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Teltow-Fläming Ostalgie trifft Merkel-Raute
Lokales Teltow-Fläming Ostalgie trifft Merkel-Raute
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21:50 12.10.2014
Der Dresdner Kabarettist Uwe Steimle auf der Bühne im Zossener E-Werk.
Der Dresdner Kabarettist Uwe Steimle auf der Bühne im Zossener E-Werk. Quelle: avf
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Zossen

Wann haben Sie das letzte Mal „Die Heimat hat sich schön gemacht“ gesungen? Oder „Partisanen vom Amur“? Rund 300 Besucher von Uwe Steimles „Heimatstunde“ hatten am Wochenende im Zossener E-Werk Gelegenheit dazu. Erstaunlich viele Gäste erwiesen sich noch als textsicher. Das dürfte den 51-jährigen Dresdener Kabarettisten gefreut haben, der am Sonnabend zum ersten Mal in Zossen auf der Bühne stand.

"Satire läuft immer prächtig"

Wieder bewahrheitete sich, was Holger Krause, Vorsitzender des Vereins Kulturkraftwerk, schon seit langem beobachtet: „Wenn wir ein Konzert anbieten, wissen wir vorher nie, ob wenige oder viele Gäste kommen werden. Satire läuft dagegen immer prächtig.“ So freute sich ein Blankenfelder Ehepaar kurz vor Einlassschluss, dass man ihnen an der Kasse noch zwei zurückgegebene Karten verkaufen konnte.

Hohelied auf den Dialekt

Der urige dunkle Saal war dicht besetzt und kuschelig warm. Das Feuer prasselte im Kamin und der Duft von Bratwurst waberte noch in der Luft. Uwe Steimle eroberte in einem Lieblingsshirt die Bühne. Er entblößte den Schriftzug „Fourschbar“ unter seiner Jacke – begleitet vom Beifall der Zuschauer. Viel über die Schönheit des sächsischen Dialekts, für dessen Verbreitung und Hohelied Steimle bekannt ist, hörten die Zuschauer in den gut zwei Stunden. Und natürlich kam eine Menge DDR-Sinn und -Unsinn aufs Tapet, ebenso wie Seitenhiebe auf aktuelle Politik und deren Berliner Verursacher.

Toller Honecker-Imitator

Für Uwe Steimle gibt es am neuen Deutschland viel zu kritteln und deuteln – an Stoff fehlt es ihm nicht. Die Wende heißt bei ihm „Kehre“ und er kann Erich Honeckers Stimme fantastisch nachahmen. Bei Anspielungen auf Angela Merkel klappt es allerdings nur mit der bekannten herzförmigen Handstellung.

Egal, was Uwe Steimle ansprach: Das Publikum hing an seinen Lippen und es wurde ausgiebig gelacht. Manches erschien fast absurd, da schließlich in diesem Jahr auch 25 Jahre deutsche Einheit gefeiert werden. Will der Dresdner spalten und polarisieren? Über die Euros in seiner Tasche und den Eurovision Song Contest macht er sich ebenso Gedanken wie über die Bewohner des anderen Teils Deutschlands, die den Ostdeutschen noch immer sagen müssen, wie alles funktioniert und wie das früher hier so war. Beispielsweise die Liedzeile „... frisch das Geheimnis abgelauscht ...“ aus dem eingangs geträllerten Naturlied. Steimle war sich sicher, dass der Bundesinnenminister demnächst sagen wird, dass es ein Stasi-Lied war. Und dass so schon Kindergartenkinder im Osten auf Horch und Guck eingeschworen wurden.

Witze über Ursula von der Leyen

Als Thema kehrte auch Ursula von der Leyen stetig wieder: Die vier Haubitzen, mit denen sie nicht nur ihr Volk schützen, sondern auch auf Auslandsfeldzüge gehen will. „Nie wieder ein Deutscher ein Gewehr in die Hand“, hat Steimle noch von seiner Oma im Ohr. „Soll doch die Ministerin ein paar von ihren vielen Kindern ins Ausland schicken“, so die Empfehlung des spitzfindigen Kabarettisten. Marianne Brand aus Schulzendorf, die Tränen gelacht hat, und Detlef Lindemann aus Rangsdorf, der Steimle zum wiederholten Mal live erlebte, mochten gerade das an dem kleinen Sachsen.

Von Andrea von Fournier

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