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Teltow-Fläming Protest gegen Schweinemast in Jänickendorf
Lokales Teltow-Fläming Protest gegen Schweinemast in Jänickendorf
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22:46 20.01.2015
Die Initiativgruppe Jänickendorf hatte am Montag zu einem Informationsabend eingeladen. Quelle: Hahn
Jänickendorf

Die Initiativgruppe Jänickendorf hatte deshalb zu einem Informationsabend eingeladen. Mehr als 50 Interessierte kamen am Montagabend in die Gaststätte „Zur Eisenbahn“, um von Fachleuten über die Konsequenzen unterrichtet zu werden. Was der Münsterländer Humanmediziner und Autor Hans-Peter Amman berichtete, verschlug den meisten nicht nur den Atem, sondern auch den Appetit auf Schweinfleisch – jedenfalls, wenn es aus Massentierhaltungen stammt.

Mediziner kritisiert Zuchtanlagen

„Was haben Krankenhäuser und Massentierhaltungen gemeinsam?“, fragte Amman. Die Antwort: Beides seien Orte, an denen massenhaft mit Antibiotika umgegangen wird. Allerdings mit gravierenden Unterschieden. So ist laut Amman die eingesetzte Menge an Antibiotika in der Nutztierhaltung dreimal höher als in der Humanmedizin. „In Krankenhäusern wird versucht, Gesundheit und Leben von Menschen zu retten, in Ställen geht es um Profitmaximierung. Krankenhäuser sind in ihrer Entsorgung fast hermetisch abgeriegelt und kontrolliert, während in Ställen die Entsorgung zum großen Teil frei in die Umgebung erfolgt“, erklärte der Mediziner. In einer Studie der Universität Utrecht fanden sich sogenannte MRSA-Bakterien, die auf der Haut von Menschen siedeln, noch rund einen Kilometer von einem Schweineszuchtbetriebes entfernt. Gelangen sie in den Körper, können sie unterschiedlich schwere Infektionen auslösen, vor allem bei kranken und immungeschädigten Menschen.

Immer mehr Zuchtanlagen

Gesundheitsexperten empfehlen, den Fleischkonsum um die Hälfte zu reduzieren. 60 bis 80 Kilogramm Fleisch verspeist eine Person derzeit durchschnittlich pro Jahr.

Viele Investoren aus den Niederlanden lassen sich in Deutschland nieder. Strenge Auflagen im Umwelt- und Gesundheitsbereich in den Niederlanden führen dazu, dass immer mehr Massentieranlagen nach Brandenburg verlegt werden.

Die Pläne für den Neubau sowie den Anbau der Schweinezuchtanlage in Jänickendorf liegen bis zum 5. Februar in der Gemeindeverwaltung in Ruhlsdorf aus. Bis 29. Februar können Einwendungen eingereicht werden.

Anwohner wollen Ausbau verhindern

In Jänickendorf beträgt der Abstand zwischen Schweinezuchtanlage und Wohnbebauung teilweise nur 150 Meter. Das Umweltministerium gibt einen Minestabstand zu Wohngebieten von mindestens 500 Metern vor. Für Wolfgang Rupilius von der Initiativgruppe steht fest, dass die Schweinzuchtanlage in Jänickendorf aus heutiger Sicht im Ortsbereich nicht mehr genehmigt werden würde. „Deshalb müssen wir alles daran setzen, um zumindest den Ausbau zu verhindern“, sagte er. Noch dramatischer wertet er den Abstand zum nur 50 Meter entfernt gelegenen Backwarenunternehmen.

In Frankenförde wurde vor Jahren das gleiche Projekt vorgestellt, das trotz 350 Einwänden genehmigt wurde. Der Unterschied besteht darin, dass diese Anlage 3,5Kilometer vom Dorf entfernt ist. Rupilius weist zudem auf das Grundwasser hin, welches durch das zunehmende Gülleaufkommen belastet wird. Durch den Transport von Futter und Abfällen ist auch mit erhöhten Lärm- und Geruchsbelästigungen zu rechnen.

Unter diesem Aspekt habe ich das noch nicht gesehen“, sagte Ortsvorsteherin Sylvia Ziehe.

Von Margrit Hahn

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