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Teltow-Fläming Peta nennt Veterinäramt „tierfeindlich“
Lokales Teltow-Fläming Peta nennt Veterinäramt „tierfeindlich“
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00:21 21.01.2019
Wolfsriss eines Schafs in Scharfenbrück.
Luckenwalde

In einem weiteren Ranking steht der Landkreis Teltow-Fläming wieder ganz oben. Diesmal aber nicht im positiven Sinn wie bei der Beurteilung seiner Wirtschaftskraft, sondern als Negativbeispiel für mangelnden Tierschutz.

So hat nun die Tierrechtsorganisation Peta dem Kreis-Veterinäramt vorgeworfen, den Tod von fünf Schafen in Kauf genommen zu haben, indem es nichts für den Schutz dieser Tiere veranlasst habe. Deshalb kürte Peta die Kreisverwaltung Teltow-Fläming zu einer der „tierfeindlichsten Veterinärbehörden Deutschlands“ im Jahr 2018.

Mitten im Wolfsgebiet

„Fünf vernachlässigte und unterernährte Schafe“, schreibt Peta als Begründung, „befanden sich auf einer quasi ungesicherten, kaum umzäunten Weide mitten im Wolfsgebiet“ im Baruther Ortsteil Kemlitz. Somit seien die Tiere nicht ausreichend vor eventuellen Angriffen geschützt gewesen. „Das von Peta angeschriebene Veterinäramt Teltow-Fläming gab keinerlei Rückmeldung und hat nichts unternommen, um die Schafe zu schützen“, heißt es weiter. Knapp einen Monat später seien zunächst zwei Schafe und vier Tage später die restlichen Tiere von Wölfen gerissen worden.

Peta unterstellt dem Veterinäramt, sich überhaupt nicht für diesen Fall interessiert zu haben, obwohl es für die Überwachung und den Vollzug der Tierschutzgesetzes zuständig sei.

Amtstierärztin: Vorwürfe sind unseriös

Diese Vorwürfe der Tierfeindlichkeit und Untätigkeit weist die Amtstierärztin Silke Neuling energisch zurück. Die promovierte Veterinärmedizinerin bezeichnet die Herangehensweise von Peta und deren Beurteilung ihrer Behörde aufgrund eines einzigen Falls als „nicht akzeptabel und unseriös“. Sehr wohl habe man Peta darüber informiert, dass eine Kontrolle durchgeführt wurde „und wir keine tierschutzrelevanten Verstöße vor Ort festgestellt haben“, so Neuling.

Bei diesem einen Fall, den Peta zur Grundlage des Rankings macht, seien das Veterinäramt und der Wolfsschutzbeauftragte vor Ort gewesen. „Die Schafe waren nach unserer fachlichen Beurteilung weder vernachlässigt noch unterernährt“, betont die Amtstierärztin. Die Weide sei eingezäunt gewesen.

Der Wolf macht es sich leicht

Es könne nicht generell verhindert werden, so Neuling, dass Wölfe auch Nutztiere reißen. Ihr wäre es auch lieber, wenn sich der Wolf nicht von Schafen, Rindern und Rehen ernähren, sondern den hohen Wildschweinbestand reduzieren würde. Aber er ziehe es leider vor, mit minimalem Aufwand seine Ernährung sicherzustellen.

Im Übrigen sei es im ureigensten Interesse der Tierhalter, ihre Tiere, die außerhalb von Ställen gehalten werden, vor Wolfsangriffen zu schützen. Laut Gesetz müssten sie für einen sicheren Schutz nach dem Stand der Technik sorgen. „Dazu bedarf es keiner gesonderten Allgemeinverfügung des Veterinäramts“, sagt dessen Leiterin.

Auf Nachfrage der MAZ sind im vergangenen Jahr 234 Tierschutzanzeigen von Veterinäramt bearbeitet worden. Hinzugekommen sind 34 eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren, acht ausgesprochene Tierhalteverbote und 267 Tierschutzkontrollen in Nutztierhaltungen.

Von Hartmut F. Reck

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