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Teltow-Fläming Protest und Versöhnung zum Künstlerhaus
Lokales Teltow-Fläming Protest und Versöhnung zum Künstlerhaus
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00:21 29.06.2018
Protest-Veranstaltung der Wiepersdorf-Stipendiaten im Brecht-Haus in Berlin. Quelle: Karen Grunow
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Wiepersdorf/Berlin

Gut 100 Teilnehmer waren beim Protestabend von Stipendiaten und ehemaligen Stipendiaten am Montagabend in Berlin. Im Literaturforum Brecht-Haus traten sie für den Erhalt des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf ein. Mit dabei: Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) – mit versöhnlichen Tönen.

Ende Juli schließt das Schloss für Restaurierungen

Irgendwann fragte Moderator Tomas Fitzel ins Publikum, wo denn überall diesjährige oder ehemalige Wiepersdorf-Stipendiaten sitzen – viele Hände gehen hoch. Die Sorge um das Künstlerhaus, das Ende Juli für Sanierungsmaßnahmen schließen wird und dessen Zukunft vielen noch unklar ist, führte viele Menschen ins Brecht-Haus in der Berliner Chausseestraße.

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Moderator Tomas Fitzel und Ministerin Martina Münch. Quelle: Karen Grunow

Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf retten!“ hatten die Stipendiaten des aktuellen Jahrgangs, die in großer Runde für den Erhalt der Künstlerresidenz aktiv geworden sind, den Abend überschrieben. Draußen, direkt vor den raumhohen Fenstern, stand ein „Protestbus“. Handbeschriebene Banner waren über das Fahrzeug platziert, manche Passanten schauten verwundert in den hellen Raum hinein.

Zusage: 2020 geht es weiter im Künstlerhaus

Pünktlich zum Beginn rauschte Ministerin Münch mit ihrem Kultur-Abteilungsleiter in den Raum. Sie stand dann im Mittelpunkt des Interesses – abgesehen von den literarischen und musikalischen Beiträgen des Abends. Und sie sprach klare Worte. Münch sagte, wie zuvor schon in Interview, den Fortbestand des Künstlerhauses zu. Ab 2020 soll es dort weitergehen, wenn bis dahin die Restaurierung abgeschlossen ist.

Konzept für Wiepersdorf noch nicht klar

Offen ist laut Münch weiterhin die Träger- und Konzeptfrage. Es gebe mehrere Optionen – beispielsweise, ob ein Verein, eine Stiftung oder eine gemeinnützige GmbH für den Betrieb des Künstlerhauses gegründet werden soll.

Ein Vorwurf, der so immer wieder und auch gestern formuliert worden ist, aber bleibt: Die Landesregierung hat einfach nicht frühzeitig genug agiert, um rechtzeitig eine sinnvolle Lösung für den Weiterbetrieb des Künstlerhauses zu finden.

Von Karen Grunow