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Teltow-Fläming So teuer ist Bauland in Teltow-Fläming
Lokales Teltow-Fläming So teuer ist Bauland in Teltow-Fläming
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01:16 11.02.2019
Teures Pflaster: 300 Euro ist ein Quadratmeter Bauland im neuen Ludwigsfelder Stadtteil Ludwigsdorf wert. Quelle: Jutta Abromeit
Teltow-Fläming

Die Preise für Bauland in Teltow-Fläming steigen unaufhörlich an. Wirklich überrascht ist darüber wohl niemand. Über das Ausmaß sind allerdings auch Anett Thätner und Carola Prokopp erstaunt.

Die Vorsitzende und die Geschäftsstellenleiterin des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis haben in den zurückliegenden Wochen die Preise neu bestimmt, an denen sich Käufer und Verkäufer von unbebautem Land in diesem Jahr orientieren werden. „Der Markt hat sich im vergangenen Jahr sehr turbulent entwickelt“, berichtet Thätner.

300 Euro pro Quadratmeter in Mahlow, Großbeeren und Ludwigsfelde

Konkrete Zahlen spiegeln diese turbulente Entwicklung wider und zeigen, dass der Quadratmeter Bauland vor allem im berlinnahen Norden immer teurer wird. Der Vorjahres-Spitzenwert in Mahlow-Waldblick hat sich in 2018 von 250 auf 300 Euro gesteigert.

Mahlow-Waldblick gehört zu den teuersten Standorten für freies Bauland in ganz Teltow-Fläming. Quelle: Christian Zielke

War der direkte Hauptstadtnachbar vor einiger Zeit noch alleiniger Spitzenreiter, so zogen in den vergangenen zwölf Monaten andere Standorte nach.

Auf 300 Euro wurde der Bodenrichtwert nun auch rund um die Potsdamer Straße in Ludwigfelde, im neuen Wohngebiet in der Ahrensdorfer Heide und in Teilen von Großbeeren auf 300 Euro angehoben. „Zumindest gefühlt wird im Norden momentan unendlich gebaut“, berichtet Thätner.

Carola Prokopp, Anett Thätner und Siegmund Trebschuh (v.r.n.l.) erklären, wie die neuen Bodenrichtwerte jährlich entstehen. Quelle: Victoria Barnack

Dabei sind die schwindelerregend hohen Preise nur Orientierungswerte. Die knapp 550 Kauffälle aus 2018, die dem Ausschuss als Grundlage für die neue Bewertung dienen, weisen zum Teil sogar noch höhere Einzelpreise auf. „Wir nähern uns Berliner Verhältnissen an“, erklärt die Vorsitzende.

Was ist ein Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert gibt den Preis pro Quadratmeter an. Er bezieht sich lediglich auf unbebautes Land und dient als Orientierung bei Grundstücksverkäufen.

Immer zum 31. Dezember eines Jahres werden die Bodenrichtwerte im Landkreis neu bestimmt. Auch die Gebietszonen können zu diesem Stichtag überarbeitet werden.

Der Gutachterausschuss nimmt die Kaufverträge aus dem zu Ende gegangenen Jahr als Grundlage für die neuen Bodenrichtwerte. Extreme Ausreißer, etwa 50 Prozent über sowie unter dem alten Richtwert, werden ausgeschlossen.Online einsehbar sind die neuen Bodenrichtwerte in ganz Brandenburg ab März unter www.boris-brandenburg.de

„Wenn der Bodenrichtwert wie beispielsweise in Großbeeren in einem Jahr von 200 auf 300 steigt, dann ist das zwar ein extremer Fall. Um die Entscheidung dieser Anpassung kommen wir aber nicht umhin, weil es diese Kauffälle tatsächlich gab“, sagt Thätner. Beim Kreis bilde man lediglich ab, was auf dem Markt seit Monaten geschieh.

Preise interessieren Käufer kaum noch

Parzellierte Grundstücke und Fluglärm: Im heiß begehrten Norden spielt das kaum eine Rolle, wenn es um den Kauf von Bauland geht. „Preislich scheinen diese Aspekte niemanden mehr zu interessieren“, erläutert Thätner.

So habe es im Jahr 2018 viele Käufe direkt in der Einflugschneise des neuen Flughafens gegeben. Bei kleinen Flächen werden teilweise gleich mehrere benachbarte Grundstücke gekauft.

Täglich werden in Ludwigsdorf, dem neuen Stadtteil von Ludwigsfelde, Bodenplatten gegossen, Richtfeste gefeiert oder Schlüssel übergeben. Auf 220 Hektar entstehen insgesamt mehr als 2000 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Quelle: Jutta Abromeit

Auch die sogenannte zweite Reihe boomt inzwischen vermehrt. „Sie zieht sich immer weiter in den Süden unseres Kreises“, berichtet Carola Prokopp. Deutlich spürbar sei das beispielsweise in Trebbin und seinen Ortsteilen.

Um fast 100 Prozent ist der Bodenrichtwert in Blankensee gestiegen, von 55 auf nun 100 Euro. „Und das; obwohl es hier keine Bahnanbindung gibt“, sagt Thätner.

Auch im Süden Preissteigerung um bis zu 100 Prozent

Der Trend zu steigenden Grundstückswerten ist bis in die südlichste Ecke von Teltow-Fläming zu beobachten. Das Novum: In keinem einzigen Dorf wurde der Wert in diesem Jahr gesenkt. In bestimmten Ortslagen ist die Steigerung besonders beachtlich: In der neuen Bergsiedlung in Luckenwalde wurde der Bodenrichtwert von 55 auf 100 angehoben.

In Woltersdorf stieg er dank guter Bahnanbindung von 30 auf 50. Stülpe ist einer von wenigen Ortsteilen, in dem der Wert konstant bei 20 blieb.

Auch der Süden wird begehrter: Im neuen Jüterboger Wohngebiet Am Leopoldring ist der Bodenrichtwert von 70 auf 80 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Quelle: Victoria Barnack

Auch in Teltow-Flämings südlichstem Mittelzentrum Jüterbog schrauben sich die Preise hoch. In den Wohngebieten Leopoldring (80), Werdersche Siedlung (50) und Fuchsberge (50) sind die Bodenrichtwerte jeweils um mindestens zehn Euro gestiegen.

Bauland für fünf Euro bei Dahme

In den Ortsteilen von Niedergörsdorf ist Bauland noch vergleichsweise günstig zu haben. An den Richtwert-Steigerungen ist aber auch dort die künftige Entwicklung absehbar: In Rohrbeck, wenige Fahrminuten von Jüterbog entfernt, stieg der Wert um 150 Prozent von 12 auf 30; im 150 Einwohner kleinen Wölmsdorf von 5 auf 15.

Wirklich günstig gibt es unbebautes Wohnland nur noch im Amt Dahme. „Hier haben wir vereinzelt noch Bodenrichtwerte von 5 Euro“, berichtet Thätner.

Siegmund Trebschuh ist Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Quelle: Hartmut F. Reck

Weil im Norden der Platz eng wird, rechnen die Experten damit, dass auch der ländlich geprägte Süden noch begehrter wird. „Der Verdrängungs-Effekt gibt der südlichen Region die Chance, sich als Wohnstandort zu etablieren“, sagt Siegmund Trebschuh, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung.

Kommunen müssen Entwicklung aktiv gestalten

Der Kreis habe dafür mit der verbesserten Infrastruktur gute Voraussetzungen geschaffen. Um die Chance nicht zu vertun, erwartet Trebschuh Eigeninitiative von den Kommunen. „Bei ihnen liegt die Planungshoheit beispielsweise für Bebauungs- und Flächennutzungspläne“, sagt er.

Vielerorts werde mit Investitionen in Kitas und Schulen oder mit Fördermitteln für attraktivere Ortskerne gute Arbeit geleistet, um die Erwartungen künftig erfüllen zu können.

Von Victoria Barnack

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