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Teltow-Fläming Pittiplatsch in der Kirche
Lokales Teltow-Fläming Pittiplatsch in der Kirche
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18:25 08.09.2013
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Rangsdorf

Das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals "Jenseits des Guten und Schönen" könnte man im Rangsdorfer Fall umdeuten in "Jenseits des Üblichen". Die Idee, eine Puppenbühne für Pitti, Frau Elster und Herrn Fuchs (Figuren des einstigen Deutschen Fernsehfunks) vor dem Altar aufzustellen, stammt von Jens Köhler und Peter Peschel. "Wir sind halt so verrückt", sagt Köhler, Bürgerarbeiter bei der Kirchengemeinde. Er führte gestern im Kirchenschiff ein halb ernsthaftes, halb spaßiges Gespräch mit den Puppen auf Peter Peschels Händen.

Im Geplauder zwischen Köhler und den Figuren des Kinderfernsehens erfuhren die Zuhörer, dass anstelle der jetzigen Kirche im 14.Jahrhundert eine Kapelle gestanden hatte, dass nach einem Brand im 17.Jahrhundert eine neue Kirche wuchs. 1980 ließ der Rangsdorfer Kirchenpatron, Rittergutsbesitzer Richard Spiekermann, die jetzige Kirche erbauen.

Die diebische Elster hätte am liebsten ein Stück der bunten Kirchenfenster, um ihr Nest damit zu schmücken. Für Köhler ist es das Stichwort, um von den Bleiglasfenstern zu berichten. Nach Ostern 2008 hatten zwei Kisten mit Teilen verschwunden geglaubter historischer Fenster unvermittelt und ohne einen Hinweis auf den "Absender" vor der Kirchentür gestanden.

Erzählt wurde auch, warum Rangsdorf zwei Taufbecken hat, eins in der Kirche, eins auf dem Friedhof als zentrales Denkmal für die neue Gemeinschaftsgrabanlage. Der Kirchenbaurat Winfried Wendland fand in den 1960er Jahren, dass ein Taufbecken ein unverrückbares Sakrament sein müsse und nicht "nur" eins aus Zinkspritzguss. So wurde das historische Stück durch eins aus schwerem Sandstein ersetzt. Später kehrte das ursprüngliche Becken in die Kirche zurück, und das steinerne symbolisiert jetzt auf dem Friedhof den Kreislauf von Geburt und Tod.

Die angeberische Elster prahlte, dass sie sich das Orgelspiel durchaus zutraue, aber ihr Kleid nicht ruinieren wolle.

Obwohl kein Kind unter den Zuhörern war, hatten diese nicht das Gefühl, dem Wortgefecht vergebens gelauscht zu haben. Peter Peschel, der sich die Stimmen der beliebten Puppen einst seiner kleinen Nichten zuliebe antrainiert hatte, machte das Spiel besonderen Spaß.

Erstmals in der Kirche ausgestellt war gestern ein von 1777 stammender Lageplan von Rangsdorf, das damals nur aus der Kirche und etwa einem Dutzend Gehöften bestand. Außerdem war erstmals ein sogenanntes Siegesbrett aus dem Jahre 1816 zu sehen, als man im Ort ein Friedensfest für die Vertreibung der Napoleonischen Truppen gefeiert hatte.

Von Gudrun Schneck

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