Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Rätselhaftes Baumsterben
Lokales Teltow-Fläming Rätselhaftes Baumsterben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:07 17.08.2017
Die Bäume an der Jüterboger Bülowstraße und entlang der Grundstücksgrenze der Solaranlage sind abgestorben. Quelle: Uwe Klemens
Anzeige
Jüterbog

Der erste Eindruck, den Jüterbog-Besucher, die vom Nord-Westen her von der B102 in die Flämingstadt abbiegen, ist ein verheerender. Unzählige, nicht erst in dieser Saison vertrocknete oder im Absterben befindliche Bäume säumen zwischen Bundesstraße und altem Wasserturm die Bülowstraße. Ihre Verwunderung darüber, dass es anscheinend niemanden gibt, der sich verantwortlich fühlt, äußerte eine Anruferin am MAZ-Lesertelefon.

Deren Vermutung, dass es sich bei den vor etwa fünf Jahren in die Erde gebrachten Bäumen um sogenannte Ersatzpflanzungen für den Bau des Großflughafens handeln könnte, erwies sich als unrichtig. „Wir haben in Jüterbog keine Kompensationsmaßnahmen oder sonstige Pflanzungen getätigt“, teilte BER-Sprecher Daniel Tolksdorf der MAZ auf Anfrage mit und beklagte, dass sich sein Unternehmen schon öfter derartiger, falscher Beschuldigungen erwehren musste. „Unsere Kompensationsmaßnahmen liegen im Umfeld des BER und in der Zülowniederung“, sagte Tolksdorf.

Anzeige

Solarpark-Betreiber ist in der Pflicht

Antwort auf die Frage, wer hinter den Pflanzungen steckt und sich um die Pflege der Bäume hätte kümmern müssen, weiß man im Jüterboger Rathaus. „Die Baum-Ersatzpflanzungen sind eine Ausgleichsmaßnahme für den in der Bülowstraße errichteten Solarpark“, haben die Nachforschungen von Bauamtsleiterin Kira Wenngatz ergeben. Ob mangelnde Pflege, zum Beispiel durch fehlendes Gießen, eine Baumkrankheit oder eine andere Ursache der Grund für das Baumsterben ist, soll eine gemeinsame, erst für Ende September anberaumte Begehung von Bauamtsmitarbeitern und Solarpark-Betreibern ans Licht bringen.

Dafür, dass pure Vernachlässigung die Ursache des traurigen Anblicks ist, spricht der Umstand, dass alle Bäume, die schon länger links und rechts der Straße stehen,weitestgehend intakt sind. Betroffen vom Tod durch Verdursten sind nur die Ersatzbäume am Fahrbahnrand und entlang der Umzäunung des Solarparks.

Aus Sicht der Bauamtsleiterin muss während des Vor-Ort-Termins nicht nur die Ursache geklärt, sondern auch über Ersatzpflanzungen für die Ersatzpflanzungen nachgedacht und ein Zeitplan dafür festgelegt werden.

Von Uwe Klemens

Anzeige