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Teltow-Fläming Personalabbau trotz Stellenzuwachs
Lokales Teltow-Fläming Personalabbau trotz Stellenzuwachs
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07:29 22.09.2018
Landrätin Kornelia Wehlan (Linke): „Wir fühlen uns ans Personalentwicklungskonzept gebunden.“ Quelle: Foto: Hartmut F. Reck
Luckenwalde

 Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) hat nicht nur dieses politisch Amt inne, sie fungiert auch als Leiterin des ihr unterstellten Personalamts. Allein schon das dürfte ein Zeichen für die angespannte Personalsituation in der Kreisverwaltung sein. So ist auch in anderen Ämtern noch nicht über die Leitungsposition entschieden worden – sei es mangels geeigneter Bewerber oder weil der oder die Unterlegene gegen die Entscheidung klagt.

Höhere Fallzahlen und höhere Standards

Wie dem auch sei: Bei der nächsten Kreistagssitzung am Montagabend wird Kornelia Wehlan eine Informationsvorlage erläutern. Dabei geht es um die Herangehensweise bei der Aufstellung des Stellenplans für das Haushaltsjahr 2019. Hier habe man die Bedarfsanmeldung der Fachämter zugrunde gelegt, sagte Wehlan bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Bei den Bedarfsmeldungen ist es nicht verwunderlich, dass die Ämter mehr Stellen beanspruchen, anstatt sich freiwillig von welchen zu trennen. Zur Erklärung verweisen sie auf die Erhöhung von Fallzahlen und von gesetzlichen Standards.

4,67 Millionen Euro mehr fürs Personal

Angemeldet wurden 39,8 zusätzliche Vollzeiteinheiten (VZE), die das Personalamt nach intensiver Prüfung auf 34,55 VZE zusammengestrichen hat. Zwei VZE können abgebaut werden, 6,6 Vollzeitstellen werden entfristet und 1,6 Stellen mit kw-Vermerk (kw = kann wegfallen) werden verschoben. So ist für 2019 ein Stellenvolumen von 881,12 VZE zu erwarten. Demnach werden die Personalaufwendungen für das nächste Jahr auf 60,7 Millionen Euro geschätzt, das sind 4,67 Millionen mehr als 2018, wovon 1,82 Millionen für neue Stellen aufgebracht werden müssen.

50 Vollzeitstellen sollen wegfallen

Dem steht das Personalentwicklungskonzept (PEK) aus den Jahren des ständigen Defizits gegenüber, wonach zwischen 2014 und 2024 genau 50,16 Vollzeitstellen abzubauen sind. „Wir haben die Haushaltssicherung zwar überwunden“, so die Landrätin, „aber nach wie vor eine angespannte Haushaltssituation.“ Deshalb fühle man sich ans PEK gebunden, so Wehlan. „Das hindert uns aber nicht daran, aktuelle Entwicklungen darzustellen.“ Wichtig sei bei zunehmender Alterung des Personals, neues zu gewinnen durch Attraktivitätssteigerung und intensive Ausbildung.

Hans-Jürgen Akuloff (Linke): „Der Personalbestand der Unteren Bauaufsicht wird erhöht.“ Quelle: Hartmut F. Reck

Linksfraktionschef Hans-Jürgen Akuloff lobte „die Transparenz des Verwaltungshandelns“, wobei darauf zu achten sei, dass der Kreis nicht wieder über seine Verhältnisse lebe. Endlich komme es bei der Unteren Bauaufsicht mit sieben neuen Stellen (gefordert waren 8,5) zur Verbesserung des Personalbestandes und verkürzten Bearbeitungszeiten. Der „Chaosdarstellung der MAZ“ werde so deutlich widersprochen. Und was die Diskussion über die Höhe der Kreisumlage betreffe, so Akuloff, sollte man die Stadt- und Gemeindeverwaltungen mal nach ihren Personalaufwandsquoten befragen, „um zu sehen, ob die dort auch so fleißig sind“.

Andreas Muschinsky (CDU): „Sie schreiben Stellen aus, Sie kriegen sie aber nicht besetzt.“ Quelle: Hartmut F. Reck

„Die haben völlig andere Aufgaben“, sagte Andreas Muschinsky (CDU) und warf Akuloff „Polemik“ vor. Auch wenn seine CDU-Fraktion wenig erfreut sein dürfte über die Personalkostensteigerung, so werde er dafür werben. Doch auch das sei mit Vorsicht zu sehen: „Sie schreiben Stellen aus, Sie kriegen sie aber nicht besetzt“, so Muschinsky.

Abschied vom Fetisch des Stellenabbaus

Außerdem riet er, sich von der Personalentwicklungskonzeption zu verabschieden. „Die hat sich inhaltlich erledigt“, sagte Muschinsky, „es gibt keinen Grund an diesem Fetisch festzuhalten, wenn sie 56 Stellen abbauen und parallel dazu 200 aufbauen wollen.“

Von Hartmut F. Reck

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