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Teltow-Fläming „Völliger Quatsch“ Nord Stream 2 zu stoppen
Lokales Teltow-Fläming „Völliger Quatsch“ Nord Stream 2 zu stoppen
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00:22 01.05.2019
Großer Lagerplatz in Radeland Quelle: Frank Pechhold
Radeland

 Mit großem Unverständnis reagiert Baruths Bürgermeister Peter Ilk (parteilos) auf die Ankündigung von EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber, im Fall seiner Wahl zum EU-Kommissionschef den Baustopp der Ferngasleitung Nord Stream 2 durchzusetzen. „Das ist doch völliger Quatsch. Ich halte das für puren Wahlkampf“, sagte Baruths Rathauschef.

Nicht im EU-Interesse

Weber hatte gegenüber der polnischen Zeitung Polska Times erklärt, die im Bau befindliche Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland noch zu verhindern. Es sei nicht im EU-Interesse, russisches Gas zu beziehen, sagte der EVP-Mann, gemeinsamer Spitzenkandidat von CDU und CSU für die Europäische Volkspartei.

Bundesregierung verteidigt Gasleitung

Weber stellte sich damit gegen die Position der Bundesregierung; die verteidigt die Gasleitung durch die Ostsee als Beitrag zur Versorgungssicherheit. Gegner der Leitung sind Transitländer wie Polen oder die Ukraine sowie Frankreich und die USA; sie befürchten, dass Europa zu abhängig wird von russischem Gas.

Bürgermeisterwahl Baruth - Peter Ilk (parteilos) ist wiedergewählt Quelle: Jutta Abromeit

Im Baruther Ortsteil Radeland arbeitet seit 2011 eine Verdichterstation, gegen die es vor dem Bau großen Widerstand gegeben hatte, und wie berichtet ist der 183-Seelen-Ort das wichtigste Material-Drehkreuz für die Europäische Gas-Anbindungsleitung Eugal. Anfang des Jahres lagerten bei Radeland auf 2500 Quadratmetern die Armaturen für alle Absperr-Stationen der 480 Kilometer langen Ferngasleitung, zudem wurden zwölf und 18 Meter lange Pipeline-Rohre dort zwischengelagert. Von Radeland aus werden die Armaturen bis Jahresende in die insgesamt 32 Stationen zwischen dem Ostsee-Ort Lubmin und Deutschneudorf an der deutsch-tschechischen Grenze gebaut. 43.000 Rohre liegen mittlerweile entlang der Trasse oder sind inzwischen verbaut.

Vom Lagerplatz in Radeland aus werden die rohre verteilt. Quelle: Frank Pechhold

Die Verdichterstation Radeland 2 – die einzige der Eugal-Trasse – wird direkt neben der für die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung Opal gebauten Verdichterstation Radeland 1 gebaut.

Verdichterstationen treiben das Gas durch lange Leitungen

Solche Stationen sind wichtig für das gesamte Pipeline-Netz. Über große Entfernungen verliert Erdgas in den Leitungen an Druck. Verdichterstationen heben den Erdgas-Druck wieder auf knapp 100 Bar an und „pumpen“ so das Gas weiter. „Es ergibt doch keinen Sinn, solch ein Milliarden-Projekt auf halber Strecke noch zu torpedieren“, erklärte Ilk. Insgesamt ist die zweite Ostsee-Pipeline mit 9,5 Milliarden Euro veranschlagt, die Hälfte davon zahlt der russische Staatskonzern Gazprom.

„Die Russen brauchen unser Geld“

Für den Bürgermeister im Urstromtal gehört Russland zu Europa. Er argumentiert: „Bisher waren die Russen immer ein stabiler Partner. Und sie werden es auch bleiben, weil sie unser Geld brauchen.“ Für Ilk stecken die Amerikaner hinter Webers Kampfansage, weil sie ihr mit Fracking gewonnenes Gas loswerden wollen. „Aber was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun, das verflüssigte Schiefergas mit Schiffen über den Ozean nach Europa zu schippern? Das ist umweltpolitischer Blödsinn und regelrecht umweltfeindlich“, so Ilk.

Befürchtungen nicht eingetreten

Zum anfänglichen Misstrauen der Radeländer gegen Gasleitungs-Verdichterstationen sagte Ilk: „Die erste Station Radeland 1 ist jetzt seit acht Jahren in Betrieb, und die Radeländer sehen, dass ihre Befürchtungen in puncto Lärm oder Brandschutz-Unsicherheit nicht eingetreten sind.“ Damit vor allem der Brandschutz entlang der Trasse gesichert ist, sei man mit den Feuerwehren in ständigem Kontakt. Zudem arbeite die Stadt mit der Betreiberfirma Gascade vor Ort vernünftig zusammen, erklärte Ilk, und es könne jeder sehen, was dort passiere.

Von Jutta Abromeit

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