zusammengestellt, muss sich die neue Gemeindevertretung in Niedergörsdorf schon mit einem ernsten Thema beschäftigen. Quelle: Uwe Klemens

„Der Schaden hat zur Folge, dass der betroffene Raum komplett entkernt werden muss“, erklärte die Bürgermeisterin den 14 anwesenden Gemeindevertretern am Mittwoch. Demnach sei es nicht nur mit der Erneuerung der Chlorgasanlage getan – auch der Druckminderer und die Sprenkleranlage müssten ersetzt werden. Hinzu kommt, dass die ganze Elektrik in dem Raum durch die entstandene Salzsäure stark beschädigt wurde und neu verlegt werden muss.

Verwaltung will keine Notlösung

Aber auch im übrigen Gebäude gibt es Optimierungsbedarf. Die über die Jahre zusammengestückelte Elektrik oder die 25 Jahre alten Umweltpumpen sowie die Platzierung verschiedener technischer Geräte seien laut des Experten mittlerweile überholt. Zudem könne man durch die Erneuerung der Geräte sowie der Anbringung einer Solaranlage zusätzlich Energie sparen. Bisher lagen die Stromkosten für die Gemeinde bei monatlich 6000 Euro. Die Summe könnte durch die Großsanierung spürbar gemindert werden.

„Diese Kombination führte zu den Ihnen nun vorliegenden Gesamtkosten“, sagte die Bürgermeisterin am Mittwoch zu den Gemeindevertretern. Der Vorschlag der Verwaltung sei es, nicht nur eine Notlösung zu finden, sondern die Anlage vernünftig wieder aufzubauen.

Minimalkosten liegen bei 90.000 Euro

Damit die nötigen Sanierungsmaßnahmen auch in dem engen Zeitplan umgesetzt werden können, beschloss die Gemeindevertretung am Mittwoch zudem noch die Ausschreibung eines Wettbewerbs zur Vergabe der Planungsleistung. Die Auftragsvergabe soll dann in der kommenden Sitzung der Gemeindevertretung am 28. August folgen.

Auf Nachfrage der Gemeindevertreter zu einem Plan B, falls dem Antrag auf Zuwendung nicht zugestimmt werde beziehungsweise zu den Minimalkosten, die für die Sicherstellung der Eröffnung im Mai 2020 aufgewendet werden müssten, erklärte Doreen Boßdorf: „Mit 90.000 Euro müssen wir auf jeden Fall rechnen.“

Von Isabelle Richter

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